28.12.10

Die Bahn kommt

nein, nicht die Deutsche Bahn, denn bei uns kommt der Winter jedes Jahr immer völlig überraschend:


15.12.10

Neues Wort (33)

Umfruchten: billige Cranberries aromatisieren, damit sie in Fertigprodukten nach teureren Erdbeeren oder Kirschen schmecken. (WDR Markt) Besonders pervers daran ist dass Original-Cranberries durchaus sehr gut schmecken (es gibt sie gelegentlich bei Aldi) - wie Rosinen, nur noch fruchtiger.

Nachtrag 28.3.2011: NDR Markt bringt den gleichen Beitrag. WDR und NDR teilen sich recht oft die Beiträge, was ganz ok ist.

13.12.10

Luft raus

Das war wohl keine gute Idee, ein aufblasbares Dach fürs Stadion zu verwenden:

6.12.10

no change (19): yes we can do away with transparency

Jesselyn Radack, eine Rechtsanwältin der von der Bush-Regierung übel mitgespielt wurde, zitiert ein Obama-memo von 2009 in ihrem blog:
My Administration is committed to creating an unprecedented level of openness in Government. (Text)
Gleichzeitig hat die Obama-Regierung so viele "whisteblowers" angeklagt wie nie zuvor. Und dazu kommen noch die Drohungen wegen den "Cablegate" Veröffentlichungen...

Was Jesselyn Radack allerdings übersehen hat, ist das was am Ende des memos steht:
This memorandum is not intended to, and does not, create any right or benefit, substantive or procedural, enforceable at law or in equity by a party against the United States, its departments, agencies, or entities, its officers, employees, or agents, or any other person.
Mit anderen Worten: das memo war von Anfang an genau soviel Wert wie die Merkel-Garantie, nämlich nichts.

29.11.10

Wer hats verraten?

Die US-Botschaft hat in der FDP einen Informanten, wie dieses Dokument zeigt. Ihn zu finden dürfte leicht sein; die Quelle schreibt gerne mit, macht viele detaillierte Notizen. Dessen Karriere dürfte wohl beendet sein, sowie jemand das Dokument gelesen hat. Meine Erfahrung ist dass bei Besprechungen nur wenige gerne mitschreiben, und man ist dankbar wenn jemand diese Aufgabe übernimmt - und man weiss, wer das ist.

Update 2.12.2010: Das hat länger gedauert als gedacht, aber sie haben ihn. (Telepolis)

21.11.10

Pseudowissenschaft (13): Ghostwriting

Ein Ghostwriter packt aus (The Chronicle of Higher Education). Besonders gut gefällt mir dies:
Over the years, I've refined ways of stretching papers. I can write a four-word sentence in 40 words. Just give me one phrase of quotable text, and I'll produce two pages of ponderous explanation. I can say in 10 pages what most normal people could say in a paragraph.
Besonders gut kann man das bei (zu vielen, aber zum Glück nicht allen) Soziologen erleben. Es ist faszinierend, wie aus Banalitäten komplizierte Sätze gemacht werden. Eines Tages wurde die Soziologische Gemeinschaft gründlich durch einen Physiker reingelegt, der einen Artikel geschrieben hatte, der komplett aus Unfug bestand, und im wesentlichen erklärte, dass die Welt nicht existiere. Gelernt wurde daraus leider nichts.

Leider findet man diesen Trend zu blabla inzwischen auch in der Informatik (Beispiel von einem Kritiker). Eine renommierte open source Gemeinschaft macht sich darüber lustig, indem sie angibt, deren Software sei "buzzword compliant" und "works well with nouveau technologies".

13.11.10

no change (18): yes we can destroy torture videos

Das USA Justizministerium wird keine Anklage gegen den CIA-Mann Jose Rodriguez Jr. erheben, der Folter-Videos 2005 vernichten liess, um die involvierten Mitarbeiter zu "schützen". (McClatchy) Dies ist eine Fortführung der Strategie, keine Leute aus der Bush-Ära strafrechtlich zu verfolgen.

10.11.10

no change (17): yes we can steal your notebook

Auch unter Obama werden Regierungskritikern noch immer an der Grenze die Notebooks weggenommen. (Salon)

6.11.10

"Qualitätsjournalismus" neu definieren (7): jetzt doch!

Den von Bertelsmann angedrohten "Qualitätsjournalismus" gibt es nun doch! Stern (Bertelsmann) berichtet darüber, wie RTL (auch Bertelsmann) im April 2009 Jugendlichen Geld gegeben haben soll, um so zu tun, als seien sie kriminell. So wurde einer gefilmt wie er ein Auto "aufbricht" - tatsächlich war es die Familienkutsche.

3.11.10

"Qualitätsjournalismus" neu definieren (6): Umgeschriebenes

Den von Bertelsmann angedrohten "Qualitätsjournalismus" erwies sich bei GEO als "Umschreiben bis zur Unkenntlichkeit". Und deshalb hat die 74,9% Bertelsmann-Firma Gruner+Jahr in erster Instanz einen vom Autor Christian Jungblut eingereichte Klage verloren wegen Verletzung des Urheberpersönlichkeitsrecht. (Stefan Niggemeier blog)

Nachtrag: Werner Rügemer hatte vor langer Zeit ein noch schlimmeres Erlebnis mit einem anderen Verlag und gewann ebenfalls. (NRHZ)

1.11.10

Höllenjob Commerzbank-Kundenberater

Gelesen hatte ich durchaus öfter, dass Banker mit Kundenkontakt unter einem unheimlichen Druck stehen, zu verkaufen. Im Interview damit konfrontiert, versucht ein dafür Verantwortlicher nicht einmal, es ernsthaft zu bestreiten (Quelle):

Welt am Sonntag: Commerzbank-Mitarbeiter beschweren sich, dass es mittlerweile neben dem gewohnten Montagsanschiss auch noch den Freitagsanschiss des Vorgesetzten gibt, weil mal wieder nicht genug verkauft wurde.
Kassow: Ich kenne dieses Thema. Aber wir haben die Kontrolle eher reduziert als ausgeweitet.
Welt am Sonntag: Sie haben die Zahl der garantierten Anschisse auf zwei erhöht.
Kassow: Früher hatte jeder Berater montags sein Gespräch mit dem Filialleiter. Es wurde geschaut, was in der Vorwoche verkauft wurde, und es wurden die Ziele für die anstehende Woche festgelegt. Seit diesem Jahr wird bereits freitags die Woche analysiert. Montags ruft der Filialleiter nur noch mal die Mannschaft zu einer kurzen Besprechung zusammen, um beispielsweise zu schauen, welche Termine anstehen.
Welt am Sonntag: Und an welcher Stelle hat sich der Druck auf jeden einzelnen Angestellten nun reduziert?
Kassow: An den übrigen Tagen der Woche gibt es anders als früher keine Controlling-Gespräche mehr. Die Mitarbeiter sollen sich auf die Beratung konzentrieren. Eine übertriebene Mikrosteuerung bringt ohnehin nichts.
Zu gütig, zu gütig! Ich bekomme direkt Mitleid mit den Commerzbank-Mitarbeitern. Die dürfen also Dienstag, Mittwoch und Donnerstag angstfrei "beraten". Aber am Freitag bekommen sie ihren Anschiss (weil mehr Kunden inzwischen informierter geworden sind), und sollte der eine oder andere sich am Wochenende erholt haben, dann gibt's am Montag eine Auffrischung. Die möglichen Folgen: psychische Krankheiten und/oder Beratung von Kunden die intern unter "LEO" (leicht erreichbare Opfer) oder "A&D" (Alt & Doof) laufen. Solche Hochdruck-Umgebungen führen bei Menschen zu einem Luzifer-Effekt.

Nachtrag 18.3.2012: Es soll sich was ändern. (Welt)

30.10.10

Waterboarding immer populärer

In den USA wird das bei der U.S.-Regierung so populäre "Waterboarding" nun auch von Privatleuten für deren "Probleme" angewendet. In den USA wurde ein Mann verhaftet, der seine Freundin dieser Folter ausgesetzt hatte. Er hatte sie verdächtigt, untreu zu sein. (The Smoking Gun)

25.10.10

"Qualitätsjournalismus" neu definieren (5): Unter Krähen

Den von Bertelsmann angedrohten "Qualitätsjournalismus" gab es heute in der Sendung "RTL Exklusiv", hier ein Ausschnitt über den Prozess in dem es um Aktivitäten zum Nachteil von Ottfried Fischer ging:
.... Genauer geht es um ein Sex-Video, heimlich gefilmt in Ottis Wohnung, sollte es beweisen dass er Kontakt zu Prostituierten hatte, ein Video dass für viel Geld einer Zeitung verkauft wurde. Der ehemalige Reporter dieser Zeitung streitet heute ab, dass er das Video je verwenden wollte....
Das fällt wohl in die Reihe "Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus". Bei der "Zeitung" handelte es sich nämlich um die BILD-Zeitung (der Reporter arbeitet dort aus von dieser Sache unabhängigen Gründen nicht mehr) und besagte RTL-Sendung hatte seinerzeit ausführlich über Fischer berichtet. (Das hatte ich damals geschaut, natürlich "rein zufällig").

Nachtrag: alle, auch der Reporter "einer Zeitung", wurden verurteilt. Ich befürchte allerdings, dass der Reporter leider in der Berufung freigesprochen wird, da die Drohung nie ausgesprochen war, d.h. nur im Kopf von Fischer und seiner Managerin existierte, die keine Phantasie brauchten, um zu wissen was seitens BILD passieren könnte.

23.10.10

Babybel: und Ziegenkäse

Wieder mal reingefallen. Der Geschmack dieser Snacks hatte kaum was mit Ziegenkäse zu tun.


Der Grund steht auf der Rückseite:


In diesem Käse ist nur 10% Ziegenkäse drin.

20.10.10

"Qualitätsjournalismus" neu definieren (4): Schnitzelkrieg

Den von Bertelsmann angedrohten "Qualitätsjournalismus" gab es letzte Woche nicht drei Mal, sondern vier Mal und soll nur der Vollständigkeit erwähnt werden. Letzten Montag lief im Bertelsmann-Sender RTL ein von Düzen Tekkal und Ralf Herrmann gedrehter Bericht über einen vermeintlichen "Schnitzelkrieg" - ohne zu erwähnen, dass der zugrunde liegende Vorfall (versehentlich an muslimische Schüler servierte Schweineschnitzel) im Februar war und sich die Wogen vor Ort längst geglättet hatten. Bericht in Bildblog und heute in der Siegener Zeitung und in ZAPP. Das Unheimliche an der Sache ist dass RTL hier mit BILD, dem Produkt eines anderen berüchtigten Medienkonzern (Axel Springer) im Gleichklang arbeitet.

Nachtrag: so gut ist der Einklang zwischen RTL und den Springer-Blättern nun doch nicht. Das BILD-Schwesterblatt "BZ" enthüllte einen geschummelten Notarzt-Einsatz bei der RTL-Show "Das Supertalent".

10.10.10

Schwartau: Himbeere, Boysenbeere, Stern

Smoothies werden mit Apfelsaft gestreckt hatte ich zwar mal gelesen, Foodwatch kenne ich auch, aufgepasst habe ich nicht, und bin prompt reingefallen. Die folgende Verpackung von irgendwas, was sich immerhin nicht "Smoothie" nennt, suggeriert Himbeere und Boysenbeere:


Aber da ist noch ein Stern, den ich sonst von Bank- und Mobilfunk-Angeboten kenne.

Denn drin sind von Himbeere und Boysenbeere nur 10%, der Rest ist u.a. 38% Apfelsaft, gar aus Konzentrat. Und sowas wird als "100% natürlich" bezeichnet - dreist.

8.10.10

Der worst case des Computer-Absturzes

Carsten Scheibe, dessen Freitags-Kolumne ich gerne lese, beschreibt seine Erlebnisse mit einem hartnäckigen Computer-Absturz. In einem Punkt muss ich ihm allerdings widersprechen. Sein "PC-Doktor André" stellt nach diversen Tests fest, dass wohl das motherboard hin ist, und nennt dies den "worst case", und "so etwas haben sie noch nicht erlebt". Das stimmt für mich nicht. Erstens ist der wirkliche "worst case" die Festplatte, zumindest wenn keine Sicherungen existieren. Der Ausfall des motherboards inkl. CPU habe ich selbst vor einigen Jahren erlebt (Ursache war wohl das bad caps Phänomen), sowie am Arbeitsplatz oder im Bekanntenkreis. Der Austausch ist mühsam, viel zu schrauben und zu stecken, aber es geht mit viel Geduld und Ruhe.

7.10.10

"Qualitätsjournalismus" neu definieren (3): Verteidigungsfreifrau als Bertelsfrau

Den von Bertelsmann angedrohten "Qualitätsjournalismus" dürfen wir diese Woche gleich in drei Medien erleben.

Hintergrund: Weil Websperren gegen Tauschbörsen alleine nicht durchsetzbar sind, war seitens der Content-Industrie bereits 2007 die Idee geboren, Kinderpornographie vorzuschieben.

Nachdem der erste Versuch mit Ursula von der Leyen schief ging, ist nun die schöne Verteidigungsfreifrau dabei. Und diese Woche hat sie so richtig nachgelegt: in den Bertelsmann-Organen Stern, Stern-TV wurde es angekündigt, und in dem Bertelsmann-Unter-Unterschichtensender RTL2 (Arbeitsweise: Siehe Beitrag 4 auf diesem Link) wird sie zeigen, wie Pädophile zu Straftaten animiert werden (DWDL). Immer nach dem Motto: "Denken Sie doch an die armen Kinder!"

Was tatsächlich "für die Kinder" in Deutschland getan wird:
  • Ursula von der Leyen, derzeit Arbeitsministerin, arbeitet daran, dass Hartz4-Kinder immer ärmer und immer ungebildeter werden, und an ihrer Chipkarte schnell erkannt werden. Und wer hatte Hartz4 mit konzipiert? Die Bertelsmann-Stiftung. Passt.

  • Der Mann der Verteidigungsfreifrau sorgt dafür, dass die Zahl der Witwen und Waisen leicht ansteigt.
(Mehr nachdem ich die Sendung gesehen habe. Ein echtes Dilemma: womöglich steigen deren Einschaltquoten nur durch die Leute, die sich über das Thema ärgern und zumindest informiert sein wollen, worüber sie danach lästern)

Nachtrag 1:
Das Stern-TV Video zeigt ein chat-Opfer eines üblen Typen. Das Opfer heisst natürlich "Mandy" (im Unterschichten-TV heissen Kinder meistens "Mandy" oder "Kevin"), sie hat Rot-Blond-Braun-Lila-Haare und behauptet im Video 12 zu sein. Die Geschichte ist zwar schlimm, allerdings zeigt sie auch, dass sowohl "Mandy" als auch ihre Mutter Schlimmeres verhindert haben, und der Mann wurde identifiziert. Ohne Websperren. Ohne Vorratsdatenspeicherung. Der Fall wird nach §154StGB eingestellt, was das RTL2-Team nicht versteht. (Der Paragraph bedeutet dass der Beschuldigte noch eine viel höhere Strafe in einer anderen Sache zu erwarten hat)

Nachtrag 2: Nun habe ich die Sendung gesehen.
Das RTL2-Stammpublikum wird ordentlich bedient. Reisserische Ansagen, schnelle Schnitte, bedrohliche Musik, ein etwas unsichererer Udo Nagel der irgendwas vom Teleprompter abliest, oder grundlos durchs Bild läuft, eine schlecht blondierte Guttenbergerin taucht gelegentlich auf mit diffusen Forderungen an die Politik, auch Julia von Weiler von berüchtigten Verein "Innocence in Danger" hat was zu sagen. (dass nur Adlige als Kinderschützer glaubwürdig sind?) Interessant ist dagegen die durchaus sympathische "Journalistin" Beate Krafft-Schöning (wenn schon nicht adlig, dann eben wenigstens einen Doppelnamen!), die dann die jeweiligen vermeintlichen oder tatsächlichen Pädophilen konfrontiert, nachdem er in der RTL2-Falle sitzt. Und die ertappten sind wohl alle so dumm, dass sie tatsächlich meinen, Kinder hätten Interesse an Sex-Treffen mit Erwachsenen, und sich auch nicht wundern, dass das getroffene Mädchen gar nicht wie 14 aussieht.

Irgendwann wird dann Pädophiler #1 in die Falle gelockt und interviewt, aber im TV unkenntlich gemacht. Der "Filter" flimmert so stark dass man Kopfschmerzen bekommt. Der Pädophile gibt erwartungsgemäss eine jämmerliche Figur ab, und stellt sich als einschlägig vorbestraft heraus.

Pädophiler #2 ist Lehrer (!) und vermeidet irgendwas Konkretes zu sagen, will "nur Fotos" machen. RTL2 deutet alles mögliche an, aber Strafbares findet sich nicht. Dann taucht noch ein zusätzliches Pärchen auf, wodurch die Situation völlig verworren wird. Diverse Experten spekulieren aus dem Nichts darüber, was die vor hätten ("Kinderpornodreh im Hotel"). Nagel verkündet, dass Strafanzeige erstattet wurde, aber dass es nicht einmal einen Anfangsverdacht gegeben habe.

Pädophiler #3, Steuerberater, hatte angeblich sexuelle chat-Gespräche mit einer vermeintlich 13-Jährigen gemacht und traf sich mit ihr auf dem Marienplatz, meinte er wollte aber nur "Freundschaft". Er pocht auf seine Persönlichkeitsrechte. Und wieder nichts greifbares für RTL2.

Die Guttenbergerin taucht auf, verliert irgendwie komplett den Faden, und erzählt dass Babies vor der Kamera vergewaltigt würden.

Fall #4 ist die vierfarbige "Mandy" aus dem Stern-TV Video.

Fazit:
Es ging - zumindest diesmal - nicht um Websperren, sondern um chats. Wobei 3/4 konstruiert war.

Noch interessanter dürfte sein, was weggeschnitten wurde. Keiner von den in-die-Falle gelockten Typen hat nämlich behauptet, sowas schon mal erfolgreich gemacht zu haben. Was darauf hindeutet, dass solche Treffen zwischen Kindern und Erwachsenen entweder nicht zustande kommen, oder Fakes durch diverse TV-Sender sind. Bei RTL2 würde ich nicht einmal ausschliessen, dass die Stories komplett frei erfunden sind.

Nachtrag 3:
Telepolis ärgert sich noch viel mehr.

Nachtrag 4:
Gernot Kramper von stern.de lobt die Sendung ("erstaunlich sensibel mit dem Thema und den Opfern"), entweder weil er sie tatsächlich gut fand, oder weil er weiss aus welchem Konzern sein Gehalt bezahlt wird.

Nachtrag 5:
Johannes Boie von der Süddeutschen Zeitung schreibt von medialen Mißbrauch. Und verrät den neuen Spitznamen der
Guttenbergerin.

Nachtrag 11.10.2010: In der zweiten Folge tauchte die Guttenbergerin nicht auf. Diesmal wurden die Internet-Sperren gefordert, und auch das BKA durfte einen Auftritt haben. Es wird suggeriert, dass Gegner von Internet-Sperren den Pädophilen in die Arme arbeiten. Der Grund warum Leute, darunter sogar Missbrauchsopfer, gegen Internet-Sperren sind, wird verschwiegen. Ich schaue mir jetzt aber was anderes an.

Nachtrag 7: Laut politik.de sei RTL2 schon mal zu 20000 Euro Schmerzensgeld verurteilt wegen einer vergleichbaren Geschichte. Allerdings nennt der Beitrag kein Aktenzeichen, und der Autor scheint selbst der Szene nahe zu stehen.

5.10.10

Human screenwriter stupidity target

Ich bin noch nicht sicher, ob die neue Serie "Human Target" gut ist. Die letzte Folge war jedenfalls voller haarsträubenden Unfugs: um ein Feuer zu löschen das die Piloten bewusstlos gemacht hat, stellt der Held+Ersatzpilot das Flugzeug auf den Kopf, weil dann der Fahrtwind irgendwie richtig käme. Nachdem das Feuer tatsächlich gelöscht ist, ist der Flugzeugcomputer irgendwie abgestürzt und weigert sich, den Autopiloten abzuschalten, der das Flugzeug dann weiterhin auf dem Kopf steuert. Ein Neustart des Flugzeugcomputers würde zu lange dauern. Eine Star-Hackerin ("Casper" - sie hat den "Generalschlüssel für das Internet" entdeckt) hat die rettende Idee: sie lädt die Flugzeugsoftware auf ihr Notebook, denn - und das ist wörtlich - das läuft mit 800Mhz (sogar mein altes Notebook läuft mit 1600Mhz, und eine Hackerin würde garantiert nur ein aktuelles Notebook mit sich führen!). Um allerdings diese Software anwenden zu können, kann dies nicht da geschehen wo die Software geladen wurde, sondern nur ganz woanders, in der Nähe des ausgefahrenen Fahrwerks. Aaargh. Werden neuerdings billige Drehbuchschreiber in Indien oder Rumänien angeheuert, dass so ein Unfug entsteht?

Älterer Beitrag zum Thema Computer im Film

3.10.10

Gerald Hüther im ZDF

Von ADHS-Leugnern, Psychiatrie-Hassern und Vitamin-Verkäufern wird gerne der Göttinger Prof. Gerald Hüther zitiert. Gestern war im ZDF eine Sendung ("Ketten im Kopf") über eine kleine Gruppe von ADHD-Kindern die für 8 Wochen auf eine "Alm" (= ein abgeholzter Berg) geschickt werden um ohne Medikamente auszukommen. "Projektleiter" Hüther kam auch für gefühlte 2 TV-Minuten auf die "Alm" und sprach mit den Eltern:
Das sind richtig starke Kinder. Es sind eigentlich die Kinder, die wir uns für die Zukunft dieser Gesellschaft wünschen könnten. Es sind Kinder, die sich nicht funktionalisieren lassen. Also man nennt das schwererziehbar. Aber es sind im Grunde genommen Kinder die man nicht verbiegen kann. Was man machen kann oben in der Alm man kann sie ermutigen und man kann sie inspirieren eine neue Erfahrung zu machen.
Eine der Mütter störte sich daran, dass die Schwierigkeiten der Kinder nicht berücksichtigt werden, z.B. dass sie häufiger Verkehrsunfälle haben durch ihre Unaufmerksamkeit. Eine andere Mutter bemerkte dass ihr Sohn vom Unterricht ausgeschlossen wird. Eine weitere Mutter meinte ja, man könne sagen zwar sagen "Das Schulsystem ist schuld", aber man muss halt darin zurechtkommen wenn man was werden will.

Hüther meinte, er wolle die Kinder so stark machen, dass sie das System aushalten, Selbstvertrauen bekommen, sich bedeutend fühlen.

Nach 8 Wochen behauptet der TV-Sprecher, dass die Kinder ruhiger geworden sind, und dann folgt das obligatorische Lagerfeuer und alle sind glücklich.

Einer der Betreuer schwärmte dann den Eltern vor, wie toll doch alles gewesen sei, man have viel geheult, umarmt und gekuschelt.

2 Monate später sah alles schon anders aus. "Nicola" ist langsam und kommt nicht mit und behindert den ganzen Unterricht. "Robin" ist ebenfalls unaufmerksam, die Mutter (Kinderärztin) ist enttäuscht, denn es gibt keine Verbesserung. Der wesentliche Unterschied ist dass die beide Kinder nun das Selbstbewusstsein haben, Medikamente abzulehnen.

"Malte" wechselt die Schule (es ist die 4te) und darf reiten und behauptet er sei nicht aggressiv. (Er wird es doch)

"Adrian" besucht eine Schule ohne Hausaufgaben. Die Mutter meint er sei viel netter und kuschelt viel und sei selbstbestimmter.

"Drei andere Jungs" seien kurz davor die Tabletten wieder zu nehmen, einer nehme sie bereits, weil die Lehrer sonst mit ihm nicht zurecht kommen.

Der Beitrag hat, auch wenn unbeabsichtigt, deutlich gezeigt dass diese Kinder grosse Probleme haben, darunter leiden, und nicht mit der Gesellschaft zurecht kommen. Die Methoden von Hüther verstärken das sogar noch. Natürlich ist auf einer "Alm" mit vielen Betreuern pro Kind und ohne Schule alles supi, aber kaum ist der Urlaub zuende, stört die Realität.

Bei den Kindern handelte sich sich auch nicht um die "Kevin", "Dennis", "Jeremy" oder "Justin" (Zum Thema Kindernamen und was sie über die Eltern aussagen, siehe auch Kapitel 6 in "Freakonomics") aus der Supernanny-Sendung, wo schnell offensichtlich ist, dass die Eltern das Problem sind.

Irgendwie erinnert mich Prof. Hüther an manche Tierversuchsgegner - wenn man mit denen genauer redet, zeigt sich dass es nicht um Tierversuche geht sondern um Ablehnung von Medizin, Kosmetika und Wissenschaft überhaupt.

Nachtrag 17.5.2011: Gestern war diese "Alm" (nun in der "Sinn-Stiftung" organisiert) auf RTL "Extra" zu sehen. Die Ergebnisse sind ähnlich, ausserdem kostet das Programm laut Sender 4500 Euro pro Monat.

Nachtrag 25.3.3013: Sexueller Missbrauch auf der "Alm"? (Spiegel)

Nachtrag 3.9.2013: Die Zeit nimmt Hüther gekonnt auseinander. Nebenbei wird erwähnt, dass das Alpenprojekt still beendet sei.

2.10.10

Pseudowissenschaft (12): Sabotage

Heather Ames, Studentin an der University of Michigan, wunderte sich warum ihre Experimente (Zellkulturen) ständig scheiterten. Nach diversen zusätzlichen Tests, Selbstzweifeln, wachsender Paranoia, und schliesslich der Installation von Überwachungskameras im Labor stellte sich heraus dass ein Kollege, der "Postdoc" Vipul Bhrigu, die Kulturen mit Alkohol ruiniert hatte. Bhrigu wurde zu 6 Monaten Bewährung verurteilt, und setzte sich schnell nach Indien ab bevor eine Verhandlung wegen Schadensersatz stattfinden konnte. (Nature)

30.9.10

jOops!

Designer Wolfgang Joop fühlte sich gezwungen, der Öffentlichkeit was wichtiges mitzuteilen (FR):
Der Frauenkörper ist eigentlich für Jeans nicht gedacht. Die meisten sehen aus wie eine Bodenvase: Oben kommen die Blumen raus - an der breitesten Stelle. In erster Linie die mutierten Frauen, die aussähen wie Jungs mit Brüsten, machten eine gute Figur in Jeans.
Mag ja alles stimmen - blöd nur, dass es eine Firma mit seinem Namen und einem Ausrufezeichen gibt, die Damenjeans verkauft (Beispiel).

29.9.10

Bug report (8): ebay turbo lister update timeout

Seit Monaten scheiterte das ebay Turbo Lister update mit einem Timeout, und zwar immer nach der gleichen Anzahl Bytes (z.B. 419 oder 571 KB). Die "Ratschläge" von ebay (antivirus und firewall abschalten) halfen natürlich nicht (und sind sogar gefährlich für die Sicherheit, falls man parallel an anderen Dingen arbeitet). Sogar eine Neuinstallation nach PC-Wechsel vor 6 Monaten mit Einspielen der Sicherung half nicht.

Lösung:
Zusätzlichen Benutzer im ebay Turbo Lister anlegen (z.B. reinen Kauf-Benutzer) und dorthin wechseln. Dann klappt wie durch ein Wunder das Update problemlos.

In english:
Set up another account (e.g. an account that you use for only buying), and do the update from there. Now it works!

21.9.10

Merkbefreiter Minister mit Notebook

Mit Notebooks geschehen leider oft folgende Unglücke:
  • Sie werden geklaut
  • Sie gehen kaputt
Vorbeugen ist einfach:
  • Festplattenverschlüsselung, z.B. mit TrueCrypt
  • Datensicherung
Der Brandenburgische Innenminister Rainer Speer hat laut PNN offenbar beides nicht getan:
Speer gab nach PNN-Informationen im Presserechtsstreit mit Springer an, keine Sicherungskopien der Laptopdaten zu haben.
(...)
Speer hatte offensichtlich auch keine Verschlüsselungssoftware aktiviert, die das Lesen gestohlener Daten für Dritte unmöglich gemacht hätte.
Ergebnis der Fahrlässigkeit: vermeintliche oder tatsächliche Inhalte des Notebooks machen nun die Runde, insbesondere in der BILD.

Update 23.9.2010: Rücktritt des Ministers

20.9.10

"Qualitätsjournalismus" neu definieren (2)

Den von Bertelsmann angedrohten "Qualitätsjournalismus" darf man nun vorzeitig in der FTD erleben, in einem anonymen  Leitartikel über die Boni für HRE-Mitarbeiter:
Das Geld ist gut angelegt. Denn sonst wird das Institut bald von drittklassigen Leuten geführt.
Oder anders gesagt: die Leute, die die HRE gegen die Wand gefahren haben und es auch jetzt noch tun, so dass sie ständig neue Bürgschaften brauchen, sind keinesfalls drittklassig!

Update 3.10.2010: Auch ein Jan Dams von der Springerpresse praktiziert solchen "
Qualitätsjournalismus" und schreibt in die gleiche Richtung: er meint der Staat würde Geld verlieren, wenn man nicht "Experten" hätte, die die Bank sanieren. Einen Indiz, dass die "Sanierer" andere sind, als die, die HRE & co ruiniert haben, liefert er nicht.

17.9.10

"Qualitätsjournalismus" neu definieren

Ausgerechnet RTL-Mitbetreiber Bertelsmann will eine "internationale Journalistenakademie" gründen. Als "Bekenntnis zu Pressefreiheit, Qualitätsjournalismus und gesellschaftlicher Verantwortung", laut FTD. Eher soll wohl langfristig was gegen den miserablen Ruf des Imperiums getan werden. (Laut einer anderen Quelle soll diese "Akademie" jedoch lediglich eine Online-Journalistenschule sein)

Update 5.5.2014: die "Journalistenschule" wird schon wieder geschlossen. (SPIEGEL)

13.9.10

Neues von der Verteidigungsfreifrau

Stephanie Freifrau von und zu Guttenberg, Ehefrau des fast gleichnamigen Selbstdarstellers und derzeitigen Verteidigungsministers, und Präsidentin des inkompetenten Vereins "Innocence in Danger", hat ein Buch geschrieben: "Schaut nicht weg! Was wir gegen sexuellen Missbrauch im Internet tun müssen". Das wird für 16,95€ verkauft. Unter der (rein rhetorischen) Annahme, das in diesem Buch auch irgendwas drin stehen würde, was nicht längst bekannt bzw. aus entsprechenden Kreisen gefordert wird, bedeutet dies: wer nicht bereit ist, sich von 16,95€ zu trennen, dem wird nicht verraten, was er gegen sexuellen Missbrauch im Internet tun muss. Oder noch drastischer formuliert: Freifrau Stephanie will nicht, dass möglichst viele wissen, was gegen sexuellen Missbrauch im Internet getan werden muss, denn sonst hätte sie ihre Forderungen kostenlos auf der Homepage ihres Vereins veröffentlicht. Denn Geldsorgen hat sie doch wohl nicht, oder? (Nachtrag 15.9.: hier gibts doch was kostenlos)

In BILD.de kann man einen Ausschnitt lesen. Darin warnt sie vor... Musik-Videos. Ja, die verderben unsere Kinder. Früher waren es Comics,
Barbie-Puppen, Kaugummi, Rockmusik, Miniröcke, das Fernsehen, Musikvideos, MMORPGs, Alcopops, etc. Ja, Musik. Ob Tanz oder als Video oder überhaupt - davor wurde schon immer von dummen Leuten gewarnt. Vor 20 Jahren, vor 50 Jahren, vor 100 Jahren, und vor noch längerer Zeit. Sogar so biedere Tänze wie Walzer oder Tango galten früher als verrucht.

(Was Freifrau Stephanie nicht erwähnt, ist das der von ihr auch kritisierte Bushido von der Partei ihres Mannes, der CSU, hofiert wird)

11.9.10

Die Katze in der Schlange

Katzendame Sonja Sonnenschein aus Salzburg (Name und Ort geändert) wurde durch eine Schlange gefangen. Entkommen unmöglich.

10.9.10

no change (16): foreign continuity

In der Redaktion der FTD ist möglicherweise ein Automat für power-drinks installiert oder es gibt nun kostenlosen Latte, jedenfalls ist eine Redakteurin hellwach: Ines Zöttl ("leitet das Team Internationale Politik") ist aufgefallen, dass die Außenpolitik von Obama der von Bush ähnelt.

5.9.10

Schülerinnen in Seminole County (Florida) müssen anständiger werden

Nachdem nun Goldman Sachs Mitarbeiter, Schultänze in Wisconsin, Taliban, Strafgefangene in Florida, Messe-Hostessen, der US-Bundesstaat Alabama, das US-Fernsehen, Cheerleader in Texas, Lastwagenfahrer in Texas, Kinder in US-Kindergärten, Daimler-Chrysler-Mitarbeitern in Indiana, US-Urinproben, PC-Tastaturen und Paris Hilton anständig geworden sind, sind jetzt die Schülerinnen in Seminole County (Florida) dran. Deren Röcke, Kleider und Hosen müssen mindestens den halben Schenkel bedecken. Mit Ausnahme der Cheerleader - die dürfen weiterhin an Spieltagen noch kürzere outfits im Unterricht tragen. (Orlando Sentinel)

3.9.10

Sommertip für den Herbst

Pünktlich zum meteorologischen Herbst (Temperatur draussen: 16°) veröffentlicht PC-Welt.de folgenden wichtigen Hinweis:



Warum nur, kam dieser Beitrag nicht im Juni/Juli als hier 30° und mehr herrschten? Vielleicht hatte der zuständige Redakteur ja Sommerurlaub.

28.8.10

Ent-lich mal entspannen



(Zusatz für Leute die auch auf Unwesentliches achten: der Karton unter dem Schrank sollte "Verstecken" verhindern als kurz vorher ein Tierarztbesuch notwendig war)

27.8.10

no change (15): mission accomplished, reloaded

Der "mission accomplished" Auftritt von El Presidente George Bush² gilt allgemein als Flop, schliesslich war nichts, aber auch gar nichts "erreicht". Obama macht das Gleiche: er verkündete einen Truppenabzug (Reuters, Telepolis). Merkwürdig ist, dass trotzdem 50000 Leute da bleiben. Diese sind dann lediglich "Berater". Dan Mitrione lässt grüssen.

Nachtrag 1.9: Eine namenslose Bertelsmann-Drohne (bei der FTD) fällt natürlich voll drauf rein und titelt:

26.8.10

Neues Wort (32)

Vatooing: Stencil auf den Venushügel (The Luxury Spot). Weil Vajazzling längst völlig von gestern ist. Die wichtigste Gemeinsamkeit: der Unsinn ist vergänglich, das Bild hält ca. 10 Tage.

23.8.10

Die Taten des Frank-Walter Steinmeier (12): Hey, big spender!

Ausnahmsweise mal was Positives: Steinmeier spendet eine Niere an seine Ehefrau. Das ist schon überraschend, denn viel zu oft betrügen Politiker ihre Frauen und erst recht ihr Land (z.B. Clinton), Steinmeier tut zumindest seiner Ehefrau was wirklich Gutes an. Vorbildlich!

An der ganzen Sache ist nur eines merkwürdig: Deutsche Politiker hüten normalerweise ihr Privatleben. Beispiele dafür sind Müntefering, Schröder, Seehofer, Simonis, u.v.a.. Warum also macht ein (derzeit) völlig unbedeutender Politiker sowas öffentlich? Honi soit qui mal y pense.

Nachtrag 1.9.2010: Das NDR Medienmagazin ZAPP stänkert in die gleiche Richtung.

20.8.10

Die Garantie, die keine war

Als Bundeskanzlerin Merkel in 2008 ihre Garantie für Sparguthaben verkündete, habe ich das nicht allzu ernst genommen, da der Staat selbst seit Jahrzehnten überschuldet ist. Besonders dreist fand ich den Zusatz "Ein Gesetz ist dafür nicht erforderlich", was den Wert dieser "Garantie" klarstellt: null. Auf sowas reinfallen tun höchstens unkritische Journalisten, wie z.B. FOCUS.

Nun ist es soweit: eine Bank (Noa Bank) ist womöglich umgekippt. Und ein Sparer Namens Ramin Peymani hatte mehr als die gesetzlich geschützten 50000 auf dem Konto. Ein ungenannter Sprecher des Finanzministeriums hat ihm bereits den Mittelfinger gezeigt: für sein Fall gilt das Versprechen nicht, ätsch! Das war nur für die Finanzkrise gedacht. (FTD)

15.8.10

frei erfunden

Gehört hatte ich ja schon mal davon, dass viele "Dokus" im Unterschichten-TV frei erfunden sind. Als ich in eine Folge der RTL2-Serie "Die Autoeintreiber" reingeschaut habe, wunderte ich mich nicht nur, dass die nicht zahlenden Autobesitzer alle gut zu sehen waren (kein Gesicht unkenntlich gemacht), und dass solche Aktionen in Deutschland Gerichtsvollzieher machen, sondern auch dass ich die gezeigte Handlung schon im Internet auf truTV (ehemals Court TV) mit Amerikanischen Teilnehmern gesehen hatte: das Repo-Team holt sich das Auto von einem Brautpaar zurück, mit entsprechenden Reaktionen. Also auf das Ende der show gewartet, und siehe da im Kleingedruckten: "Alle handelnden Personen sind frei erfunden".

Bug report (7): gcc4 on cygwin

gcc4 can't be installed on cygwin due to the file /usr/sbin/fix-libtool-scripts-for-latest-gcc-runtimes.sh not having execution rights - /etc/postinstall/gcc4-core.sh fails with exit code 126. (report)

Update: this bug was already reported by someone else in January and again.
Update 2: it seems to help when the project co-leader steps in. Thanks, Corinna!
Update 20.8.: it works!

14.8.10

bug report (6): ocrad

OCRAD is a free OCR software that is part of the gnu project. It is an excellent product when speed is more important than accuracy (see a review and another). Although its sortof more intended for linux and gcc (or cygwin), I was able to get it running on Windows with Microsoft Visual Studio 2010 and also find four bugs, of which I corrected one, the author corrected another, and I was able to provide a workaround for a third and a fourth.

Update: fixed in pre-release.

7.8.10

no change (14): java workers, whistle blowers, weapons

Neues vom "Change" Mann:
  • Obama gibt Millionen aus damit Billigmitarbeiter in der dritten Welt in Java EE geschult werden (Information Week), dabei hatte Obama früher versprochen sich um einheimische IT-Jobs zu kümmern;
  • Obama lässt mehr "whistle blowers" verfolgen als frühere Präsidenten (NYTimes)
  • Obama verkauft haufenweise Waffen an die Saudis, übertrifft sogar Saudi-Repräsentant Bush (The Daily Beast)
(alles gefunden via fefe)

bug report (5): zlib doesn't work with Visual C++

Applications using ZLib crash in release mode with three different versions of Visual C++, except when using the /debug link flag.

Solution: use the file zlibwapi.lib from here (from one of the ZLib developers) in your project instead. Read the description first. No idea why this is so.

31.7.10

Goldman Sachs Mitarbeiter müssen anständiger werden

Nachdem nun Schultänze in Wisconsin, Taliban, Strafgefangene in Florida, Messe-Hostessen, der US-Bundesstaat Alabama, das US-Fernsehen, Cheerleader in Texas, Lastwagenfahrer in Texas, Kinder in US-Kindergärten, Daimler-Chrysler-Mitarbeitern in Indiana, US-Urinproben, PC-Tastaturen und Paris Hilton anständig geworden sind, sind nun die Mitarbeiter von Goldman Sachs dran (Die Welt). Sie sollen nicht mehr in e-mails fluchen. Nicht verboten ist aber, die eigenen Kunde zu verarschen (siehe hier), denn offiziell würde Goldman Sachs sowas ja ohnehin niiiiiiie tun (Spiegel).

Rohstoff-Schutzgelder

Aus der Bertelsmann-Ecke (Capital) kommt ausnahmsweise eine richtig gute Analyse: ein Artikel beschreibt, wie Investment-Banken wie Goldman-Sachs & co nicht nur mit Rohstoffen spekulieren, selbst Lagerhäuser betreiben, sondern gleichzeitig ihren Unternehmenskunden Absicherungsinstrumente gegen eben die Auswirkungen dieser Spekulationen verkaufen:
Den Banken erschließt das Geschäft mit Öl, Kupfer, Aluminium oder Weizen und Kakao gleich eine ganze Reihe lukrativer Ertragsquellen. Schließlich bieten die Häuser ihren Kunden traditionell auch Absicherungsgeschäfte gegen Preisschwankungen an. Die Ironie: Es sind die Banken selbst, die durch ihre Spekulationsgeschäfte die Preise immer schwankungsanfälliger machen.
Das ist im Grunde nichts anderes als wenn die Mafia ein paar Brandsätze gegen Restaurants wirft, und gleichzeitig Sicherheitsdienste verkauft.

Offiziell verbreiten solche Banken natürlich die alte Leier: "wir spekulieren nicht gegen unsere Kunden". (Konkret Goldman-Sachs: "Wir würden nie jemanden vorsätzlich hintergehen, ganz sicher nicht unsere Klienten oder Gegenparteien")

Gegen Spekulation habe ich im Grunde nichts. Aber auf beiden Seiten zu arbeiten ist leicht unethisch, klingt nach Marktmanipulation, und schadet der Gesamtwirtschaft.

Update 1.8.2011: Goldman Sachs betreibt 1/4 aller Lagerhäuser für Aluminium. Merkwürdigerweise geht die Ware langsamer raus als rein, und so steigen die Preise. (Reuter)

30.7.10

26.7.10

Kreative Telefontarife bei Ventelo 01040

Wer mit Ventelo 01040 z.B. jetzt gleich nach Australien telefonieren will, zahlt für ein Ziel im Festnetz über 1 Euro, für ein Ziel im Mobilfunknetz dagegen knapp 5 cent pro Minute. (Stand 26.7.2010 23:14)

Bug report (4): ImageMagick and bitonal "old style" JPEG files

ImageMagick convert.exe corrupts grey "old style" JPEG compressed TIFF files when rotating and doesn't deliver nonzero error code.

Update: bug confirmed a few hours later and partially fixed the next day in version 6.6.3-1. (file still corrupted, but at least there's an error code now)

Update 16.9.2010: now its really fixed in version 6.6.4-3. And they fixed a crash, too.

25.7.10

Bug report (3): TrueCrypt 7

TrueCrypt 7 goes BSOD on standby on Windows 7 64bit. Downgrading (which means decrypting, deinstalling, reinstalling, encrypt) to TrueCrypt 6.3a solves the problem.

Update 7.9.2010: They never came back to me on my bug report, and the version log mentions a slightly different bug (BSOD on hibernation) but the freshly released TrueCrypt 7.0a fixes my bug.

24.7.10

Vorausseilender Gehorsam

  1. Der RBB verzichtet auf Berufung in einem (zunächst verlorenen) Prozess der öffentlichkeitsscheuer ehemaliger Stasi-Spitzel angestrengt hat. Benedict Maria Mülder, der Autor des RBB-Beitrages und freier Journalist, hat cojones und gewinnt. (Tagesspiegel)
  2. Der WDR hat seit über 30 Jahren einen Film über Günter Wallraff im "Giftschrank", obwohl keine Klage droht. (SPIEGEL) Der WDR ist, was vorauseilender Gehorsam betrifft, ohnehin einschlägig bekannt.

    Nachtrag 7.8.2010: Sperre aufgehoben (SPIEGEL)

18.7.10

Knapp vorbei...

In Indonesien haben die Muslime bisher "in Richtung Somalia oder Kenya gebetet" anstatt nach Mekka. Laut Chefmuslim Cholil Ridwan habe Allah die Gebete zwar demnoch gehört, aber nun sollen die Gläubigen künftig "die Richtung leicht ändern". (Reuters)

17.7.10

14.7.10

Bug report (2): perl Date::Manip UnixDate

Date::Manip Unixdate fails on strawberry perl: "Not an ARRAY reference". (rt.cpan.org)

Update: not really a bug, rather a poor reporting of an incomplete install of the dependent packages (e.g. YAML).

10.7.10

Festplatte belüftet

Zu heisse Festplatten sind gerade in diesen Tagen eine grosse Gefahr, also muss eine Kühlung her, da die PC-Gehäuse meist nicht genug durchdacht sind. Schon vor Jahren hatte ich im vorherigen PC einen Lüfter von Conrad eingebaut, der jedoch so laut war, dass ich ihn abgestöpselt habe wenn die Tage wieder erträglich waren.

Im Vorgriff auf heisse Tage hatte ich schon vor Monaten nach einer Alternative gesucht, und wurde fündig, nämlich nach einem langsamen Festplattenlüfter.

Der Scythe Ita Kaze ist super leise (weil nur 1000 UpM), hat durch das schlaue Design den Lüfter in der maximal möglichen 3 1/2 Zoll Grösse, und lässt sich direkt an einen 3pin Anschluss stöpseln. Ohne Lüfter ging die HD-Temperatur bedrohlich in Richtung 50°, mit dem alten lauten Lüfter auf 35°, und diesem hier 40° (Zimmertemperatur 27°), oder 41° (Zimmertemperatur 30°), oder 42° (Zimmertemperatur 31°), oder 43° (Zimmertemperatur 32°) - also immer noch akzeptabel. Der Einbau direkt unter einer Festplatte war bei mir nicht möglich, ich habe ihn statt dessen einfach auf dem freien Platz "eine Etage tiefer" befestigt.

2.7.10

Grafik entstaubt

Zimmertemperatur: 30°

GPU Temperatur während Video: 85°
Lüfter: 100%

Grafikkarte (Nvidia GeForce GT220) ausgebaut, Staub rausgeblasen, wieder eingebaut -

GPU Temperatur während Video: 65°
Lüfter: 89%

Lüftersteuerung auf Werksautomatik gestellt -

GPU Temperatur während Video: 72°
Lüfter: 64%

Ein guter Anfang :-)

Vielleicht kaufe ich mir aber doch irgendwann eine passiv gekühlte Karte, ein Umbau der bestehenden auf Passiv könnte wieder mühsam sein.

Nachtrag 9.1.2011:
Zimmertemperatur: 24°. GPU Temperatur ohne Video vorher: 73°. Nach entstauben: 67°. Lüfter: 52%. Mit Video Lüfter auf 55%, Temperatur gleich.

28.6.10

Neues Wort (31)

Aussagemanagement: Bezeichnung der Zeit für Widersprüche und Erinnerungslücken der "Kachelfrau":
Schon bei Polizei und Staatsanwaltschaft hatte Simone in vier unterschiedlichen Vernehmungen hartnäckig die beschriebenen nachweislich falschen Angaben zum erweiterten Tatgeschehen gemacht. Nun geht die Sachverständige davon aus, dass die Frau bei der Schilderung des Kerngeschehens Erinnerungslücken geltend macht, um ihr Aussagemanagement abzusichern.
Da passt das Zitat von Mark Twain sehr gut:
If you tell the truth you don't have to remember anything.

21.6.10

Rollover again

Die Saudis haben offenbar den Film Rollover wieder-entdeckt. Deren Goldreserven haben sich überraschend verdoppelt. (FTD)

19.6.10

Prinzessin im Griff

Alter Schwede! Prinz Clark Kent hat seine frisch geheiratete Prinzessin Victoria vor Millionen Leuten am Hinterteil angefasst.



Nachtrag 29.4.2011: Diese späteren Fotos erklären einiges:



18.6.10

Mehr Senioren-Adoptionen

Was bisher nur für Prominente möglich war, soll bald für alle klappen: laut Wille der Regierung sollen die Jugendämter künftig auch Adoptionen mit einem Altersabstand von mehr als 40 Jahren ermöglichen. (Beck) Der von Kindern benutzte Begriff "meine Alten" ist dann noch wirklichkeitsnaher.

10.6.10

Leipzig erst hui, dann pfui

Leipzig ist die beste deutsche Stadt Europas (Die Welt in 2007, deren Quelle ist "Gallup Ungarn", eine PowerpointConsulting-Firma)

Leipzig ist die am 2-wenigsten lebenswerteste Stadt Europas (AFP in 2010, deren Quelle ist "Mercer", ebenso eine PowerpointConsulting-Firma)

Apropos Powerpoint, hier eine lustige Story über ein Einsatz bei Boston Consulting, die Mutter aller PowerpointConsulting-Firmen, in Dubai.

7.6.10

Schlecht anonymisiert (4): Die Kachelfrau

Wetterberichte im TV interessieren mich wenig, weil ich keinen Tratsch über das "Azorenhoch" oder über "Blumenkohlwolken" brauche. Es reicht auch aus dem Fenster zu schauen; zur Not erfahre ich eine zu ca. 50% korrekte Vorhersage auf wetter.de. Deshalb hatte ich bisher nicht einmal den Versuch gemacht, den vollen Namen von der Kachelmann-Beschuldigerin herauszufinden, ausserdem ist es ja wirklich sinnvoll, dass sie anonym bleibt. Die SPIEGEL TV Sendung vom Sonntag sowie die Vorabmeldung hat mich dann aber doch zu Recherchen ermutigt. Und siehe da - der volle Name ist seit Monaten ein offenes Geheimnis.

Wer den Namen nicht kennt, hat nur nicht 5 Minuten gesucht.

Die Medien haben diesmal immerhin nicht einfach lediglich den Nachnamen abgekürzt, sondern den Namen komplett geändert, sie heisst "Sabine W. (Name geändert)". Obwohl die juristische Literatur eindringlich warnt, dass Erkennbarkeit auch durch andere Merkmale als den Namen gegeben sei, berichteten alle möglichen Medien dass es sich um eine Radiomoderatorin aus Schwetzingen handele. Ganz besonders schlecht versucht ein "Jürgen Gruler" vom Mannheimer Morgen, die Situation zu "retten", und erklärt, dass die Dame "nicht Viola" heisse. Eine Auswertung der Google Suchergebnisse findet jedenfalls sehr schnell den Realnamen.

Nachtrag: Die Rechtsanwäldin lästert etwa in die gleiche Richtung.

Nachtrag 2: Ein Leserbriefschreiber in der Welt nennt den vollen Namen, und dieser wird gedruckt!

5.6.10

Keine Bonuskarte

Seit Jahren geht mir die Frage "Sammeln Sie Punkte?" auf den Keks. Für einen Blick auf deren Einkaufsgewohnheiten werden die Kunden mit noch mehr Werbepost und überflüssigen Prämien "belohnt", für die sie zum Teil sogar noch zuzahlen müssen.

Heute bekam ich vom getdigital.de Fefe Fanshop das bestellte T-Shirt mit der Aufschrift "Nein, ich habe keine Bonuskarte und ich sammle auch keine Punkte". Und es wurde auch umgehend eingesetzt. Die Kassiererin vom Supermarkt konnte ihr Lachen nicht zurückhalten. Und wird das hoffentlich ihren Kollegen weiter erzählen.

28.5.10

Anderes Recht für Tauss

Der ehemalige Abgeordnete Jörg Tauss (damals SPD) wurde heute wegen des Besitzes von Kinderpornografie zu 15 Monate Bewährung verurteilt. (AFP)

Der ehemalige Abgeordnete Matthias S. (CSU) wurde letztes Jahr im Stillen wegen des Besitzes von Kinderpornografie per Strafbefehl verurteilt (Süddeutsche Zeitung), das sind somit maximal 12 Monate Bewährung.

Die ehemalige Familienministerin Ursula von der Leyen (Tochter vom dubiosen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht) organisierte eine Vorführung von Kinderpornographie zu "Informationszwecken". Eine Strafanzeige gegen sie wurde natürlich umgehend eingestellt. (Die Welt, Twitpic)

Was lernen wir daraus:
1) Uschi darf alles
2) Ein CSU Abgeordneter darf nicht alles, aber es wird still geregelt
3) Bei einem lautstarken Uschi-Kritiker wird hart durchgegriffen.

Interessant (und widersprüchlich) ist, dass das Gericht zusteht, dass Tauss sich nicht das Material beschafft habe, um sich "sexuell zu erregen". Dennoch behauptet das Gericht, die Beschaffung sei "für private Zwecke und nicht für seine parlamentarische Arbeit als Internetexperte" (Über Letzteres hätte er die gewünschte Straffreiheit per §184b(5) StGB erhalten). Woher weiss das Gericht, wann ein Abgeordneter seine Mütze mit "MdB" Logo auf hat? Das Gericht behauptet weiter, "Es gehöre nicht zu den beruflichen Pflichten von Parlamentariern, Vertriebswege von Kinderpornografie zu recherchieren". Solche Widersprüche in Urteilsbegründungen sind eine gute Grundlage für eine Revision, und ich hoffe Tauss nutzt diese Chance.

Ich meine, Abgeordnete sollen sehr wohl die Dinge recherchieren, um die es in der öffentlichen Debatte geht. Seinerzeit waren Ursula von der Leyen und das BKA mit massiver Lügenpropaganda aufgefallen, als es darum ging, ein Gesetz für Netzsperren zu erlassen. (Um auf diese Weise die Grundlage für eine "chinesische" Sperr-Infrastruktur für die Zukunft zu schaffen, allerdings nicht für Glückspiel) Nach den Wahlen war das merkwürdigerweise alles gar nicht mehr so wichtig, und Uschi zeigt ihre Inkompetenz nun in einem anderen Ministerium. Ausserdem wurde bekannt, dass das Argument "Kinderpornographie" in Wirklichkeit schon in 2007 von der Musik-Industrie empfohlen wurde um Sperren zu begründen.

Den einzigen Vorwurf, den man Tauss machen kann, ist dass er seine "Rercherchen" weder sauber dokumentiert noch im Voraus mit Kollegen oder Mitarbeitern abgestimmt hat.

25.5.10

Pseudowissenschaft (11): Was nicht passt, wird passend gemacht

"Klimawandel" Aktivisten Wissenschaftler hatten ein Problem: Bisherige Messungen von Temperaturen im Ozean bewiesen keinen Klimawandel. Also wurden die bisherigen Rohdaten "neu bewertet" und prompt erhielt man die gewünschten Ergebnisse: "Die Ozeane werden wärmer". (Telepolis)

23.5.10

Stalagtit

Captain Kirk hält einen Stalagtit in der Hand. Oder jemand aus dem damaligen Team hat sich einen gewaltigen Scherz erlaubt.



(Aus der Folge: Der alte Traum)

Nachtrag: ist auch anderen aufgefallen.

Prag: Fürstlich dinieren

Neulich hatte ich einen Termin in Prag. Am Abend wurde nach einem Restaurant gesucht, in dem sich auch Nichtraucher wohl fühlen. Das ist schwierig, weil es in der Tschechischen Republik noch kein strenges Nichtrauchergesetz gibt wie in anderen EU Ländern. Eher zufällig landeten wir im Hotel U Prince, ein Kellner führte uns in einen eleganten Raum wie aus einer anderen Zeit:

Die Stühle sahen nicht nur gut aus, sie waren sogar bequem.


Im Hauptraum spielte eine Jazzband. Und sie spielte gut.

Ein Hauptgang kostete zwischen 10 und 15 Euro. Service war gut, es wurde eine lange, feucht-fröhliche Runde.

18.5.10

London: Speakers Corner


Speakers Corner im Hyde Park ist immer ganz lustig. Diesmal war es kein "The end is near" Typ, sondern ein Muslim. Soweit ich verstanden habe, wollte er dass es Schulen für Muslim-Jungs gibt, denn deren Bildung sei wichtiger falls es einen Krieg gibt. Wie immer war auch ein Betrunkener dabei, der dazwischen rief. Dieser hatte sogar seine Bierdose in der Hand. Während der Sprecher sein Zeug erzählte, rief der Betrunkene dazwischen:
We need more rollerskates!
Das gab allgemeines Gelächter. Etwas später erzählte der Sprecher, die Leute sollten bescheidener werden und nicht nur für ein neuen Mercedes arbeiten. Der Betrunkene rief dazwischen:
But I like Mercedes!
Erneut allgemeines Gelächter.

London: Museum Pool


Der Hotel-Pool im "Museum-Design".

Das war allerdings auch das Beste vom Grange City Hotel.

Gefrühstückt habe ich lieber draussen in einem PRET A MANGER Laden. Davon gibt es viele in London, und das Essen ist wirklich gut und bezahlbar (ca. 7 Pfund für Sandwich, Latte, Smoothie, Nachtisch und kostenlosen WiFi). Im Hotel hätte ein "Continental" Frühstück (kein Buffet) 23 Pfund gekostet und WiFi 12 Pfund für 24 Stunden. Für Mittags und Abends gibt es auch viele pubs (die nun langsam aussterben oder in Ketten einfliessen) in denen man essen, trinken und auf internet zugreifen kann.

London: Vorratsdatenspeicherung mit der Oyster Card

Ich war vor kurzem in London. Um günstig herumzukommen, besorgt man sich am besten eine Oyster Card (und nicht mehr die "off peak travel card" wie früher) Das ist eine prepaid-Karte, mit einigen netten Features, so zahlt man pro Tag niemals mehr als eine Tageskarte. Die Karte kann man mit Bargeld oder über Kreditkarte aufladen. Und man kann an Automaten anschauen, wie sie benutzt wurde:

Das da oben ist übrigens die Anzeige irgendeiner Frau, die vergessen hatte, am Automat CANCEL zu drücken nachdem sie sich ihren Status hatte anzeigen lassen. Ihr Lebensmittelpunkt ist wohl bei Maida Vale.

Aber es kommt noch besser. Man wird ermutigt, die Karte zu registrieren, denn dann könne man die Karte bei Verlust sperren. Auf dem Formular steht am Ende Folgendes:

(Wobei die Karte natürlich auch dann nicht mehr richtig anonym ist, wenn sie nicht registriert, aber mit Kreditkarte aufgeladen wird).

Für die berüchtigte Londoner Polizei ergeben sich also ganz neue Möglichkeiten: sie könnte zum Beispiel herausfinden, wann irgendjemand mit der "falschen" Gesinnung bzw. Hautfarbe ausser Haus ist, um dann in Ruhe einen Trojaner auf seinem PC zu installieren. Oder beim "touch in" bzw. "touch out" über die Überwachungskamera ein frame abspeichern, um immer aktuelle Fotos der Bürger zu haben.

9.5.10

no change (13): yes we can keep drilling

Die Regierung von US-Präsident Obama hat nach der Ölkatastrophe weitere 27 Genehmigungen zum Tiefseebohren ohne Umweltprüfung gestattet. (McClatchy, Telepolis)

2.5.10

Kanonenfutter wird knapp (10): noch ein Orden, bitte

Was tun, wenn's im Krieg nicht so gut läuft? Die FDP hat die Lösung: nicht Rückzug oder besseres Material, sondern: wir brauchen ein Orden für Verwundete. (FOCUS)

Nachtrag 13.11.2010: Karl-Theodor zu Guttenberg hat einen neuen Orden erschaffen ("Sonderstufe der Einsatzmedaille" - wobei die Einsatzmedaille alle bekommen die einen Einsatz im Ausland hatten!), der auch in der Wulffsschanze gebilligt wurde. Ein Verwundetenabzeichen soll es aber nicht geben. (SPIEGEL)

Anschlagsvarianten

Die Bertelsmann-Presse (FTD) ist sich offenbar noch nicht sicher, was sie zu dem "verhinderten Anschlag" im Times Square (seit wann kann man dort überhaupt parken?!) schreiben will:

Version 1:


Version 2:

no change (12): no shield

Die Regierung von US-Präsident Obama möchte einen Reporter zwingen, seine Quellen zu verraten. (New York Times) Beachtenswert ist dass es um CIA-Aktionen während der Bush-Regierung geht, und Obama gleichzeitig der Öffentlichkeit vorheuchelt, als wolle er Journalisten künftig vor solchen einem Zwang zum Quellenverrat schützen.

30.4.10

Karriere-Abschwung für La Lopez

Katharina Miklis von der Welt lästert gekonnt über Jennifer Lopez:
Die ersten Anzeichen für eine stagnierende Karriere sind: Wenn Promifrauen anfangen, eine eigene Modelinie herauszubringen. Oder ein Parfum. Manche eröffnen ein Restaurant. Oder werden Schmuckdesignerin. Jennifer Lopez hat das in den vergangenen Jahren alles getan.
Es gibt noch weitere Anzeichen dass die "jungen" Jahre einer Schauspielerin vorbei sind. Diese wurden durch Goldie Hawn in dem Film "Der Tod steht ihr gut" aufgezählt. Ich erinnere mich nicht mehr genau (und es fehlt auch in der IMDB), aber ein weiteres Kennzeichen ist eine Rolle als "Die Staatsanwältin".

Demnoch ist JLo noch immer um Klassen besser als eine gewisse Deutsch-Südamerikanische "Werbeikone", die dank unangenehmer Stimme nur wenige Sekunden Filmerfahrung hat und nun Werbung für "Kik" macht.

26.4.10

Neues Wort (30)

Boobquake: Frauen zeigen bebendes Holz vor der Hütte. Und warum? Ein Iranischer "Geistlicher" hatte vor ein paar Tagen behauptet, dass zu leicht bekleidete Frauen Erdbeben verursachen würden. Daraufhin rief eine gewisse Jennifer McCreight den "Boobquake" Tag am 26.4.2010 auf, an dem sich Frauen besonders freizügig kleiden sollen um die Theorie zu wiederlegen. Dummerweise gabs nun tatsächlich ein Erdbeben - was statistisch nicht ungewöhnlich ist. (gawker.com)

Malware aus Rom

Zugriffe auf zenit.org ("Die Welt von Rom aus gesehen") führen anscheinend seit gestern zum Empfang von malware, u.a. eine Datei namens allv7.pdf sowie andere Inhalte die als malware erkannt werden. Ursache ist wohl deren ad server, der im javascript nach Aufruf von

http://advertising.zenit.org/www/delivery/ajs.php?zoneid=28&cb=1422&exclude=,&loc=

manchmal (aber nicht immer - mehrfach versuchen lohnt) Folgendes bringt:

"<"+"iframe src=\"http://trustandgoinc.com/in.cgi?default\" width=\"0\" height=\"0\" frameborder=\"0\"><"+"/iframe>

trustandgoinc.com hat, gelinde gesagt, keinen guten Ruf.

Nachtrag 21:27: es ist unklar ob das Problem nun behoben ist. Zenit antwortet nicht (trotz zwei Benachrichtigungen auf derem Kontaktformular http://zenit.org/form-8 !), malware-Meldungen kommen nicht mehr, aber das IFRAME tauchte noch auf. Es könnte aber auch sein dass trustandgoinc.com deaktiviert wurde.

Nachtrag 22:00: http://trustandgoinc.com/in.cgi?default achtet anscheinend darauf, wer aufruft, und liefert nur beim ersten Mal eine redirection auf eine andere dubiose Adresse, danach nur noch eine redirection auf google.

Nachtrag 27.4.2010 8:33: Google und Firefox haben trustandgoinc.com als "attackierend" registriert. Der Zenit ad server hat den Fehler noch immer.

Nachtrag 2.5.2010: Zwar noch immer keine Antwort von den Dilettanten aus Rom, aber der Zenit ad server ist nun gesperrt, nur über Kennwort zugänglich. Es wurde offenbar erst reagiert weil Google zenit.org selbst auf die Warnliste gesetzt hat. Die Stellungnahme von zenit.org ist, gelinde gesagt, scheinheilig - da der zenit.org ad server nun mal auf eine "böse" Seite verwiesen hat. Der Satz "Unsere Techniker garantieren, dass der Aufruf der Seiten keine Gefahr in sich birgt" ist ein Hohn - hätte ich damals nicht zeitnah nach der Heise-Meldung das update vom Acrobat Reader installiert, wäre ich nun infiziert.

25.4.10

Nicht handzahm (24): die Stuhlbesetzerin


Es gibt zwar genug freie Körbchen, aber im Chefstuhl entspannt es sich am besten!

24.4.10

Müller: Limitierte Maracuja

Für günstige 49 cent kaufte ich heute eine "Müllermilch LiMiTiERT Typ Rooibos Maracuja":


Dank regelmässige Sensibilisierung durch Foodwatch warf ich auch einen Blick auf die Zutatenliste (klick zum Vergrössern):


Irgendwie fehlt die Maracuja auf der Liste. Geschmacklich erinnerte mich der Inhalt eher an Mango und Caramel. Rooibos habe ich nicht geschmeckt, der ist aber auch "in echt" nicht sehr stark.

19.4.10

Schlecht anonymisiert (3): Die Sumpfversteher

Die Frankfurter Rundschau hat einen interessanten Artikel über die Nachwehen vom "Sachsensumpf", eine Verschwörungsgeschichte die auf üblen Tratsch aufgebaut war; durch den "stille Post" Effekt wurden die Behauptungen von Woche zu Woche bunter. Ich selbst erinnere mich an ein TV-Interview, in dem der "Zeuge" nicht einmal ansatzweise glaubwürdig erschien. Zum FR-Artikel:
Richter a. D. (...) hat heute noch schlaflose Nächte, wenn er an den 21. Januar 2008 zurückdenkt, als der Spiegel mit der Geschichte "Dreckige Wäsche" erschien. (...)

Angeklagt wegen Verleumdung sind zwei Leipziger Journalisten, Thomas D. und Arndt G., deren Namen unter dem Beitrag standen. Der Dresdner Büroleiter des Spiegel, auch in der Autorenzeile vermerkt, steht nicht vor Gericht: Das Magazin druckte eine Richtigstellung und akzeptierte eine Geldauflage von mehreren Tausend Euro.

Die Angeklagten (...) haben in einer von ihren Anwälten verlesenen Erklärung bestritten, dass die beanstandeten Passagen von ihnen stammten.
Schon eine einfache Suche nach dem Artikeltitel findet den Artikel mit den Namen der Angeklagten Autoren. Und BILDBlog linkt gar auf den ursprünglichen SPIEGEL-Artikel. (Eine "Richtigstellung" ist darin nicht zu finden, die war wohl nur im Heft)

Nachtrag: Die mit der FR verbandelte Berliner Zeitung berichtet gleich ohne Anonymisierung, lässt aber das entscheidende Detail weg - nämlich dass die beiden behaupten, sie hätten die Passagen gar nicht geschrieben.

17.4.10

Schlechte Woche für Stasi IMs

Gleich zweimal haben diese Woche ehemalige Stasi IMs, die verhindern wollten dass eben dies öffentlich genannt wird, Prozesse verloren:
  • "IM Schubert" verliert endgültig gegen den Zwickauer Pfarrer Edmund Käbisch (ddp)
    Mehr zum Thema hier und hier
  • "IM Wilfried" verliert in zweiter Instanz (Revision wurde zugelassen) vor dem Kammergericht, in der ersten Instanz hatte er noch gewonnen.
Nachtrag 8.6.2010: "IM Wilfried" lies die Revisionsfrist verstreichen, und verlor weitere Prozesse zum Thema. Nur gegen den RBB gewann er, aber nur weil der RBB zu feige war. (Tagesspiegel)

12.4.10

no change (11): dirty bomb PR

Für U.S. Präsident Obama läuft es derzeit politisch nicht so gut - also warnt er vor einer "schmutzigen Bombe". (FTD) Das Gleiche tat schon sein Vorgänger George W. Bush, er behauptete ein gewisser José Padilla würde genau so einen Anschlag planen. (Die Vorwürfe wurden später kleinlaut fallen gelassen und er wurde schliesslich "nur" noch allgemein wegen Verschwörung verurteilt)

Das Konzept einer "schmutzige Bombe" existiert meines Wissens nun schon seit Jahrzehnten. Es ist nicht mehr als eine üble Idee, deren Realisierung (zum Glück) extrem schwierig ist, für Propaganda-Zwecke aber immer gut geeignet.

11.4.10

Schlecht anonymisiert (2): der Mehl-Mann

In SPIEGEL-TV war ein interessanter Bericht über zwei inzwischen verurteilte Stalker (ein Auftraggeber und sein Handlanger), ein ähnlicher Bericht findet sich im Hamburger Abendblatt (falls Text nur für Abonnenten, hier klicken).

Die Hinweise: er heisse Rolf B., und sei Vorstand beim grössten Mehlhersteller gewesen.

Das klingt nach schlechter Anonymisierung, und lädt ein zur Recherche (so wie z.B. in diesem Fall).

Wer ist der grösste Mehlhersteller? Antwort hier. Den ehemaligen Vorstand findet man nun auch sehr leicht.

Nachtrag: Am 3.9.2010 berichtete das Handelsblatt ohne Anonymisierung: Der Stalker im Chefsessel

3.4.10

Gerdgas auf den Spuren von Barbra Streisand

Rechtsanwalt Schröder liess durch seinen Rechtsanwalt Nesselhauf den Rechtsanwalt Steinhöfel abmahnen wegen diesem Beitrag, der sich mit dem bisher unbekannten Beifahrer bei der Alkoholfahrt von Margot Käßmann befasst. (Focus) Unklar ist jedoch, welche der beiden Aussagen abgemahnt werden: die Beifahrer-Behauptung oder die "Putin-Lakai"-Bezeichnung. Klar ist jedoch, dass Schröder nun den Streisand-Effekt kennen lernt.

Den Beitrag selbst halte ich bzgl. der Beifahrer-Behauptung für zweifelhaft:
1) RA Steinhöfel gehört wohl kaum zu der entsprechenden Polit- oder EKD-Szene;
2) Wieso wurde der Name der prominenten Fahrerin an die Bildzeitung gegeben, nicht aber der Name des prominenten vermeintlichen Beifahrers?

Nachtrag 6.4.2010: Kaum ist die Osterpause vorbei, schon ist die einstweilige Verfügung zugestellt. Erlassen war sie bereits davor. Auch die Antragsschrift ist veröffentlicht, und auch von Anfängern problemlos zu verstehen: er war nicht Beifahrer. Und gleichzeitig ist nun klar, dass Schröder sich nicht gerichtlich gegen die "Putin-Lakai" Bezeichnung wehrt (die Antragsschrift geht nicht nochmal extra darauf ein, die eidesstattliche Erklärung des Ex-Kanzlers überhaupt nicht).

Nachtrag 9.4.2010: Kleinlaut schreibt Steinhöfel auf dem ursprünglichen Blog-Eintrag nun: "Die Behauptung ... beruhte auf unzutreffenden Informationen". Ursprünglich hatte er groß getönt, er habe zwei unabhängige Zeugen.

1.4.10

Falscher Wein? (2)

In dem Streit um Wein aus dem vermeintlichen Besitz von Thomas Jefferson gibt es eine neue Klage. Milliardär Bill Koch behauptet, die Leute gefunden zu haben die die Initialen "Th.J." auf Flachen eingraviert haben, nennt allerdings nicht die Namen. Und diese Handwerker seien nicht etwa 200 Jahre alt, sondern lebten in dem gleichen Dorf wie der noch lebende Weinguru, gegen den die Klage läuft. (Courthouse News Service, Winespector)

Zwar sind die Details der Klage interessant, aber den Erfolg halte ich für zweifelhaft: Kläger und Beklagte hatten kein Vertragsverhältnis, und der Beklagte lebt nicht in den USA.

Nachtrag 23.4.2010: Der Stern nennt Details zu den Graveuren.

27.3.10

Teurer Parkschaden (2)

Eine Aufklärungsdrohne hat beim Zurücksetzen eine Transall beschädigt. Trotz diverser Kameras und Sensoren. (FTD)

Nachtrag 1.4.2010: Es war ein Totalschaden. (SPIEGEL)

24.3.10

Nicht handzahm (23): die schwarze Hand





Fürchtet euch !!!

17.3.10

Verhandlung am LG Berlin 86 S 6/10

Zufällig hatte ich heute einen Tag Resturlaub genommen, da passte es einfach zu gut, sich eine Verhandlung vor dem Landgericht Berlin anzuschauen. Kläger ist ein bekannter Berliner Rechtsanwalt, Beklagte ist Rolf Schälike, der Betreiber von Buskeismus.de. Der besagte Rechtsanwalt möchte sich vor den Webseitenbetreiber (bzw. seiner Art der Berichterstattung über den Kläger) mit Hilfe vom Gewaltschutzgesetz schützen.

Im Sitzungssaal waren etwa 8 Stühle, einige Zuschauer mussten stehen oder auf dem Boden sitzen, darunter eine Zeichnerin (möglicherweise diese). Das Gericht bestand aus drei Richterinnen, Namen weiss ich nicht, standen auch nirgendwo. Der Kläger war nicht erschienen und war vertreten durch eine junge Anwältin, der Beklagte war erschienen und vertreten durch RA Reinecke von Schön & Reinecke.

Bei den meisten Verhandlungen vor Zivilgerichten habe ich Folgendes erlebt: Nach etwas formalem Geplänkel erzählt das Gericht, wie es die Sache sieht, und eine Seite wirkt unglücklich, und argumentiert aus der Defensive. So war es auch hier. O-Ton des Gerichts: "... Berufung wurde rechtzeitig eingelegt, das war es aber auch schon." Aua.

(zum AG Urteil, gegen das Berufung eingelegt wurde)

Die Berufung wird wohl als unzulässig abgewiesen werden, aus zwei formalen Gründen:
  1. In der Berufungsschrift wurde "mehr" beantragt als das Amtsgericht abgewiesen hatte. Konkret ging es anscheinend um eine in dem Antrag der Berufungsschrift fehlende Frist von 6 Monaten die in einem früheren und durch das AG bereits aufgehobenen Beschluss vom LG stehen soll, (aber im AG Urteil vom 28.4.2009 merkwürdigerweise nicht erwähnt wird), wobei es Streit zwischen Kläger-Anwältin und Gericht gab ob die Frist angegeben war oder nicht. Das Gericht meinte, das sei "nicht heilbar", die Kläger-RAin beantragte jedenfalls die 6 Monatsfrist, fast-O-Ton der RAin: "dass der [LG] Beschluss vom 16.3.2009 bestätigt wird mit der Massgabe, dass Dauer der Anordnung begrenzt auf 6 Monate auf Verkündung des Berufungsurteil bezieht". (Grammatikfehler sind meine)
  2. Die "Beschwer" sei weggefallen aufgrund der langen Zeit. Hier fragte das Gericht, ob denn in der Hauptsache geklagt worden sei. (Nein) Die RAin meinte, die einstweilige Verfügung für 6 Monate soll als Versuch dienen, beim Beklagten "Einsicht" zu erreichen, und falls ja, könne man sich die Hauptsache sparen. (Nachtrag: die FAZ hat diesen Punkt nicht richtig kapiert und bekam prompt unangenehme Post)
Inhaltlich wurde wenig verhandelt, da das Gericht das für überflüssig hielt. Was sonst noch zur Sprache kam:
  • Kläger mag anscheinend die Pressemitteilung nicht
  • "Hören Sie auf mit der Berichterstattung... in dieser Art... unwahre Tatsachen..."
Die Entscheidung soll "zum Schluss der Sitzung" ergehen, also irgendwann heute Nachmittag, und wird dann wohl hoffentlich beim Kläger stehen.

Einer der Zuschauer, der zum Schluss kurz die Hand des Beklagten geschüttelt hatte, kam mir bekannt vor. Er sieht aus wie dieser Journalist, dummerweise hat es bei mir erst nach 2 Stunden "bing" gemacht. (Ja, er war es)

Nachtrag 23:30:
Die skurrilen Zufälle werden immer mehr. 1) Sowohl der Kläger als auch ich waren auf einer Veranstaltung der ARD (Vorab-Filmvorführung) am Abend, er war sogar einer der VIPs mit reservierten Platz, ich drei Reihen dahinter auf einem normalen Platz. Ich habe aber bewusst vermieden ihn anzusprechen. 2) Ich meine, erneut den besagten Journalisten gesehen zu haben.

Nachtrag 15.4.2010: Das Urteil