30.12.05

Merkwürdiges Interview

ZDF-Interview mit Susanne Osthoff (Volltext oder gekürztes Video).

Nachtrag 4.1: Kommentar von Jony Eisenberg in der taz

28.12.05

Der übersetzte Imam

Der Imam Yakup Tasci wird wohl doch nicht abgeschoben werden können, meldet die Berliner Zeitung: neuere Übersetzungen seiner Texte klingen nun harmlos. Für mich stellt sich folgende Frage: hat das ZDF damals die Übersetzungen "schärfer" gemacht um eine Story zu landen? Oder hat der Imam seine Texte ganz bewusst geschickt mehrdeutig formuliert?

Nachtrag 26.1.2006: Mehr zu der Übersetzung des Satzes über den Geruch der Deutschen. Der auch in der "harmlosen" Übersetzung gar nicht nett ist.

27.12.05

Der jonglierende Tenor

Der Tenor Rolando Villazon singt nicht nur gut und sieht merkwürdigerweise aus wie Plácido Domingo (oder hat den gleichen Friseur), er kann sogar jonglieren. (Gesehen in der 3sat-Übertragung von "Der Liebestrank" von Donizetti an der Wiener Staatsoper)

26.12.05

Saustarker Schutz gegen Selbstmordattentäter

Die Firma Susblood Labs stellt Kapseln mit Schweineblut her, die Selbstmordattentäter abschrecken sollen, da sie bei Erfolg "verunreinigt" würden. (Die Presse, Wien)

Vielleicht ist das allerdings auch ein Studenten-Scherz, ähnlich wie Bonsaikitten.com.

22.12.05

Ungewöhnliche Töne

Heute nachmittag erlebt an der Parkplatz-Einfahrt eines türkischen Supermarkts in meiner Nähe: ein "voll korrekter" grüner (die Farbe des Islam) dreier-BMW fährt vor, und als die Scheibe an der Schranke heruntergeht, ertönt aus dem Autoradio nicht türkische Musik, sondern der Messias von Georg Friedrich Händel. Halleluja! Halleluja!

21.12.05

Nokia Handy

Neues Nokia-Handy erhalten. Die Anzeige ist hell und klar. Die Bedienung ist - im Gegensatz zu der früheren Marke - angenehm intuitiv, man kommt sofort drauf wie etwas zu tun ist. Und es gibt auch einen "normalen" Klingelton der sich wie ein Telefon anhört. Es gibt eine spezielle Taste, die sich ähnlich wie ein Joystick verwenden lässt - so kann sehr viel mit einem Finger erledigt werden.

Chiara Ohoven "natürlich"

Heute war Chiara Ohoven erneut auf RTL Exklusiv zu erleben. Diesmal ging es nicht um Armut. O-Ton RTL:
Für ein Foto-Shooting mit einem Lifestyle-Magazin posierte die 22-Jährige mal total natürlich.
Nun kam Chiara selbst zu Wort:
Chiara Ohoven...mir klar, möchte man gestylt sein, schönes Make-Up haben, es ist schon wichtig, aber ich meine, ich pose jetzt nicht im Abendkleid oder im Cocktailkleid, sondern ganz leger in Jeans, und in einem Pulli, ich denke, eine Natürlichkeit, ist als junge Frau einfach schon wichtig.
Ab morgen ist diese "Natürlichkeit" (Schlauchbootlippen, Knetfrisur, Make-Up vom Fass) zu bewundern in der Zeitschrift InTouch.

18.12.05

Chiara Ohoven blickt durch

Schlauchbootlippe und "Societygirl" Chiara Ohoven war heute bei RTL in der Sendung "Exklusiv Weekend" zu sehen, wie sie die Wuppertaler Tafel besuchte und für einen Tag mithalf. Chiara's Kommentar während der Lebensmittelausgabe:
Man sieht ihnen schon die Armut an, das fängt schon an dass man sieht, die Frauen haben kein Geld um sich Kosmetika zu kaufen, keine Hautcreme, kein Make-Up, kein Mascara, etc, die Haare sind überhaupt gar nicht gepflegt, dann guckt man weiter, und sieht dass sie alte Kleidung haben, dass sie sich aus Fashion überhaupt gar nichts machen, was einfach so an ihren finanziellen Mitteln liegt...
Chiara OhovenJa, Armut sieht nicht gut aus. So gar nicht cool und trendy. Und sich dazu noch die naiv-dämlichen Kommentare einer "reich geborenen" Tussi anhören müssen, die keine Ahnung hat was "Armut" (oder auch nur "Bescheidenheit") bedeutet. Wirklich schlecht sah Chiara aus, als sie danach nochmal in ihrem Lieblingscafé in Düsseldorf interviewt wurde: nach einer Tasse Kakao waren ihre Lippen noch mehr angeschwollen als üblich.

Chiara sollte sich mal die Sendung "RTL Samstag Nacht" anschauen - da gibt es jede Woche einen Sketch "Pute und Schnute - die Charityladies".

17.12.05

Merkbefreiter Kanzler Schröder

Mainhardt Graf von Nayhauß, ein "alter Hase" im politischen Journalismus, schreibt neuerdings seit März eine Kolumne für die Netzeitung ("Politik Exklusiv"), und die ist richtig interessant. So schreibt er dass der damalige Kanzler Schröder seinerzeit keine Ahnung hatte, dass die Amerikaner gefesselte und verklebte Gefangene auf Guantanamo einsperrten: die Bilder, die um die Welt gingen, hatte der "Medienkanzler" Schröder nicht einmal gesehen. Seine Reaktion war lediglich der Satz "Ich bin der festen Überzeugung, dass die Amerikaner zum Recht stehen". Ich kannte diese Aussage noch nicht. Der Grund: damals schrieb der Reporter seine Kolumne ("Berlin Vertraulich") in BILD.

16.12.05

Schäuble will Folter-Outsourcing nutzen

Innenminister Wolfgang Schäuble findet Outsourcing von Folter durchaus nutzbar, meldet der SPIEGEL:
"Wenn wir sagen würden, Informationen, bei denen wir nicht sicher sein können, dass sie unter vollkommen rechtsstaatlichen Bedingungen zu erlangen waren, nutzen wir unter keinen Umständen - das wäre völlig unverantwortlich. Wir müssen solche Informationen nutzen."

15.12.05

Als Journalist verbrannt

Regierungssprecher stehen nach einem Regierungswechsel vor dem beruflichen Nichts, berichtete ZAPP: man traut ihnen nicht mehr zu, neutral und unparteiisch zu berichten. Ich kann dies gut nachvollziehen. Wer würde schon diesem Mann trauen?

14.12.05

Brandenburger Subventionen

In Brandenburg gibt man gerne Subventionen für erfolglose Unternehmungen: der Lausitzring, die Chipfabrik, Cargolifter, der Hafen Schwedt, und nun das "Tropenparadies" auf dem Cargolifter-Gelände. Seinerzeit hatte der Malaysier Colin Au zunächst noch stolz verkündet, keine "Fördermittel" zu benötigen. Kurz darauf - vielleicht hatte er begriffen, wie grenzenlos dämlich die Brandenburger Regierung ist - änderte er seine Meinung. Nun bekommt er 15000000 Euro. (Berliner Zeitung)

13.12.05

Keine Räuberpistole

Artikel im SPIEGEL über Khaled el-Masri und die Schwierigkeiten die er zunächst hatte mit der unglaublichen Geschichte seiner Verschleppung durch die CIA.

Mitnahmementalität des Ex-Kanzlers

Als Gerhard Schröder noch Kanzler war, warf er anderen Mitnahmementalität vor. Jetzt ist er nicht mehr Kanzler, nutzt aber die Gelegenheit um Kohle zu machen (Ringier, Gasprom).

Inzwischen hat er reagiert: er hat seinen Anwalt beauftragt, juristisch gegen die Berichterstattung vorzugehen. (Interessanterweise gab es bei der Meldung im Oktober, Schröder würde für Gasprom arbeiten, "nur" Dementis seines Wahrheitsministers) Und in einem Interview behauptet er, es sei über die Höhe der Bezüge nicht gesprochen worden. Man glaubt es kaum: der Mann soll also einen Arbeitsplatz angenommen haben ohne zu wissen, wie die Bezahlung aussieht?

Diese Mitnahmementalität ist jedoch nicht nur bei Schröder zu erleben. Die Deutsche Welle nennt eine lange Liste von Leuten, die ähnlich gut ausgesorgt hatten:
  • Helmut Kohl bei Kirch
  • Jürgen Möllemann bei Kirch
  • Wolfgang Bötsch bei Kirch
  • Christian Schwartz-Schilling bei Kirch
  • Rupert Scholz bei Kirch
  • Werner Müller bei Eon / Ruhrgas
  • Martin Bangemann bei Telefónica
  • Otto Wiesheu bei der Deutschen Bahn
  • Reinhard Klimmt bei der Deutschen Bahn
  • Hartmut Meyer bei der Deutschen Bahn

Wächst die Nase von Béla Anda?

Ex-WahrheitsministerRegierungssprecher Béla Anda, der Mann der "privat" lügen darf, verkündete einst dass der Wahrheitsgehalt der Behauptung, der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder würde später für den russischen Gasprom-Konzern arbeiten, sei „gleich null“ (Tagesspiegel). Schröder soll jedoch nun Aufsichtsratschef der Gas-Pipeline-Gesellschaft NEGPC werden, die zu 51% Gasprom gehört.

Nachtrag: Gerhard Schröder behauptet, er habe das Angebot erst am Freitag erhalten.

Nachtrag 14.12.2005: Interview im SPIEGEL mit Alexej Wenediktow, Chefredakteur von "Echo Moskwy", dem Radiosender der die Zukunftspläne von Schröder schon im Oktober meldete.

10.12.05

Yum!

Teilweise kritischer Artikel in der Welt über die fast unbekannte Firma Yum! Brands, dessen Marken Kentucky Fried Chicken und Pizza Hut in aller Munde sind - seit dem Artikel auch in meinem. Mir haben die toten Hühner jedenfalls gut geschmeckt.

4.12.05

Otto Schily, stiller Mitwisser bei CIA-Kidnapping

Der ehemalige Innenminister Otto Schily war durch die USA über die "versehentliche" Entführung des deutschen Staatsbürgers Khaled Masri informiert, meldet die Washington Post (sowie FAZ und SPIEGEL in deutsch). Wunschgemäss schwieg er bis heute, während die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Es ist nicht die erste CIA-Entführung in Deutschland. Bereits 1997 und 2003 wurde über die in 1991 erfolgte Entführung von Jeffrey Martin Carney alias Jens Karney berichtet.

Nachtrag 6.12.2005: Khaled al-Masri wurde die Einreise in die USA verwehrt (SPIEGEL, Telepolis). Er wollte zu einer ACLU-Pressekonferenz, bei der es um eine Klage in eigener Sache ging.

Nachtrag 8.12.2005: Schily verkündet: "Ich bin nicht der Erfüllungsgehilfe der Staatsanwaltschaft". Die Frage ist - wer dann?

Amerikaner haben es nicht besser (IV)

Amerikaner haben nicht nur weniger Urlaub, teilweise zu wenig zu essen, eine niedrige Lebenserwartung und eine marode Infrastruktur - sie haben auch ein mieses Eisenbahnsystem, meldet die Welt am Sonntag, und spottet: denn in den Dieselzügen zu reisen, die an die Taigatrommel erinnern, ist wie eine Mischung aus Mitropa und Wildwest.

3.12.05

Nicht ohne seinen Chauffeur

Der ehemalige Karstadt-Chef Walter Deuss (Die Zeit nennt ihn den Edzard Reuter des Einzelhandels) hatte in seinem Aufhebungsvertrag lebenslang ein Büro und eine S-Klasse mit Chauffeur zugesichert bekommen. Nun weigert sich Karstadt neuerdings, auch noch die Überstunden des Chauffeurs zu bezahlen. Deshalb hat Herr Deuss seinen ehemaligen Arbeitgeber Karstadt auf 15000 € verklagt (Die Welt, C.H. Beck). Auch vier weitere ehemalige Manager beklagen sich bitterlich - der Konzern hatte ihnen die angenehmen Dienstwagen sogar ganz entzogen. Arme Manager.

Nachtrag 10.2.2006: die Manager haben den Prozess in erster Instanz gewonnen (AFP, C.H. Beck).

Welterkältungstag

Am 3.12. ist dieses Jahr zum ersten Mal Welt-Erkältungs-Tag. Jedes Jahr erkranken Milliarden von Menschen an Erkältungen, aber es fehlt immer noch an Aufklärung. Folgende Aktionen sind geplant, weitere werden noch ausgedacht, um das Bewusstsein für Erkältungen zu steigern:
  • Prominente versteigern ihre gebrauchten Papiertaschentücher für einen guten Zweck (Forschung, Aufklärungskampagnen, etc)
  • Zum Gedenken an die Opfer von Erkältungen sollte man neue oder gebrauchte Taschentücher an Anstecknadeln tragen
  • Lautes Niesen und Husten in der Gemeinschaft (U-Bahn, Restaurant, Kino) ausnahmsweise ausdrücklich erwünscht

1.12.05

Berliner Imam doch kein Hassprediger (II)

Laut Berliner Zeitung, taz und Berliner Morgenpost hat das Landgericht Potsdam entschieden, dass Imam Yakup Tasci vom ZDF nicht als "Hassprediger" bezeichnet werden darf, und ihm auch nicht Zitate bzgl. "stinkende Deutsche", die "in der Hölle landen" zugeordnet werden dürfen. Das Urteil ist ein Versäumnisurteil - der Anwalt vom ZDF kam nicht. Die Lage ist somit immer unübersichtlicher. In einem früheren Verfahren hatte das ZDF - wenn auch nur aus formalen Gründen - noch gewonnen. Laut Zeitung will das ZDF 1. Einspruch einlegen (wohl § 338 ZPO), 2. eine nicht näher erläuterte Feststellungsklage vor dem Landgericht München fortführen.

Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (II)

Die feinen Gäste der Arbeitgeber-PR-Organisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (Impressum: berolino.pr gmbh) bekamen kürzlich unwillkommenen Besuch: bei der Preisverleihung "Reformer des Jahres" bekam die INSM selbst einen Preis von der Initiative "Die Überflüssigen" überreicht, in der Kategorie "teuerste, dreisteste und dümmste Propaganda des Jahres" (Indymedia, Telepolis).

30.11.05

"Operation Capricorn" nachgespielt

Der britische Fernsehsender Channel 4 will eine Gruppe von Kandidaten in ein "Weltraumabenteuer" schicken, meldet der SPIEGEL. Die Teilnehmer leben eine Woche in einer "Raumfähre" und werden auch geschüttelt, verlassen aber nie den Boden. Weil vielleicht Zweifel aufkommen könnten, warum sich denn die Schwerkraft nicht verringert, sollen nur besonders beeinflussbare Menschen ausgewählt werden. Ausserdem soll ein Schauspieler "mitfliegen", der Zweifel verstreuen soll. Sind manche Leute wirklich so blöd, äh, beeinflussbar?

Eier legen mit Lizenzaufdruck

Afrikanische Dorfwebervögel (Ploceus cucullatus) markieren ihre Eier mit individuellen Mustern, um sie von untergeschobenen Kuckuckseiern unterscheiden zu können (wissenschaft.de).

26.11.05

Kleiner sollten sie wirklich nicht sein

Mini-Bananen

Dafür sind sie aber sehr schmackhaft!

16.11.05

Die zweigeteilte Mehrwertsteuer (IV)

Nach Kontraste und der Welt verrät nun auch dpa Details zur zweigeteilten Mehrwertsteuer:
Wer in Zuchtpferde, Münzen oder Schnittblumen investieren will, muss sich über die geplante Mehrwertsteuererhöhung keine Sorgen machen. (...) Aber zählen sie oder Süßigkeiten wirklich zur Grundversorgung und dienen am Kiosk erwerbliche Porno-Hefte der Allgemeinheit, während Babywindeln und Arzneimittel von 2007 an mit 19 Prozent besteuert werden sollen?

10.11.05

Staatlich organisierter Koalitions-Diebstahl

Wenn private Haushalte Geldsorgen haben, dann werden Ausgaben eingespart: der Kauf von Laserfarbdrucker, Flachbildschirm, Mercedes oder Haus werden verschoben bis die Finanzlage etwas besser aussieht.

Beim Staat ist es anders. Wenn das Geld nicht ausreicht, werden Luxusausgaben nicht etwas eingespart, sondern es werden Wege gesucht die Einnahmen zu erhöhen: Mehrwehrtsteuer wird erhöht, Abfindungen von Leuten (die danach meistens arbeitslos sind) werden stärker besteuert, Sparer werden geschröpft, Aktiengewinne von risikobereiten Investoren sollen besteuert werden.

Und weil die beiden grossen Parteien zusammenarbeiten, gibt es keine Stimme dagegen.

6.11.05

Amerikaner haben es nicht besser (III)

Amerikaner haben nicht nur weniger Urlaub, teilweise zu wenig zu essen und eine marode Infrastruktur, sie haben auch eine niedrige Lebenserwartung aufgrund oft fehlender Krankenversicherung, meldet die Welt am Sonntag:
Dabei gehört das amerikanische Gesundheitssystem jetzt schon zu den teuersten der Welt. Es verschlingt rund 15 Prozent des Bruttosozialprodukts und verfehlt dennoch seinen Nutzen: Die Lebenserwartung in den USA ist kürzer als im verarmten Costa Rica.

5.11.05

Donald Trump: Mehr Schein als Sein?

Das Donald Trump ein Angeber und Selbstdarsteller ist, konnte man schon oft beobachten, z.B. in seiner auch auf RTL (damals Samstag nach South Park) gezeigten show "The Apprentice". Nun gibt es ein neues Buch vom New York Times Reporter Timothy O'Brien, das Ungeheuerliches behauptet: Donald Trump sei bei weitem nicht so reich, wie er gerne behauptet. Anstatt Multi-Milliardär zu sein, sei er lediglich ein Viertel-Milliardär. (Die Welt, New York Times)

Wenn erst die US-Immobilienblase platzt, wird er noch weniger haben.

Nachtrag 25.1.2006: Donald Trump hat Timothy O'Brien auf 5 Milliarden Dollar verklagt (law.com).

3.11.05

Tischlergeselle auf Wanderschaft

Gesehen hat sie jeder mal, die Wandergesellen in ihren schwarzen Cord-Anzügen. Doch was steckt dahinter? Die Berliner Zeitung hat den Tischlergesellen Stephan Voigt interviewt, der vier Jahre auf Wanderschaft war. Und der verrät auch die Bedeutung des Outfits:
Den breitkrempigen Hut, der verhindert, dass beim Arbeiten über Kopf Sägespäne in den Kragen fallen. Die Schlaghosen, die die Schuhe von Sägemehl freihalten. Die Weste mit den acht Knöpfen, die "acht Stunden Arbeit täglich" symbolisieren, und die Jacke mit sechs Knöpfen als Symbol für "sechs Tage Arbeit pro Woche".

Whistle-Blower (II)

Nicht nur ein Zulieferer von Airbus hat Probleme mit einem redefreudigen Ex-Angestellen. Bei Boeing behaupten gleich drei Ehemalige,dass das Unternehmen unsichere Teile eingebaut habe. Guten Flug! (Mother Jones, Teil eins und Teil zwei)

Rumsfeld verdient mit Tamiflu

Nicht nur die Aktionäre von Roche freuen sich über die Tamiflu-Berichterstattung: Auch Folterfreund Donald Rumsfeld verdient mit, denn er ist Großaktionär bei der Firma Gilead Science, die mit dem Schweizer Pharmakonzern Roche das Grippemittel Tamiflu entwickelt hat (Berliner Zeitung).

Nigergate Details

Telepolis mit Details, wie das "Niger Dokument" (gefälschte "Beweise" dass Saddam Hussein versucht habe, Uranium in Niger einzukaufen): es entstand im Umfeld des italienischen Geheimdienst.

Er war schon immer dagegen

Staun! Der italienische Ministerpräsident Berlusconi verkündet: Er war ja schon immer gegen den Irak-Krieg gewesen, und er habe sogar auf G.W. Bush eingeredet, nicht in den Krieg zu ziehen (Telepolis).

Amerikaner haben es nicht besser (II)

Amerikaner haben nicht nur weniger Urlaub und eine marode Infrastruktur, sie haben teilweise trotz Arbeitsplatz nicht genug zu Essen, meldet Telepolis.

Update 19.11.2009: Es geht ihnen inzwischen noch schlechter, jeder siebte hungert manchmal. (Telepolis)

31.10.05

Ramadan Völlerei

Ob der Prophet das gewollt hatte? Der Ramadan sollte eigentlich eine Zeit der Besinnung, Meditation und Mäßigung sein. Statt dessen wird vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang fast schon "das grosse Fressen" nachgespielt, meldet Telepolis. Das Ergebnis:
In der Regel sind es schwere Suppen, wie z.B. in Marokko die "Harira", die aus Linsen, Tomatenmark, Nudeln und Fleisch zubereitet wird. Dazu gibt es Eier und extra-süßes Zucker-Honiggebäck. Nach dem Fastenbrechen um 18 Uhr gibt es später noch eine große Hauptmahlzeit, dazu einiges zwischendurch und kurz vor Sonnenaufgang noch ein üppiges Frühstück. Viele Familien sparen das ganze Jahr, um sich erlesene Köstlichkeiten im Ramadan leisten zu können.
Die Folgen:
Dieses Jahr scheint die Völlerei im Vergleich zu den Jahren davor, noch größere Ausmaße angenommen zu haben. Überfüllte Arztpraxen und Nothilfe-Abteilungen der Krankenhäuser gab es ansonsten erst gegen und nach dem Ende des Ramadans. Nun sind sie schon während des Fastenmonats voll, berichtet ein Arzt aus Tanger, der seinen Namen nicht genannt haben will. "Ich würde sagen, dass wir etwa 20 Prozent mehr Patienten haben, als im letzten Jahr", erklärt der Allgemeinmediziner. Verdauungsprobleme sind der Hauptgrund für einen Arztbesuch.

Beschwerde wegen rassistischer Maggi-Werbung

Folgende Beschwerde hatte ich an den Deutschen Werberat geschickt:

Ich möchte mich beschweren wegen der TV Werbung (Zeichentrick) "3 Chinesen mit der Maggi Tass'". Die Werbung zeigt drei Zeichentrick-"Chinesen" in Gelb, sogar deren Häuser sind gelb, mit hervorstehenden Zähnen und mit L-Sprachfehler. (Siehe hier)

Ich finde, hier wird Werbung mit billigen rassistischen Vorurteilen / Stereotypen gemacht. Dabei ist es durchaus möglich, Werbung für solche Produkte zu machen, ohne diese Stereotypen zu benutzen.

Heute kam die Antwort - der Deutsche Werberat teilt meine Kritik nicht.

27.10.05

WM-Rasen

DW über die Besonderheiten vom Rasen für die Fussball-Weltmeisterschaft.

Folterausnahme für die CIA erbeten

Ein vom Senator und Folteropfer John McCain eingebrachten Gesetzentwurf für ein generelles Folterverbot passt George W. Bush bekanntlich nicht. Deshalb hat er Vize-Präsident Dick Cheney vorgeschickt bei um eine Ausnahme für die CIA zu erreichen - ohne Erfolg. (Beck-Ticker, Telepolis, Washington Post)

"Feta" ist nur Griechisch

Urteilsbegründungen sind ja oft langweilig. Diese zum Thema "Feta" jedoch nicht:
Die extensive Beweidung und die Wandertierhaltung, die die Schlüsselelemente für die Haltung der Schafe und Ziegen bildeten, die das Ausgangserzeugnis für die Herstellung des Feta-Käses lieferten, gingen auf eine jahrhundertealte Tradition zurück. Diese ermögliche es, sich den Klimaschwankungen und ihren Auswirkungen auf die vorhandene Pflanzendecke anzupassen. Dies habe zur Entwicklung kleiner einheimischer Schaf- und Ziegenrassen geführt, die sehr genügsam und resistent seien und in einer Umgebung überleben könnten, in der Futter nur in begrenzten Mengen zur Verfügung stehe. Gerade dieses Futter gebe aber dem Enderzeugnis aufgrund der besonderen, äußerst diversen Flora einen besonderen Geschmack und Geruch. Das genannte Zusammenwirken zwischen den besonderen natürlichen und den besonderen menschlichen Faktoren, zu denen auch die traditionelle Herstellungsmethode, die ein druckfreies Entwässerungsverfahren umfassen müsse, gehöre, habe dem Feta-Käse einen hervorragenden internationalen Ruf verliehen.
Und deshalb hat der Europäische Gerichtshof bestätigt, dass "Feta" eine geschützte Ursprungsbezeichnung für Griechenland ist.

25.10.05

Gewährleistungsauschluss

Die Verbraucherzentrale NRW hat vier magische Worte für private ebay-Verkäufer: "Unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung". Mehr braucht es nicht. Insbesondere kein Gefasel über EU-Recht.

Mac Mini lookalike (II)

Die PC-Welt bringt mehr Details über den im Juni erwähnten Mac Mini lookalike von AOpen. Im Grunde handelt es sich um einen Desktop mit strom- und platzsparender Notebook-Technologie (Pentium M, 2,5-Zoll-Festplatte, Slimline-DVD-Laufwerk, externes Netzteil).

Schlechte Wohnung

Die Berliner Zeitung (und viel später dpa) berichten, warum Angela Merkel nicht Schröders Dienst-Wohnung übernehmen will:
Hinzu kommt, dass die Wohnung erbärmlich schlecht geschnitten ist: Ein kleines, dreieckiges Schlafzimmer auf der einen Seite des Gebäudes, daneben Ankleideräume. Um zu Bad und zur Küche zu kommen, muss der Mieter zwei riesige Repräsentationssäle durchqueren.
Angela Merkel behält daher lieber ihre Wohnung in der Museumsinsel.

24.10.05

Flatliner am Telefon

Gefunden in FINANZTEST 11/2005:

21.10.05

Pfui Schreibtisch!

Dreckige Schreibtische haben jetzt eine eigene Webseite aufgrund einer Glosse von Carsten Scheibe.

20.10.05

Volksvermögen verschrottet

Wenn die Deutsche Bahn AG ihre (vor Jahren mit meinen Steuergeldern gekauften) Lokomotiven oder Waggons nicht mehr braucht, dann werden sie nicht verkauft, sondern verschrottet - damit sie nicht von der Konkurrenz gekauft werden können (ARD Magazin Kontraste).

19.10.05

Subway Test

System-Gastronomie finde ich normalerweise gut, da man ein einheitliches, optimiertes Produkt in den Magen bekommt, und der Zufall eigentlich keine Rolle spielt. Bei USA-Reisen habe ich Schlotzsky's schätzen gelernt, und inzwischen gibt es auch in Berlin eine Filiale, die ich gelegentlich besuche.

Subway kannte ich bisher nur gerüchteweise. Heute morgen hatte ich in der westlichen Innenstadt zu tun, und sah eine Filiale, und beschloss mir dort ein Früstück zu holen um den Laden zu testen. Auf einem Plakat stand "Unser Bestes" mit einem belegten Sandwich (Chicken Teriyaki), und dafür habe ich mich entschieden, da ich keine Lust hatte erst lange zu überlegen.

Das Konzept von Subway ist, dass das Sandwich vor den Augen des Kundens belegt wird, wobei dieser auch noch sagen kann, falls er irgendwelche Zutaten nicht möchte, und zwischen 6 verschiedenen Brotsorten wählen kann.

Das Ergebnis war allerdings unerfreulich. Die Sosse (leider selbst gewählt) und die Gurkenscheiben waren unangenehm süss, und das Endprodukt letztendlich so nass, so dass die Finger und später die ganze Hand abgewischt werden mussten.

Wenn "Unser Bestes" so ist, dann macht es keinen Sinn, den Rest der Speisekarte auszuprobieren.

Dann bestellte ich noch einen Latte Macchiato. Der schmeckte leider nach Kaffeesatz.

18.10.05

Zählung

In der Hitparade werde ich wohl nicht sein, aber es gibt jetzt einen Zähler.

Druck-Überwachung

Die meisten Farblaserdrucker bringen fast unsichtbare Markierungen aufs Papier mit Datum, Zeit und Seriennummer - ohne dass der Besitzer um Erlaubnis gefragt wird. Die EFF hat den Code bei einem Drucker entschlüsselt.

17.10.05

Zeitungswiderstand

Das kommt davon, wenn ein dubioser Investor eine Zeitung kauft: die "gekauften" wehren sich öffentlich:

15.10.05

USA-Wein entsteht anders

Die Welt über die Methoden, mit denen Wein in den USA hergestellt wird:
Deshalb nutzen kalifornische Winzer etwa das in der EU umstrittene Verfahren "Spining cone column". Dabei wird der Wein in einem Vakuum in Alkohol, Wasser und die einzelnen Aromen aufgespalten. Die Aromen können in der Menge verändert werden. Gängig ist auch, bis zu sieben Prozent Wasser nachträglich zuzusetzen oder während der Gärung Holzspäne in den Wein zu rühren. So bekommt er ein Aroma, als sei er im Eichenfaß gereift.

Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

PlusMinus und Monitor über die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft", eine Lobby-Organisation der Arbeitgeberverbände der es immer wieder gelingt, ihre Slogans und "Nachrichten" (z.B. diese) geschickt unterzubringen.

Nachtrag: ZAPP berichtet mit weiteren Details (Karikatur-Wettbewerb, platzierte Zeitungsartikel, gekaufte Dialoge in "Marienhof", etc)

14.10.05

Präventivgeläster

Sabine Rennefanz von der Berliner Zeitung begrüsst ihren zukünftigen Arbeitgeber David Montgomery mit dem Artikel Mann mit schlechtem Ruf.

12.10.05

Die zweigeteilte Mehrwertsteuer (III)

Nachdem die Welt und Kontraste über die zweigeteilte Mehrwertsteuer berichtet haben, setzt PlusMinus noch einen drauf: sie versuchten bei McDonalds den mehrwertsteuerreduzierten Burger zum Mitnehmen billiger zu bekommen. Schlau, aber erfolglos. Ausserdem wird verraten, dass auch Kunst mit nur 7% besteuert wird.

6.10.05

Bush möchte weiter foltern

Einerseits behauptet Bush, es würde nicht gefoltert. Andererseits droht er mit Veto gegen ein Gesetz, das "grausame, unmenschliche oder demütigende Behandlung" von Gefangegen verbieten will. Aber nur, weil das Gesetz "überflüssig" und "doppelt" sei - und Bush in seiner "Flexibilität in seinem Kampf gegen den Terrorismus eingeschränken" würde. Das Gesetz wurde von Senator John McCain eingereicht, der in Vietnam selbst gefoltert wurde. (SPIEGEL, CNN)

Whistle-Blower

Interessante Reportage von PlusMinus: Joseph Mangan, ein ehemaliger Ingenieur der Österreichischen Firma TTTech darf sich laut Gericht nicht einmal an die Aufsichtsbehörde EASA wenden, um angebliche Mängel an einem für den Airbus A380 produzierten Chip zu melden.

30.9.05

Weichspülkatz

Letzte Nacht wurde ich durch ein intensives Kratzen an der Tür geweckt. Ich dachte eine der Katzen will rein. Nach Öffnen der Tür fand sich keine Katze. Es stellte sich heraus, dass das Kratzen aus dem Schrank kam: Kater #2 war seit dem späten Abend eingeschlossen, und hatte es sich gemütlich gemacht. Nun riecht Kater #2 seit einigen Stunden nach Weichspüler.

28.9.05

Hartz IV Software Flop, 3.0

Das Manager-Magazin bringt noch mehr Spott zur Hartz IV Software.

Prost!

George W. Bush trinkt angeblich wieder.

26.9.05

Tödliche Begegnung

An einem Bahnsteig der Berliner U-Bahn stand heute der Tod. Oder besser gesagt, eine als "Tod" kostümierte Person. Schwarzer Umhang, voll-schwarze Maske. In der Hand hielt der "Tod" ein Schild:

DAS LEBEN GEHT WEITER - CDU

24.9.05

Verdächtiges Verhalten

Reisen nach London sollte man wohl besser meiden - zumindest wenn man mit einem Rucksack unterwegs ist. David Levy, ein Franzose, beschreibt im Guardian wie er wegen "suspicious behaviour" verhaftet wurde, seine Wohnung durchsucht wurde, und er erst nach sieben Stunden wieder freigelassen wurde. Aber immer noch besser als ein paar Kopfschüsse.

23.9.05

Suboptimaler Arroganz-Kanzler

Wer letzten Sonntag besseres zu tun hatte als Schröder's arroganten TV Ausbruch zu verfolgen, kann ihn nun nachlesen beim STERN und beim Spindoktor. Inzwischen bedauert Gerhard Schröder sein Verhalten, und nennt es "suboptimal". Schade nur, dass seine Selbstkritik nur auf diesen einzelnen Auftritt bezogen war, und nicht auf seine Regierungzeit - die war nämlich ebenfalls "suboptimal".

20.9.05

Nachträglich vorläufig

Das Finanzamt hat aufgrund meines abgeschriebenen Einspruchs nach über zwei Monaten meinen Steuerbescheid nachträglich als "vorläufig" gesetzt.

15.9.05

Geschwätz von Gestern

PlusMinus präsentiert in einem Quiz das Gerede der Politiker, "heute so, morgen so"

Amerikaner haben es nicht besser

Amerikaner arbeiten nicht nur wöchentlich mehr als Deutsche und haben eine marode Infrastuktur, sie machen auch weniger Urlaub, meldet das Manager-Magazin:
Knapp neun Tage Urlaub bekommen US-Angestellte im Schnitt nach einem Jahr im Job, maximal 16 sind es zehn Jahre später.

14.9.05

Abenteuer Kühlung der Grafikkarte

Mein aktueller PC hat eine ATI X600 PCIe Grafikkarte - leider mit Lüfter. Dieser Lüfter fing in den letzten Tagen an zu rumpeln. Ein Austausch scheint es nicht zu geben. Mein Plan war daher, eine ATI X300 PCIe Karte für 50€ zu kaufen, die wird passiv gekühlt. Als auf zu Conrad Electronic. Die hatten die Karte nicht im Laden. Daher wich ich aus zu Plan B: für 20€ ein Thermaltake Fanless VGA Heatpipe Cooling Bausatz gekauft. Anstelle eines Lüfters gibt es zwei enorme Alu-Kühlkörper, durch zwei Kupferstäbe ("heatpipe") verbunden.

21:00 Uhr: Es gibt eine Kurzbeschreibung in Deutsch, und eine ausführliche Beschreibung in englisch. Die Anleitung ist gut verständlich - leider funktioniert sie nicht hundertprozentig, wie sich bald zeigen wird.

Der laute Lüfter wird von der Karte entfernt, die alte Wärmeleitpaste vorsichtig entfernt. Nun geht's zur Sache. Neue Wärmeleitpaste wird aufgetragen...

Erstes Hindernis:
Zur Befestigung eines Elements auf die GPU muß die Karte umgedreht werden, wodurch das Element inkl. zwei Schrauben wieder herausfallen würde. Abhilfe: alles erstmal temporär mit Klebeband befestigen. Klappt.

Zweites Hindernis:
Aufgrund falscher Abstandsberechnungen berührt eines der Teile nicht die Rückseite der Karte, obwohl die Anleitung dies ausdrücklich fordert. Ich helfe mir mit zwei gefalteten Stückchen Papier. Klappt.

22:00 Uhr: Jetzt heisst es die beiden riesigen Alu-Kühlkörper montieren - vorher ist wieder viel dünn aufgetragene Wärmeleitpaste notwendig. Außerdem müssen 8 sehr kleine Schrauben zwischen den Kühlrippen montiert werden. Erstaunlicherweise fallen die Schrauben genau richtig in die Löcher. Beim zweiten Kühlkörper muss die Heatpipe nochmal verbogen werden um Paste aufzutragen - klappt, das Kupfer ist flexibel.

22:30 Uhr: Die Karte ist nun fertig. Dummerweise reicht der Platz nicht. Die "fertige" Karte nimmt den Platz von 2,1 Karten, weil der untere Kühlkörper zu dick ist. Also muß die TV-Karte ein Platz tiefer installiert werden, sie wäre sonst zu nahe - es sind somit nun zwei Plätze unter der Grafik-Karte frei. Nach einigem Fummeln klappt auch dieser Umbau.

Nach einem Neustart, und Re-Installation der Treiber der TV-Karte funktioniert alles. Es ist 23:00, gerade rechzeitig für ZAPP, das ich schaue während ich diese Zeilen schreibe. Die Kühlkörper werden warm, also war der Einbau korrekt.

Fazit: Wer es sich leisten kann, sollte lieber eine passive Karte "ab Werk" kaufen. Der Bausatz von Thermaltake ist nicht völlig durchdacht, und mühsam zusammenzubauen, und das Ergebnis ist zu groß.

Geständnis im "Ehrenmord" Prozess

Heute began der Prozess um den "Ehrenmord" an Hatun Sürücü. Wie in ähnlichen Fällen üblich, gestand der Jüngste der drei Angeklagten die Tat (und hofft wohl auf eine Jugendstrafe). Er habe alles ganz alleine begangen und bereut natürlich ganz, ganz doll. (AFP, SPIEGEL, dpa, sowie Berliner Zeitung mit sehr vielen Details)

13.9.05

Anonyme Klingelschilder

Anonyme Klingelschilder mit Initialen oder Nummern werden immer beliebter, schreibt die Berliner Zeitung.

12.9.05

US Immobilienblase wächst und wächst

Die amerikanische Immobilienblase ("New Housing Economy") nimmt Züge an, die an die Internet-Aktienblase des letzten Jahrhunderts erinnert, schreibt die WELT:
Die Menschen müßten sich künftig keine Sorgen mehr vor Arbeitslosigkeit machen, tönt etwa Alan Nevin, Chefökonom der California Building Industry Association (Verband der kalifornischen Bauindustrie): "Sollte es einmal einen Engpaß geben, können Familien einfach höhere Hypothekendarlehen auf ihr Haus aufnehmen."

PRO7 mit innovativem Werbeblock

PRO7 hat sich etwas Neues für den Werbeblock ausgedacht, um die nachfolgende Sendung anzukündigen. Am Sonntag, während des Films "Supersüss und supersexy" mit Cameron Diaz, begann jede Werbeunterrechung mit einem nahtlos angefügten Kommentar von Herrn Stromberg aus der gleichnamigen Serie, in der er einen peinlichen Kommentar in seiner typischen Art abgab.

Die neue "Stromberg" Staffel fängt gut an - der inkompetente Fiesling Bernd Stromberg ist jetzt nur noch stellvertretender Chef, und hat jetzt einen Jüngeren über sich.

Das Abstruseste ist aber dass die Sendung von der ARAG Versicherung gesponsort wird. Will die ARAG andeuten, dass es in ihrer Schadensabteilung ähnliche Fieslinge gibt wie in der "Capitol Versicherung" aus der Serie?

Die Serie basiert auf der BBC-Serie The Office. Die kann man sich bei ebay UK auf DVD bestellen; das habe ich inzwischen getan.

Cargo-Kalle, reloaded

Nach der Welt lästert berichtet nun auch der Stern über den comeback-Versuch vom gescheiterten Cargolifter Gründer Carl von Gablenz.

10.9.05

Warum Gerhard Schröder weg muss (und Angela Merkel auch nicht viel besser ist)

Eine nicht vollständige Liste, warum Schröder weg muss. Leider erinnern sich die meisten Leute nur einige Monate zurück, ich habe dagegen versucht über beide Legislaturperioden zu schauen.

Was haben Gerhard Schröder bzw. seine Bundesregierung negatives geleistet?

Positives:

  • Grundsicherungsgesetz verhindert Altersarmut
  • Zusammenlegung von Arbeitslosengeld und Sozialhilfe - leider nur in der Theorie, da die Vermittlung nicht klappt

Was hat Schröder nicht getan, was er hätte tun müssen:

  • Deutschland Mut machen, den privaten Konsum anstacheln - der private Konsum ist erst dieses Jahr wieder angesprungen, weil viele ein Ende von Schröder sehen
  • Bildung für alle aufrufen, damit wir in 10-20 Jahren wieder "top" sind
  • Subventionen abbauen
  • Steuern vereinfachen
  • Föderalismusreform - die Ausrede "Das ist Ländersache" muß ein Ende haben!

Was bringt Angela Merkel Gutes:

  • Sie ist Physikerin und nicht Politologin
  • Schröder kann sich mehr um seine Tochter kümmern
  • Paul Kirchhof's Konzept der Steuervereinfachung

Welche Nachteile gibt es durch Angela Merkel:

  • Sie hat ihre Körpersäfte nicht im Griff
  • Sie ist "Kohl's Mädchen", und hat das Charisma von einem Mitropa-Speisewagen
  • Sie wird Öko-Steuer nicht abschaffen
  • Sie wird vermutlich Mehrwertsteuer anheben, gefährdet dadurch den privaten Konsum
  • Sie wird vermutlich Studiengebühren und Eliteuniversitäten einführen, d.h. Deutschland verblödet weiter, immer weniger Leute haben genug Bildung um Deutschland international stark zu machen
  • Margaret Thatcher als Vorbild (siehe Report Mainz 6.6.2005)
  • Ronald Reagan als Vorbild
  • Sie will Gentechnik-Gesetz aufweichen
  • Sie will Bundeswehr im Inland für Polizeiaufgaben einsetzen - Nervöse Wehrdienstleistende werden auf Bürger ballern
  • Paul Kirchhof's Konzept der Steuervereinfachung wird garantiert nicht einmal im Ansatz realisiert werden

Fiat Ducato Test

Für 18 Euro habe ich mir bei IKEA einen Fiat Ducato für 1 Stunde gemietet (Lieferung der Ware hätte 29 Euro gekostet). Von allen Kleintransportern die ich in meinem Leben gemietet habe (bisher Mercedes, VW, Opel, Ford), ist dieser am gefährlichsten: zwischen Kupplung und Bremse ist eine Stange. Wenn man bremsen will, ist die Gefahr gegeben, dass ein Teil der Kraft gegen diese Stange geht und nicht auf die Bremse. Zum Glück war der Verkehr sehr übersichtlich und keine Notbremsung erforderlich.

Weitere "kleine" Ärgernisse:
  • beim Tanken muss der Deckel extra aufgeschlossen werden
  • die Gangschaltung ist vorne statt in der Mitte, Gänge sind unklar zu finden. Immerhin habe ich auf diese Weise begriffen, dass ich zunächst problemlos im dritten Gang angefahren war
  • Deutliche Rückenschmerzen schon nach 10 Minuten sitzen. Diese traten beim Aufstehen nach nur 10 Minuten Fahrt auf und gingen danach nicht mehr weg.

9.9.05

Powell bedauert PowerPoint Auftritt

Colin Powell bedauert seinen UN-Auftritt. Damals, in 2003, hatte er PowerPoint-Folien vorgeführt mit verschwommenen Bildern, welche "Massenvernichtungswaffen" seien. Waren sie aber nicht.

8.9.05

Eso-Nina gegen Öko-Jutta bei Schwafel-Sandra

Nina Hagen ist etwas empfindlich, wenn es um ihre esoterische Aktivitäten geht. Als sie von Jutta Ditfurth in der Talk-Show "Menschen bei Maischberger" angesprochen wurde, gab's Zoff:
Nina Hagen: "Mit Merkel will der Staat Krieg machen, ohne Merkel nicht."
Jutta Ditfurth (fragend): "In Jugoslawien 1999 war Merkel? Das wusste ich gar nicht!"
Nina Hagen (ungläubig): "Wie? Wir sind in den Krieg gezogen – meine Soldaten?"
Jutta Ditfurth (hämisch): "Da warst du wohl in Ashram ..."
Nina Hagen (enttäuscht): "Das find' ich gemein, Jutta. Ich find' das total daneben, was du jetzt sagst."
Jutta Ditfurth (ironisch): "Du schreibst immer wunderschöne Dinge über Gurus. Ich halte dich für esoterisch ein bisschen durchgeknallt."
Nina Hagen (angriffslustig): "Du kennst mich doch überhaupt nicht! Wie kannst du dich über mich äußern? Über meine Religion und Philosophie?
Das ist ein Armutszeugnis! Ich finde es furchtbar, was diese dicke Frau da mit mir macht!"
Nina Hagen (noch empörter): "Mich anzugreifen, weil ich einen Film über einen Lehrer in Indien gemacht habe!"
Jutta Ditfurth: "Du hast auch schon Ufos und Außerirdische gesehen!"
Nina Hagen: "Jutta Ditfurth ist eine blöde, blöde Kuh. Mit dir werde ich nie wieder reden!"
Wiederholung Samstag Abend auf 3sat um 23:10.

7.9.05

Harry Potter und die Datensicherheit

Sicherheitsexperten haben darauf hingewiesen, dass es mit der "Datensicherheit" (genauer: Sicherheit gegen "böse" Zauber) bei Harry Potter nicht sehr gut aussieht. Die Parallelen zur IT-Welt sind beeindruckend. (PC-Welt.de, Rite Wing TechnoPagan)

flat tax interview

Die Berliner Zeitung bringt ein Interview mit Estlands Finanzminister Aivar Söerd über die flat tax in seinem Land.

6.9.05

Reagan als Merkel-Vorbild

Angela Merkel hat in der TV-Debatte bei Ronald Reagan abgekupfert.

CDU gegen Verbraucherschutz

Die CDU liess ein Gesetz scheitern, das u.a. eine Tarifansage zur Pflicht gemacht hätte.

3.9.05

Hartz IV Software Flop, 2.0

Nach der Software-Pleite des Jahrhunderts erwägen die Verantwortlichen von der Bundesagentur für Arbeit, die Software für das Arbeitslosengeld II vollständig neu entwickeln zu lassen, meldet der SPIEGEL. Die Software sei "nicht mehr wartungs- und entwicklungsfähig".

2.9.05

Geld wurde woanders gebraucht

Salon.com über Kürzungen beim Katastrophenschutz in New Orleans - das Geld wurde für den Irak-Krieg gebraucht:
  • No One Can Say they Didn't See it Coming: In 2001, FEMA warned that a hurricane striking New Orleans was one of the three most likely disasters in the U.S. But the Bush administration cut New Orleans flood control funding by 44 percent to pay for the Iraq war.
  • Anatomy of an unnatural disaster: With FEMA gutted for Homeland Security and flood projects delayed for lack of funding, the New Orleans nightmare should surprise no one

Schwitzfigur zum Kleben

Der Merkel-Ferkel-Aufkleber

1.9.05

Marode Infrastruktur

Die Berliner Zeitung berichtet über die marode Infrastruktur der USA:

Gemeint war damit die ungenügende Pflege der Dämme, die New Orleans vor den umliegenden Wassermassen schützen sollten, und das gewaltige, aber altertümliche Pumpensystem, das gerade dann ausfiel, als es am nötigsten gebraucht wurde. Das aber konnte niemanden überraschen, denn die Pumpen können nur arbeiten, wenn sie selber nicht überschwemmt werden. Da die meisten aber an den tiefsten Punkten von New Orleans stehen, wurden sie als erstes ein Opfer der in die Straßen stürzenden Wassermassen. Hinzu kam der Totalausfall der Stromversorgung.

Erst jüngst konnte die Welt verfolgen, in welch lamentablem Zustand sich die vor bald 20 Jahren in Dienst gestellte Raumfährenflotte der USA befindet. Die Präsidentenwahl 2000 deckte die Unfähigkeit der Amerikaner auf, die mit absonderlichen Maschinen abgegebenen Wählerstimmen korrekt zu erfassen. Zugfahrten sind in den USA bis auf wenige, besonders geförderte Strecken ein gefährliches Abenteuer. Das Telefonsystem ist Jahre hinter den europäischen und japanischen Standards zurück.

Man könnte noch weitere Beispiele hinzufügen: die USA kennen immer noch keine Überweisungen von Konto zu Konto (daher auch der Begriff "paycheck"), Strom fällt öfter aus, Diesel-Kraftstoff gibt es nur an wenigen Stellen und in minderwertiger Qualität, GSM-Handynetze und DSL gibt es kaum, "Häuser" sind meistens genagelte Bretterbuden, die beim ersten "Sturm" auseinanderfallen, und krankenversichert ist man über den Arbeitgeber, also nur solange ein Arbeitsplatz vorhanden ist.

Nachtrag:

  • Telepolis über die amerikanischen Bretterbuden
  • Verivox über fehlende Raffinerien

Teurer Saft

Zum Weinen: Entwicklung der Benzinpreise seit 1950

31.8.05

Merck-David

Artikel aus dem Texas Lawyer über den Rechtsanwalt Mark Lanier, der mit einer kleinen Firma gegen 4 grosse Anwaltsfirmen ein $253 Millionen-Urteil erkämpfte.

Teurer Krieg

Der Krieg im Irak kostet schon mehr als der Krieg in Vietnam, meldet der SPIEGEL.

30.8.05

Erdgasklau

Auch Erdgas lässt sich stehlen. Leider nicht sehr unauffällig.

27.8.05

Krankheitsverschleppung durch Praxisgebühr

Laut der Nationalen Armutskonferenz verzichten einkommensschwache Menschen nach der Einführung der Praxisgebühr auf fast jeden fünften Arztbesuch, meldet der STERN. Die Folge:

Die Zahl der Konsultationen ist bei Personen mit einem Einkommen unter 1000 Euro um 19 Prozent zurückgegangen, bei Bürgern mit einem Einkommen über 3000 Euro aber nur um acht Prozent, sagte der Gesundheitsspezialist der Konferenz, Gerhard Trabert. Folge unbehandelter Erkrankungen ist etwa ein vermehrte Zahl von Lungenentzündungen und eine steigende Tuberkuloserate.

Gesundheitsministerin Schmidt ist dies vermutlich egal, da sie damit angeben kann, dass (zunächst) die Ausgaben der Krankenkassen gesunken sind. Später wird's teurer - nämlich wenn die Leute so richtig krank werden.

26.8.05

Gefährlicher Metronom

Ein aktiver Metronom löste ein Bombenalarm aus, meldet die Berliner Morgenpost. Sprengstoffexperten des LKA gelang es, die Höllenmaschine mit einem Handgriff unschädlich zu machen.

24.8.05

Heuschreckeninterview

Interview in der Welt mit dem Chef der Firma Grohe, für den 20% Umsatzrendite noch nicht genug sind.

20.8.05

Weniger Klingeltonwerbung

Musiksender schränken Klingeltonwerbung ein, meldet der SPIEGEL. Das grösste Ärgernis dieses Jahrzehnts dürfte damit bald zu Ende sein.

Wahrsager

Artikel in der Welt - Raffinierte Trickser: Wahrsager nutzen die Eigenheiten der menschlichen Psyche geschickt aus.

19.8.05

FedEx Möbel

Jose Avila ist zwar Software-Entwickler, aber arm. Deshalb bastelte er sich seine Möbel aus gebrauchten FedEx Kartons. FedEx mag das nicht.

Vertraulich foltern

Rumsfeld und seine Kumpane versuchen mit bizarren Argumenten, weitere Folter-Bilder geheim zu halten, meldet Telepolis.

Unsichtbarer Aufschwung

Der Economist meint, dass es Deutschlands Wirtschaft besser geht, meldet die Welt.

16.8.05

Amerikaner zu anständig für Beate Uhse

Der Erotikhändler Beate Uhse zieht sich nach Verlusten aus dem US-Einzelhandelsgeschäft zurück, meldet die Welt. Die Begründung:
Der Konzern schaffe es derzeit nicht, in Zeitschriften Anzeigen zu schalten und Werbung zu machen. Deshalb gingen die Verkäufe zurück. "Was unter Bill Clinton ging, geht unter George Bush noch lange nicht", sagte Lindemann und führte die Rückbesinnung der Amerikaner auf konservative Werte als einen Grund für den Umsatzrückgang an.

13.8.05

Kanonenfutter wird knapp (2): Her mit den Leichentransportern!

Das Budget für "Überführung und Bestattung verstorbener Soldatinnen und Soldaten" wird nächstes Jahr um 35% erhöht, meldet der SPIEGEL.

Risiko Zwischenlandung

Details zu einem Zivilprozess von dem Kanadier Maher Arar, der in den USA bei einer Zwischenlandung festgenommen und nach Syrien verschleppt wurde, wo man ihn folterte. Eine Anwältin der U.S. Regierung erläutert, dass Reisende fast keine Rechte haben. (Telepolis, CBC News)

Geheime Geheimdienst-Erkenntnisse

Die geheime Anti-Terror-Einheit "Able Danger" des Pentagon hatte schon in 2000 ein Auge von Mohammed Atta und seine Komplizen. Wegen "Kompetenzgerangels" blieben deren Erkenntnisse allerdings ebenfalls geheim. (Berliner Zeitung, taz, Washington Post, New York Times)

12.8.05

Neuköllner Rektor gedankt

Der Rektor einer Neuköllner Schule, der im Februar öffentlich darauf aufmerksam gemacht hatte, dass einige Schüler den "Ehrenmord" an Hatun Sürü begrüsst hatten, bekam nun angenehme Post vom Bundespräsidenten. (SPIEGEL, Berliner Morgenpost)

11.8.05

Heimvorteil

In New York wurden jahrelang Heimkinder als Versuchskaninchen verwendet.

Tu felix Bavaria!

In Bayern ist fast alles besser, meldet der SPIEGEL.

Das gestreifte Landei

Die zukünftige Kanzlerin Angela Merkel schafft es, in einer BamS "home story" lächerlich zu erscheinen.

10.8.05

Hartz IV Software Flop

PlusMinus über die Software-Pleite des Jahrhunderts.

Bürokratiewachstum

Die Welt meldet dass die Bürokratie in den letzten Jahren gut vorangeschritten ist:
55 Gesetze und 233 Rechtsverordnungen habe die Koalition in den Jahren 2003 und 2004 abgeschafft. In der gleichen Zeit seien jedoch 280 neue Gesetze und 903 Rechtsverordnungen verkündet worden. Zudem entstanden neue Behörden, wie die Bundesanstalt für Immobilienaufbau, mit insgesamt 14 000 Mitarbeitern.
Merkwürdigerweise findet sich diese Bundesanstalt für Immobilienaufbau nicht einmal bei Google. Ich habe bei der "Welt" nachgefragt.

9.8.05

Einheitsbrei im Radio

Die Berliner Zeitung erläutert: Wie kommt es eigentlich, dass in allen Radioprogrammen die selben Musiktitel laufen?
Weil die durchschnittliche Verweildauer bei einem Sender lediglich 20 Minuten beträgt, muss in dieser Zeit jedes Genre durchgenudelt werden, mit dem die Radiostation auf Hörerfang geht. Zwei Balladen hintereinander? Zu viele Sängerinnen in zu kurzer Zeit? Mensch und Computer wissen das zu verhindern. Der Begriff "Formatradio" kommt eben nicht daher, dass der Sender Format hat, sondern von dem Wort "formatieren".

Mini-Rezension: The Machinist

Ein Typ kann seit einem Jahr nicht schlafen. Es geschehen nach und nach unheimliche Dinge in seinem Leben.

Bis auf die Auflösung hat mir der Film gut gefallen, weil die Bilder selbst so unheimlich sind. Wer sich über die Filme "Angel Heart" oder "Fight Club" geärgert hat, sollte sich diesen Film nicht anschauen, oder nur die Auflösung lesen.

Hassprediger mit zwei Stimmen

Report Mainz über den Hassprediger Said Khobaib Sadat, der zum Frieden aufruft - wenn die Kamera zu sehen ist. Ohne Kamera kamen andere Worte:

Wir müssen unseren Glauben gegen die Ungläubigen verteidigen, auch wenn wir dafür als Märtyrer sterben. Fürchtet den Tod nicht meine Brüder.

Heute müssen wir den Islam alle gemeinsam gegen feindliche Kräfte verteidigen – mit allen Mitteln, sogar mit dem Tod.

8.8.05

Deutsche Biergarten-Dirndl müssen nicht anständiger werden

Im Gegensatz zu dem US-Bundesstaat Alabama, dem US-Fernsehen, Cheerleader in Texas, Lastwagenfahrer in Texas, Kinder in US-Kindergärten, Daimler-Chrysler-Mitarbeitern in Indiana, US-Urinproben, PC-Tastaturen und Paris Hilton müssen Bedienungen in deutschen Biergärten nicht anständiger werden, sondern dürfen im Sommer auch weiterhin Kleidung mit viel Dekolleté tragen. (Lechz!) Verkündet von der deutschen Regionalvertretung der EU-Kommission und gemeldet von der beck-aktuell-Redaktion.

6.8.05

Mini-Rezension: Birth

Heute die DVD Birth ausgeliehen. Ein 10-Jähriger Junge behauptet die Reinkarnation des Ehemannes einer Witwe (gespielt durch Nicole Kidman) zu sein. Der Film ist eher langweilig, und wer das Ende wissen will schaut auf Moviepooper.com.

Auf der DVD ist nur ein undeutliches Foto von Nicole Kidman. Der Grund ist wohl, dass sie mit einer schlecht sitzenden Kurzhaar-Perrücke auftritt, und deshalb völlig unscheinbar aussieht.

5.8.05

Teure Kündigungswelle

Die Sächsische Zeitung über eine teure Kündigungswelle bei der Sparkasse Riesa-Großenhain:
Gerichtsverfahren gegen die eigenen Angestellten haben der Kreissparkasse Riesa-Großenhain Ausgaben von rund einer Million Euro beschert. (...) Ein Großteil der Mitarbeiter klagte gegen den Rauswurf. Mit Erfolg. Von mindestens 172 Klagen verlor die Sparkasse bisher 160 Verfahren.

Ärzte-Kinder

Heute gingen viele Berliner Ärzte auf die Strasse für bessere Arbeitsbedingungen. Einige hatten ihre Kinder dabei, und die trugen T-Shirts mit der Aufschrift
MEIN PAPA ARBEITET IMMER

Namensvorschlag

Axel Springer AG übernimmt die ProSiebenSat.1 Media AG. Namensvorschläge:
  • BildWeltPro7Sat1Kabel1N24 AG
  • BILD AG
  • EinheitsMedia AG
  • MonoMedia AG
  • MegaMedia AG
  • AxelMedia AG
  • Friede Springer AG

Versprechen, Versprechen

Die Union verspricht natürlich, Bürokratie abzubauen.

4.8.05

"Die 12 Geschworenen", Version 2.0

law.com berichtet über ein Strafverfahren im Staat New York. Frederick Douglas Credle stand vor Gericht wegen Ladendiebstahl, ihm drohten bis zu sieben Jahre Gefängnis. Die 12 Geschworenen kamen zurück mit dem Urteil "Schuldig". Routinemäßig wurden die Geschworenen einzeln befragt. Geschworener Nr. 1 verkündete "Schuldig". Geschworene Nr. 2 verkündete "Unschuldig". Nachdem sich das Erstaunen gelegt hatte, gab ein Blick in die Strafprozessordnung das weitere Vorgehen vor. Die Geschworenen wurden zurück zur Beratung geschickt. Stunden später waren 9 für Freispruch, 2 für Verurteilung, und einer unentschlossen. Die Geschworenen fragten den Richter nach der Definition von "berechtigte Zweifel" und bekamen sie. Nach zwei weiteren Stunden waren sich die Geschworenen einig: Freispruch. Die Beweise der Staatsanwaltschaft waren lediglich dass Credle im Laden gewesen war, und diesen hastig verlassen hatte. Die gestohlenen Sachen, DVDs und Videospiele, wurden nicht gefunden.

Innenminister für vorbeugende Haft

Nach Verteidigungsminister Peter Struck, Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und Finanzminister Hans Eichel zeigt trotz nachlassender Hitze nun auch Bundesinnenminister Otto Schily Zeichen der Unzurechnungsfähigkeit: er hält Sicherungshaft auch ohne konkreten Verdacht einer Beteiligung an einer Straftat für überlegenswert, auch wenn die Fakten nicht einmal für die Einleitung von Ermittlungsverfahren ausreichen.

3.8.05

Lügen schwer zu erkennen

Telepolis über wie schwer es ist zu erkennen ob jemand lügt:
In einer Versuchsreihe sollten 627 Fachleute erkennen, ob Personen auf dem Videoschirm die Wahrheit über ihre persönlichen Überzeugungen zu gesellschaftlich kontroversen Themen äußerten oder nicht. Die Trefferquote erwies sich als eher mickrig. Die Gruppe der normalen Polizisten und Sheriffs erkannte nur in 51 Prozent der Fälle, ob jemand sich an die Wahrheit hielt, bei den Richtern waren es durchschnittlich 62 Prozent und nur eine kleine Gruppe von FBI- und CIA-Ermittlern kam auf 73 Prozent. Die klinischen Psychologen kamen immerhin auf 65 Prozent, während die akademischen Psychologen bei durchschnittlich nur 58 Prozent lagen.
(50% entspricht dem Zufall!).

29.7.05

Super-Donnerstag

Was für ein großartiger Donnerstag:
  • Der unfähige Jürgen Schrempp tritt endlich zurück - Aktien steigen umgehend um 10%
  • Luciano Pavarotti am Arbeitsplatz gehört
  • In der U-Bahn erzählte ein Mann aus Kongo stolz von seinen zwei Frauen, und zeigte Fotos
  • Im U-Bahn-Eingang sang eine Sopranistin, und zwar gut

28.7.05

BR gibt Retusche zu

Der Bayrische Rundfunk gibt jetzt zu, dass auf der Homepage retuschiert wurde, hat das Foto entfernt, und bedauert den Vorfall. Es soll ein freier Mitarbeiter gewesen sein.

27.7.05

Titel-Foto in der Berliner Zeitung war retuschiert

Eine Mitarbeiterin der Bildredaktion der Berliner Zeitung hat meine Anfrage beantwortet und bestätigt, dass das Merkel Titel-Foto von gestern (26.7.2005) retuschiert wurde. Sie meinte, sie (und nur sie) sei der Ansicht gewesen, es sei irgendwie höflich, den Fleck der eventuellen zukünftigen Kanzlerin zu entfernen.

Ich selbst meine, Angela Merkel ist genauso wie ihr "Parteivater" Helmut Kohl eine optisch peinliche Figur. Merkel bleibt Merkel, egal ob sie ein Designerkleid kauft oder etwas von C&A. Manche Politikerinnen haben Glamour (z.B. Julia Timoschenko aus der Ukraine), andere nicht. Es ist nicht die Aufgabe einer Tageszeitung, Politiker besser aussehen zu lassen, nur weil sie demnächst an die Macht kommen.

Update (Danke an Mathias Schindler für den Link):
Der DJV fordert klar: Bearbeitete Fotos sind zu kennzeichnen.

Spott und Lob für Merkel

Die Financial Times spottet: Merkel trägt die FTD-Farbe.

Die Berliner Zeitung lobt Merkel's Designerin:
kameraverlässliche Materialien, die auch in ernster Lage die Form beibehalten, fließende Hosenstoffe, die die Trägerin größer und schlanker wirken lassen, taillierte Schnitte, die die Silhouette günstig formen.
Genau das gilt aber nicht für Merkel: ihr Oberteil ist zerknittert, unter den Achselhöhlen sind Reste von Körperflüssigkeiten zu sehen, an der linken Schulter ist das Oberteil zu hoch, an der rechten Schulter zu weit. Grausig.

26.7.05

Hat Berliner Zeitung auch retuschiert?

Nach den Berichten über mögliche Schweisshindernde Retuschierarbeiten fiel mir auf, dass das Merkel-Schwitzen auf dem Titel-Bild der Berliner Zeitung nicht zu sehen ist obwohl sie winkt. Wurde also retuschiert? Und falls ja, wann, wo und von wem? Ich habe angefragt.

Schwitzen wegretuschiert?

Dem SPIEGEL und dem Stern ist aufgefallen, dass auf der Homepage vom Bayrischen Rundfunk keine Schweiss-Spuren bei Merkel zu sehen sind:


Bei der Süddeutschen Zeitung aber schon:

Ist Merkel eine Schwitzfigur?

Nicht nur Katzen, auch zukünftige Kanzlerinnen schwitzen:



Deswegen ist sie oben herum so zerknittert:

Alexander Falk und die PR

Artikel der taz über die Verteidigung von Alexander Falk: Seine Rechtsanwälte verteidigen ihn innerhalb des Gerichtssaales, Ex-Bild Chef Hans-Hermann Tiedje (WMP Eurocom) übernimmt den Job außerhalb.

23.7.05

Finanzminister erträumt 3,6 Milliarden Euro

Nach Verteidigungsminister Peter Struck und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt gibt es auch beim Finanzminister Hans Eichel ein erstes Zeichen von Unzurechnungsfähigkeit: FOCUS berichtet, er erwarte für dieses Jahr 3,6 Milliarden Euro mehr als die amtliche Steuerschätzung, und das obwohl die Steuerschätzungen in den vergangenen Jahren stets zu optimistisch waren.

21.7.05

Bundespräsident kommt schnell zur Sache

Bundespräsident Köhler muss man einfach mögen, denn wo andere lange herum schwafeln, kommt er schon zu Beginn seiner Rede zur Sache:
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ich habe heute den 15. Deutschen Bundestag aufgelöst und Neuwahlen für den 18. September angesetzt.
Sofort folgt eine akkurate Einschätzung der Lage:
Die Haushalte des Bundes und der Länder sind in einer nie da gewesenen, kritischen Lage. Die bestehende föderale Ordnung ist überholt. Wir haben zu wenig Kinder, und wir werden immer älter. Und wir müssen uns im weltweiten, scharfen Wettbewerb behaupten.
Besonders die Bemerkung dass die föderale Ordnung überholt sei, finde ich beachtenswert. Allzuoft geschieht nämlich nichts, weil etwas "Ländersache" sei. Deshalb sind z.B. die Bayerischen Schüler bei PISA besser als die Berliner.

Die Krawatte von Tony Blair sitzt schief

18.7.05

Cargo-Kalle meldet sich zurück

Die Welt berichtet über Carl von Gablenz, dem grandios gescheiterten Gründer der Cargolifter AG, der wohl immer noch nicht genug hat. Sein neues Unternehmen, die CL CargoLifter GmbH & Co. KGaA, soll ein Keim einer deutschen Luftschiff-Industrie werden und zunächst ein Netzwerk in der Branche bilden. Aha. Wenigstens macht er diesmal keine zu konkreten Versprechen.

17.7.05

Die zweigeteilte Mehrwertsteuer (II)

Nach Kontraste verrät die Welt weitere absurde Details über die zweigeteilte Mehrwertsteuer:
Auf einen Apfel werden sieben Prozent aufgeschlagen, auf Apfelsaft dagegen 16 Prozent. Ein Hamburger bei McDonald's am Tisch wird höher besteuert als im Außer-Haus-Verkauf.

16.7.05

Fonds-Anteile noch günstiger

Erst nach und nach wird es in den Medien bekannt, dass man Fonds-Anteile über die Börse(n) noch günstiger als mit den Rabatten der Discount-Broker bekommt. Artikel in der Welt. Mein Tipp: Kurs bei OnVista suchen (Fonds-Namen, dann "Kursübersicht"), und mit Taschenrechner die Kosten ausrechnen die beim Broker anfallen, und mit dem Ausgabekurs abzüglich Rabatt vergleichen. An der Börse werden übrigens auch Fonds gehandelt, für die es bei manchen Discount-Brokern gar kein Rabatt gibt.

14.7.05

Schwitzen Katzen?

Gelesen hatte ich es, und gestern endlich erlebt: Ja, Katzen können schwitzen. Katze1 hatte gestern beim Tierarzt rötlich leuchtende, nasse Pfötchen, vermutlich durch den Transport in der Hitze. Auf dem Behandlungstisch leistete Katze1 dann ausnahmsweise keinen Widerstand gegen Thermometer, Spritze und einer fluoreszierenden Flüssigkeit ins Auge.

Guantanamo das Vorbild von Abu Ghureib

Ohne Beweisfotos ist Bestreiten und Verschweigen leicht. Mit Beweisfotos nicht mehr. So war es für Guantanamo: es hiess immer, dort laufe alles nach Vorschrift. Und in Abu Ghureib habe es nur "Einzelfälle" gegeben. Nun stellt sich heraus: Guantanamo soll das Folter-Vorbild für Abu Ghureib gewesen sein (SPIEGEL Meldung mit Fragezeichen im Titel, Washington Post Artikel ohne Fragezeichen im Titel).

12.7.05

Schuldenfreundin Ulla Schmidt

Nach Verteidigungsminister Struck zeigt nun auch Gesundheitsministerin Ulla Schmidt erste Zeichen von Unzurechnungsfähigkeit: sie wirft einigen gesetzlichen Krankenkassen vor, ihre Schulden zu schnell abgebaut zu haben. Bei einer solchen Einstellung ist es kein Wunder, dass die Staatsschulden immer höher werden.

11.7.05

Arbeitsbedingungen in der US-Computerspielindustrie

ea_spouse, die Partnerin eines Software-Entwicklers der Computerspiel-Firma Electronic Arts, beklagt sich, dass ihr Mann bis zu 80 Stunden pro Woche arbeiten müsse, und keine Überstunden oder Zusatzurlaub bekomme. Diese Überstunden seien nicht "ausnahmsweise" wegen Terminproblemen angesetzt - sie waren von der Führung von vornherein eingeplant, um die maximal mögliche Arbeitskraft aus den Mitarbeitern herauszuholen.

10.7.05

Anklage wegen "Ehrenmord"

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat Anklage gegen drei mutmasslichen "Ehrenmörder" von Hatun Sürücü erhoben. Der Mord war seinerzeit bei Neuköllner Schüler auf Zustimmung gestossen.

Update: Die Berliner Zeitung berichtet am 12.7 recht ausführlich.

9.7.05

Oskar der Bescheidene

Laut SPIEGEL bekommt Oskar Lafontaine ohne Gegenleistung monatlich 5000€ vom Axel Springer Verlag - aus einem Vertrag als BILD-Kolumnist, obwohl seit seiner Kanditatur keine BILD-Kolumnen mehr gefordert werden. Auf das Springer-Geld möchte Oskar jedoch nicht verzichten, und besteht auf Vertragserfüllung. Und BILD wird nun zähneknirschend zum Lafontaine-Sponsor. Und "irgendwie" wird der - laut Lafontaine nicht öffentliche - Vertrag bekannt.

Margret Müller, Ex-Ehefrau #2, wurde 1999 in der Welt zitiert: Auf den Geldtöpfen hat er schon immer gern gesessen.

8.7.05

Bush mit Fahrrad-Unfall

Wegen des Anschlages in London ging die Nachricht unter, dass George W. Bush (mal wieder) einen Fahrrad-Unfall hatte:
Wie vor 13 ½ Monaten hatte es geregnet, als Bush die weitläufige Parkanlage des Luxushotels Gleneagles nutzte, um - wie Präsidentensprecher Scott McClellan sagte -"recht schnell" in die Pedalen zu treten. Und wie vor 13 ½ Monaten hatte
Bush offensichtlich die Glitschigkeit des Bodens nicht bedacht. Jedenfalls kam er ins Rutschen und schlitterte schnurstracks in einen britischen Polizisten, der zu Fuß im Park unterwegs war.
Bush trug ein Helm. Er hatte schon öfter Probleme, zum Beispiel mit einem Segway und einer Brezel.

Teure Taxifahrt

Gestern schaute ich "mal so", was die Aktien machen, und stellte fest dass sie stark gefallen waren. Bevor ich den Grund recherchieren konnte, bekam ich einen Anruf, und der erste Satz war in etwa Die beiden sind im Hotelzimmer und unverletzt. Wie bitte? So erfuhr ich erstmals über den Anschlag.

Zwei Verwandten waren nämlich gestern in London als Touristen und hatten gut ausgeschlafen. Abends hatten sie allerdings einen Termin mit ihrem Flieger. Aufgrund der Ereignisse war der "Stansted-Express" gesperrt, und so entschieden sie sich, mit dem Taxi zum Flughafen Stansted zu fahren. Die Fahrt kostete 100 Pfund, also etwa 150 Euro. Der flexible friend machte es möglich.

4.7.05

Lafontaine ausnahmsweise für Folter

Auf dem Bundesparteitag der WASG hat Lafontaine laut Berliner Zeitung den Folterer Wolfgang Daschner verteidigt. Mir war Lafontaine schon in den 90ern suspekt, als er das Presserecht im Saarland verschärfte, im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die angebliche Rotlichtaffäre. Die Berliner Zeitung erinnert sich auch daran, und analysiert: Nicht nur in der Sprache manifestiert sich die Nähe des WASG-Spitzenkandidaten zur Rechten
Man muss kein Linker sein, um das ausnahmslose Verbot der Folter in einem Rechtsstaat zu verteidigen. Aber wer - wie soeben wieder Lafontaine - im Namen des Rechtsstaats die Folter in Ausnahmefällen verteidigt, ist ganz gewiss kein Linker. Man muss kein Linker sein, um die Pressefreiheit als conditio sine qua non der Demokratie zu begreifen. Aber wer - wie in den 90er Jahren der damalige saarländische Ministerpräsident Lafontaine - zur Bekämpfung des "Schweinejournalismus" (Lafontaine) das Presserecht verschärft, ist ebenfalls bestimmt kein Linker.
Mehr unschönes findet sich in seinem Wikipedia-Eintrag, der im Rahmen des Wahlkampfs besonders gut gepflegt wird.

3.7.05

Von der Stewardess zur "Saftschubse"

Die Welt am Sonntag beschreibt, wie aus der einst glamourösen Stewardess heute eine unscheinbare Mitarbeiterin wurde.

Ich kann dem nur zustimmen. Das einzig Positive an einem Flug ist die kostenlose Lektüre des Handelsblatts.

2.7.05

Der schlaue Hans

Dem SPIEGEL ist aufgefallen, dass der 0,9% Krankenkassen-Sonderbeitrag nicht nur die Arbeitgeber entlastet, sondern ihnen zusätzlichen Gewinne produziert - wodurch ein zusätzliches Steueraufkommen entsteht. Die bekommt Hans. Und keiner hat's gemerkt.

30.6.05

BMW fahren will gelernt sein

BMW wirbt mit "Freude am Fahren". In Berlin fahren Polizisten deshalb 5er BMW. Mit 250 BMW verursachten die Polizisten bereits 376 Unfälle, meldet die Berliner Zeitung. Eine Polizistin wird zitiert:
Zehn Jahre lang hat sie einen VW-Bus mit zuletzt 110 PS gelenkt. Nun ist ihr Dienstwagen ein 175-PS-BMW. "Der Wagen hat eine unheimliche Beschleunigung, da muss man sich erst drauf einstellen", sagt sie.

29.6.05

Arbeitslose als Gegner bei Bundeswehrübungen

Die Hitze und die Furcht vor dem demnächst kommenden Arbeitsplatzverlust setzen Verteidigungsminister Struck wohl deart zu, dass ihm die Idee gekommen ist, Arbeitslose als Übungsmaterial für die Truppe einzusetzen, wenn es darum geht, Verdächtige nach Waffen zu durchsuchen.

So werden nicht nur Arbeitslose beschäftigt; falls sich versehentlich ein Schuss löst, wird die Arbeitslosenquote endgültig reduziert.

27.6.05

Zeuge? Ab ins Gefängnis

Der SPIEGEL berichtet, wie die USA haben hunderte von potentielle Zeugen in Sachen 11.9.2001 eingebuchtet haben. Pressemitteilung der ACLU, Bericht (PDF).

24.6.05

Hippokrates in Guantanamo unerwünscht

In Guantanamo helfen Ärzte mit, Häftlinge psychisch zu brechen: Sie gaben Ratschläge, wie sich Ängste schüren und der Stress erhöhen lassen. (SPIEGEL, New York Times)

Frischfleisch-Datenbank für Rumsfeld

Weil die US-Soldaten im Irak zu schnell abgeschlachtet werden, sucht Rumsfeld dringend Frischfleisch. Ein kommerzieller Datamining-Dienstleister wurde beauftragt, eine Datenbank mit Schülern zwischen 16 und 18 anzulegen (heise, Washington Post). Mit dieser Datenbank soll das Anwerben von neuen Rekruten verbessert werden.

23.6.05

Bundesverfassungsgericht verhindert Zwangsadoption

Das Bundesverfassungsgericht hat erneut das Umgangsrecht von Kazim Görgülü mit seinem nichtehelichen Sohn bestätigt (Beck, dpa, MZ). Seit 5 Jahren kämpft der Vater um das Sorge- und Umgangsrecht und hatte schliesslich Erfolg vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Im Tagebuch der Familie Görgülü ist zu lesen, wie die Behörden, Pflege-Eltern und das OLG Naumburg weiter intrigiert haben.

22.6.05

Der Imam darf bleiben - vorerst

Das Bundesverfassungsgericht hat beschlossen, dass Imam Yakup Tasci (der mit der feinen Nase) vorerst bleiben darf (RBB, Welt, Berliner Zeitung, taz), und verwies den Streit zurück an das Verwaltungsgericht. Damit gewinnt der Imam die vierte Runde, nachdem er die dritte Runde noch verloren hatte.

Die Entscheidung im Volltext (Az: 2 BvR 485/05) zeigt die Sichtweise des Imam: alles entweder 1) falsch übersetzt 2) falsch verstanden 3) gar nicht so gesagt 4) gar nicht so gemeint.

Presseerklärung des Imam, mit einem Hoch auf den Rechtsstaat.

Gruselige Ausstellung

Artikel in der Berliner Zeitung: Bis zum 18.9 findet im jüdischen Museum Berlin eine Ausstellung über die Firma J. A. Topf & Söhne statt: Die Techniker der Endlösung.

Einbruch bei der Berliner Tafel

Bei der Berliner Tafel wurde eingebrochen, meldet die Berliner Zeitung, wodurch die Versorgung von Armen (danke Herr Hartz, Herr Schröder) mit Lebensmitteln gefährdet ist. Hier kann man spenden.

21.6.05

Diebstahl eines Fernsehers: 35 Jahre Gefängnis

Der SPIEGEL berichtet über einen Mann, der 1970 einen Fernseher gestohlen hatte und deshalb 35 Jahre im Gefängnis sitzen musste. Der Fernseher hatte einer weissen Dame gehört, und der Mann war schwarz.

Sommerloch offiziell eingeläutet

Die Berliner Zeitung hat heute morgen das Sommerloch offiziell eingeläutet: Artikel über die asexuelle Katrin.

20.6.05

Mindestens haltbar bis: 28.12.2002

Beim Aufräumen in der Küche habe ich einige Gläser Nudelsosse mit abgelaufenen Haltbarkeitsdatum gefunden. Die mit Fleisch oder Fisch wandern sicherheitshalber umgehend in den Müll, andere noch nicht. Weil ich nämlich noch nie von einer Tomaten-Knoblauch-Vergiftung gehört habe, wurde mit der Verwertung begonnen. Geschmacklich ist der Inhalt vom ersten Glas in Ordnung.

18.6.05

Das Recht und sein Preis (Rezension)

Vor Jahren kaufte ich mir Aktien der FORIS AG (Kurs). Die Firma finanziert Prozesse gegen Erfolgsbeteiligung - in Deutschland damals eine Neuheit. Zum Glück hatte ich die Aktien lange nach dem "Hype" gekauft, als ich dachte, der Kurse hätten einen "Boden" gefunden. Leider kam es doch schlimmer. Jahre danach, nämlich vor einigen Wochen, machte ich eine Google Suche nach der Firma und wurde im Handelsblatt auf das Buch "Das Recht und sein Preis" von Lothar Müller-Güldemeister aufmerksam. Der Autor war Mitgründer und bis 2002 Vorstand der FORIS AG, und wurde danach vor die Tür gesetzt.

Das Buch ist sehr unterhaltsam und auch für Nichtjuristen leicht zu verstehen. "Besonders wertvoll" ist das Buch für Aktionäre der FORIS AG, die endlich wissen wollen, was in all den Jahren mit ihrem Geld tatsächlich geschah.

Der Autor erzählt nicht nur über die FORIS AG, sondern auch über eine Prozessfinanzierung in 1977, als er bei einer Bank arbeitete. Die turbulente Geschichte um das damalige Verfahren war dann viele Jahre später der Anstoss für die Gründung der FORIS AG.

Der Hauptteil des Buches besteht dann auch aus der Gründung und dem Management des Unternehmens, in den Aufbruchsjahren am Neuen Markt bis zu den Schreckensjahren später, in denen das Unternehmen dem Ruin nahe kam.

Weniger gefallen dürfte das Buch dem Foris-Vorstand Dr. Christian Rollmann (als Schwätzer und Selbstdarsteller hingestellt) und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Hans Cobet (als Schwächling hingestellt). Zugute halten muß man dem Autor, dass er auch seine eigene Rolle im Nachhinein selbstkritisch durchleuchtet.

Warum nun wurde die FORIS AG nicht die grosse Geldmaschine? Die wichtigsten Erklärungen wären der Doppelstandort Berlin-Bonn, und dass man sich zu spät auf "teure" Prozesse konzentriert hatte. So heisst es auf Seite 293 (Zeit ist April 2002): wären nur Prozesse ab 200.000 Euro Streitwert finanziert, hätte es die gleichen Einkünfte gebracht, aber nur 1/4 der Arbeit. Tja, im Nachhinein ist man immer klüger.

Sollte man nun seine Aktien verkaufen? Für mich schwer zu sagen. Sie sind bereits so sehr gefallen, dass es keine Bedeutung hat, ob sie weiter fallen. Der Autor selbst sinniert über Aktionäre, die ihre Aktien in ihren Depots "gammeln" lassen, anstelle auf der Hauptversammlung ihre Rechte einzufordern.

Soeben habe ich mich ein wenig auf der Homepage der FORIS AG umgesehen, bei den Geschäftsberichten. Ich wollte wissen, ob es überhaupt noch neu finanzierte Prozesse gibt.

Im Geschäftsbericht 2003 heisst es u.a.:

In 14 Fällen wurde ein Vertrag zur Abgabe eines Finanzierungsangebotes durch den Anspruchsinhaber versandt. Diese Fälle umfassten ein Streitwertvolumen von 14.2 Mio. EUR. 9 Verträge mit einem Streitwert von 5.2 Mio. EUR wurden bis zum Jahresende neu abgeschlossen.
Im Geschäftsbericht 2004 heisst es dagegen u.a.:
In der Vergangenheit hat die FORIS AG detailliert über die Anzahl der finanzierten Verfahren, die Streitwerte und Optionsvolumina berichtet. Diese Zahlen allein lassen, wie sich gezeigt hat, keine genaue Prognose hinsichtlich der künftigen Rentabilität zu. Vielmehr ist jeder Fall einer individuellen Betrachtung zu unterziehen, etwa dahingehend, ob in einzelnen Verfahren mit hohen Streitwerten bereits eine Instanz gewonnen worden ist oder der Fall gerade erst in die Finanzierung genommen wurde. Auch die prozentuale Angabe
gewonnener oder verlorener Verfahren enthält für sich allein genommen dann keinen Informationswert, wenn nicht zugleich eine genaue Zuordnung der Streitwerte, der Kosten und der tatsächlich realisierten Erlöse erfolgt. Und selbst diese Veröffentlichung würde noch keine sichere Prognose bezogen auf den vorhandenen Finanzierungsbestand zulassen. Da mit der Bekanntgabe dieser Zahlen daher für den Aktionär keine substantielle Information verbunden ist, sehen wir von der Veröffentlichung dieses Zahlenwerkes ab.
Nach der Lektüre des Buches kann ich nur denken: "Typisch Rollmann!".

Das Buch ist erhältlich beim better solutions Verlag Axel Gierspeck für 24,90 Euro, ich konnte es einfach per mail bestellen.

Salat-Nachricht

Soeben einen Salatkopf gewaschen. Ziemlich viel Erde drin. Beim zweiten Durchgang auch noch einen Käfer gefunden. Gut: dieser Salat hat echte Erde gesehen anstatt einer holländischen Nährlösung.

14.6.05

Tastaturen sollen anständiger werden

Weil PC-Tastaturen häufig "Pfui" sind, gibt es nun die Wöhr Hygiene Tastaturen. Die haben eine plane Oberfläche gegen Krümel, und sind gegen Bakterien und Keime beschichtet, und können leicht desinfiziert werden. Einsatzgebiet: Arztpraxen und Krankenhäuser. Ob es bald den Blog aus dem Operations-Saal geben wird? Noch ist der Domain op-blog.de frei.

Paris Hilton will anständiger werden

Paris Hilton möchte sich in zwei Jahren zurückziehen und eine Familie gründen - ihr gefallen die Parties nicht mehr: "Jeder spricht mich an, möchte ein Foto oder schlägt ein Geschäft vor." (SPIEGEL Meldung, Original Newsweek Artikel)

Keine Gedichte, bitte

Viele Leute sind arm, manche auch obdachlos (Danke, Herr Hartz, Herr Schröder!). Am besten kann man das in der Berliner U-Bahn erleben. Manche betteln einfach. Manche Obdachlose verkaufen die Motz oder den Strassenfeger. Andere machen Musik. Manche gut, viele schlecht, die es zum Beispiel nicht schaffen, die Saiten ihrer Gitarre einzeln zu bedienen.

Vor einigen Tagen erlebte ich einen Mann mit einer neuen Geschäftsidee: Gedichte. Leider sind sie schlecht. Nach zwei Stationen ist das Grauen zuende.

Heute nachmittag ist der Mann wieder da.

Mit letzter Kraft flüchte ich in einen anderen Wagen, andere Fahrgäste auch.

Nach zwei Stationen ist der Mann auch hier, ich bemerke es nicht rechtzeitig - Flucht ist unmöglich. Ich denke an das Buch, die Serie und den Film "Per Anhalter durch die Galaxis". Er beschreibt eine Rasse von Ausserirdischen, die Vogonen, und warnt:

Die vogonische Dichtkunst gilt als zweitschlechteste im Universum.
Und rät:
Auf gar keinen Fall erlaube man einem Vogonen, daß er einem Gedichte vorliest.

Ich spreche den Mann an:

Keine Gedichte bitte!
Ich kenne sie bereits!
Ich will sie nicht nochmals hören!
Der Mann wird unverschämt:
Wenn Sie sie kennen, dann könnten Sie sie ja aufsagen?
Ich wiederhole mich:
Ich möchte Ihre Gedichte nicht hören!
Danach schweigt der Mann. Der Rest der Fahrt ist ruhig.