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30.5.11

Angriff der spanischen Killergurken! (2)

Bananen können auch gefährlich sein:


Zurück zum Thema Gurken:
Merkwürdigerweise berichtet niemand, wo einwandfreie Gurken zu finden waren. Daraus müsste sich eigentlich ein Muster ergeben, welche Regionen "sauber" sind. Bekannt ist derzeit lediglich dass drei spanische Gurken infiziert waren. Wobei auch nicht verraten wurde, ob die Oberfläche oder das Innere der Gurken betroffen war.

Statt dessen wird mit sinnloser Kaffeesatzleserei Panik verbreitet.

3.10.10

Gerald Hüther im ZDF

Von ADHS-Leugnern, Psychiatrie-Hassern und Vitamin-Verkäufern wird gerne der Göttinger Prof. Gerald Hüther zitiert. Gestern war im ZDF eine Sendung ("Ketten im Kopf") über eine kleine Gruppe von ADHD-Kindern die für 8 Wochen auf eine "Alm" (= ein abgeholzter Berg) geschickt werden um ohne Medikamente auszukommen. "Projektleiter" Hüther kam auch für gefühlte 2 TV-Minuten auf die "Alm" und sprach mit den Eltern:
Das sind richtig starke Kinder. Es sind eigentlich die Kinder, die wir uns für die Zukunft dieser Gesellschaft wünschen könnten. Es sind Kinder, die sich nicht funktionalisieren lassen. Also man nennt das schwererziehbar. Aber es sind im Grunde genommen Kinder die man nicht verbiegen kann. Was man machen kann oben in der Alm man kann sie ermutigen und man kann sie inspirieren eine neue Erfahrung zu machen.
Eine der Mütter störte sich daran, dass die Schwierigkeiten der Kinder nicht berücksichtigt werden, z.B. dass sie häufiger Verkehrsunfälle haben durch ihre Unaufmerksamkeit. Eine andere Mutter bemerkte dass ihr Sohn vom Unterricht ausgeschlossen wird. Eine weitere Mutter meinte ja, man könne sagen zwar sagen "Das Schulsystem ist schuld", aber man muss halt darin zurechtkommen wenn man was werden will.

Hüther meinte, er wolle die Kinder so stark machen, dass sie das System aushalten, Selbstvertrauen bekommen, sich bedeutend fühlen.

Nach 8 Wochen behauptet der TV-Sprecher, dass die Kinder ruhiger geworden sind, und dann folgt das obligatorische Lagerfeuer und alle sind glücklich.

Einer der Betreuer schwärmte dann den Eltern vor, wie toll doch alles gewesen sei, man have viel geheult, umarmt und gekuschelt.

2 Monate später sah alles schon anders aus. "Nicola" ist langsam und kommt nicht mit und behindert den ganzen Unterricht. "Robin" ist ebenfalls unaufmerksam, die Mutter (Kinderärztin) ist enttäuscht, denn es gibt keine Verbesserung. Der wesentliche Unterschied ist dass die beide Kinder nun das Selbstbewusstsein haben, Medikamente abzulehnen.

"Malte" wechselt die Schule (es ist die 4te) und darf reiten und behauptet er sei nicht aggressiv. (Er wird es doch)

"Adrian" besucht eine Schule ohne Hausaufgaben. Die Mutter meint er sei viel netter und kuschelt viel und sei selbstbestimmter.

"Drei andere Jungs" seien kurz davor die Tabletten wieder zu nehmen, einer nehme sie bereits, weil die Lehrer sonst mit ihm nicht zurecht kommen.

Der Beitrag hat, auch wenn unbeabsichtigt, deutlich gezeigt dass diese Kinder grosse Probleme haben, darunter leiden, und nicht mit der Gesellschaft zurecht kommen. Die Methoden von Hüther verstärken das sogar noch. Natürlich ist auf einer "Alm" mit vielen Betreuern pro Kind und ohne Schule alles supi, aber kaum ist der Urlaub zuende, stört die Realität.

Bei den Kindern handelte sich sich auch nicht um die "Kevin", "Dennis", "Jeremy" oder "Justin" (Zum Thema Kindernamen und was sie über die Eltern aussagen, siehe auch Kapitel 6 in "Freakonomics") aus der Supernanny-Sendung, wo schnell offensichtlich ist, dass die Eltern das Problem sind.

Irgendwie erinnert mich Prof. Hüther an manche Tierversuchsgegner - wenn man mit denen genauer redet, zeigt sich dass es nicht um Tierversuche geht sondern um Ablehnung von Medizin, Kosmetika und Wissenschaft überhaupt.

Nachtrag 17.5.2011: Gestern war diese "Alm" (nun in der "Sinn-Stiftung" organisiert) auf RTL "Extra" zu sehen. Die Ergebnisse sind ähnlich, ausserdem kostet das Programm laut Sender 4500 Euro pro Monat.

Nachtrag 25.3.3013: Sexueller Missbrauch auf der "Alm"? (Spiegel)

Nachtrag 3.9.2013: Die Zeit nimmt Hüther gekonnt auseinander. Nebenbei wird erwähnt, dass das Alpenprojekt still beendet sei.

14.11.09

Ich bin ein Impfling

Auch als nicht-BILD-Leser ist mir die Panikmache bezüglich der Schweinegrippe durchaus bewusst, ebenso die Problematik dass die WHO durch die Pharmaindustrie beherrscht wird. Demnoch habe ich mich impfen lassen weil ich an die Impf-Wissenschaft glaube und nicht irgendwelchen Spinnern - sollte die Schweinegrippe doch was Schlimmes sein, wäre ich gerne ein Überlebender. Über die Webseite vom Berliner Senat fand sich eine Praxis in meiner Nähe, in einem "schlechten" Viertel von Berlin. Die hatte gar kein Interesse an Terminen: "Wir machen keine Termine, kommen Sie einfach ab Mittwoch vorbei!". Gehört, getan. Das Aufklärungsformular habe ich mir aus dem Internet besorgt und vorab ausgefüllt. Am Mittwoch fand sich dort eine hecktische, aber gut organisierte, freundliche Internisten-Praxis. Obwohl 20 Leute im Wartezimmer waren, war ich 10 Minuten später schon dran! Es ging dann ganz schnell, und schon hatte ich eine Spritze in der Schulter und eine Bescheinigung. Der Pieks ist nichts gegenüber etwas anderes was ich erlebt habe.

Nebenwirkungen:
  • 2 Tage lang Kopfschmerzen, die ich aber mit den üblichen Mitteln in den Griff bekam. Die Kopfschmerzen können aber auch damit zu tun haben, dass ich am Mittwoch tagsüber zuviel Kaffee getrunken habe und so der Schlafrhythmus durcheinander kam. Fehlzeiten am Arbeitsplatz: keine.
  • Schmerzen in der Schulter.
Heute, am Samstag, ist eigentlich alles wieder OK, bis auf noch sehr leichte Schmerzen in der Schulter.

In ein paar Wochen lasse ich mich erstmalig auch wegen der "normalen" Grippe impfen.

Nachtrag Mitte Dezember: Dies ist nun geschehen. Nebenwirkungen diesmal nur Schulterschmerzen am Abend nach der Spritze und danach nicht mehr.

5.9.09

Alarm für Blödsinn 11

Mir ist durchaus bewusst, dass Alarm für Cobra 11 nur eine Reihe von Stunts sind, die durch eine vermeintliche "Story" zusammengehalten werden, weswegen ich in über 10 Jahren bisher nur 3 Folgen jemals geschaut habe. Aber diesmal wollte ich Oliver Pocher sehen, der war auch tatsächlich ganz lustig (er spielte einen Spinner, der an diverse Verschwörungen glaubt). Was mir noch so auffiel, war haarsträubender Unsinn:
  • Nachdem dessen Tank von Kugeln durchsiebt ist, fliegt der Mini der Freundin von Pocher 2 Meter in die Luft. Dann explodiert er.
  • Bei der "Sprengung" der "Messehallen" gibt es eine Durchsage mit Countdown. Es fehlte eigentlich nur noch zum Schluss "Schönen Tag noch!" wie in dem Film "Space Balls".
  • Das "Grippevirus" braucht 8 Stunden um zu wirken. Das "Gegenmittel" wirkt dagegen innerhalb von Sekunden.
  • Nachdem die Gangster den Server mit dem Baseball-Schläger bearbeitet haben, ergibt der Zugriff auf die Videodatei "Error 404" (URL nicht vorhanden). Richtig wäre "Timeout".
  • Der Verschwörungstyp hat seinen Server zu Hause (mit einem Aufkleber SERVER drauf), und das obwohl laut seinen Angaben CIA, FBI, BND, und die GEZ hinter ihm her sind. Ach ja, und Backups gibt es auch keine.
Die Frage ist nun: hält RTL seine Zuschauer für so dämlich, oder sind die es wirklich?

6.1.09

Neues Wort (XIX)

Third-Hand Smoke: Bezeichnung für Zigarettenrauch auf Kleidung und Haaren. Das stinkt nicht nur, sondern ist auch ungesund, dank Blausäure, Butan, Toluol, Arsen, Blei und Polonium 210 (New York Times, Telepolis).

4.11.08

Pseudowissenschaft (9): Mobilfunk aus dem Nichts

Dr. Gerd Oberfeld hatte in einer Langzeitstudie "herausgefunden" dass es eine Häufung von Krebs im Umfeld einer bestimmten C-Netz-Mobilfunkstation in Österreich gäbe. Zu dumm, dass es diese Mobilfunkstation nicht gab. (heise.de, mobilkom.at)

5.3.08

Bayrische Prozente

Zählen ist noch leicht, aber schon beim Prozentrechnen tun sich manche schwer - so zum Beispiel der Bayerische Hausärzteverband. Der ist unzufrieden mit dem Einkommen seiner Mitglieder (das verstehe ich) und hat diese aufgefordert, ihre Kassenzulassung zurückzugeben, um dann vermeintlich bessere Einzelverträge mit den Krankenkassen zu machen (trotz §§ 95b und 72a SGB V die genau das verhindern, siehe auch Rechtssprechung dazu: Grundsätzlich kein Anspruch auf die Behandlung von GKV-Versicherten nach kollektivem Zulassungsverzicht). Bei einer Protestveranstaltung am 30.1. in Nürnberg sollte nicht nur tüchtig protestiert werden, sondern außerdem geklärt werden, ob 70% der Ärzte zum Ausstieg bereit seien, um auf diese Weise ein "Systemversagen" zu erzeugen. Doch es wurde nicht geklärt. Zwei Wochen später lästerte die IG Metall, dass es noch kein Ergebnis gäbe: Nicht vorstellbar, dass eine Gewerkschaft eine Urabstimmung durchführt und zwei Wochen später immer noch kein Ergebnis vorliegt. Nach drei Wochen war immer noch nichts geklärt. Auch nach einem Monat noch nicht - vielmehr deutet sich ein peinlicher Flop an. Nun soll erst im Sommer gezählt werden. Zum Vergleich: die Urabstimmung bei der BVG (Berliner U-Bahn, Bus und Tram) wurde am Montag dem 25.2 gestartet, und am Freitag 29.2. war das Ergebnis schon da, und seit heute wird gestreikt.

Nachtrag 21.6.2009: Weitere Rechtssprechung: Sechsjährige Zulassungssperre für Ärzte nach Aktion zum kollektiven Zulassungsverzicht ist rechtmäßig

Nachtrag 23.12.2010: Dieses Jahr hat der Bayerische Hausärzteverband es nochmal versucht, und diesmal wurde das Ergebnis auch verkündet: nur 39%, erhofft waren 60%. Jetzt soll die Wahlfrist verlängert werden. (Welt)

2. Nachtrag 23.12.2010: der Chef vom Bayerischen Hausärzteverband Wolfgang Hoppenthaller ist nun zurückgetreten. (Welt)

20.12.07

In Rente wegen Ulla

Vor einem knappen Monat hatte ich noch meinen Hausarzt gelobt - und heute erfahre ich, dass er Ende des Jahres in Rente geht. Begründung: er ärgere sich nur noch über die ständig wachsende Bürokratie, werde immer mehr Angestellter des Staates, obwohl er vor 20 Jahren als Freiberufler angetreten war. Ich erwähnte, dass ich mal gehört habe, dass Hausärzte erst nach 3 Monaten wissen, was sie für die Behandlung der "gesetzlichen" Patienten bekommen würde; er meinte es sind inzwischen 6 Monate, davor gäbe es nur kleine Abschläge. (Lieferanten, Vermieter und Mitarbeiter wollen jedoch monatlich bezahlt werden). Von den 8% Privatpatienten könne er nicht leben. Zusammenfassend meinte mein Arzt, er gehe in Rente wegen Ulla Schmidt. Ich meinte zu ihm, dass jedesmal wenn sie was sage, ich den Eindruck habe, sie rede Unfug. Er antwortete etwas noch viel Schlimmeres, das ich besser nicht weitergebe (manche Minister sind bekanntlich empfindlich). Dafür aber auf diese Pressemitteilung verweise (gefunden durch eine Google Suche), gegen die Frau Schmidt meines Wissens nicht geklagt hat.

12.12.07

Tu felix Bavaria! (2)

Die Bayerische Gemütlichkeit wird jetzt noch gemütlicher: Bayern erlässt das schärfstes Rauchverbot der Republik. (Netzeitung)

Nachtrag 15.7.2009: schon wieder vorbei mit der Gemütlichkeit. In kleinen Gaststätten, Nebenräumen und Bierzelten darf wieder geraucht werden.

Nachtrag 4.7.2010: nach einem Volksentscheid soll ab 1.8 das Rauchen wieder komplett verboten werden. (FTD)

30.11.07

Patient informiert sich besser

Der Stern Pharmablog liefert Tipps, wie man klären kann, ob der eigene Hausarzt eher am Geld der Pharmaindustrie und des Patienten, oder eher an der Gesundheit des Patienten interessiert ist. Zu ersteren Sorte gehören die Hausärzte, die sich von Novartis sponsorn lassen oder überflüssige "individuelle Gesundheitsleistungen" (IGEL) aufdrängen. Zu zweiten Sorte gehört glücklicherweise mein Hausarzt - er verschreibt zurückhaltend und meistens Generika, und belästigt mich auch nicht mit Igeln.

27.10.07

Blinddarm doch nützlich

Schon immer hiess es, dass der Wurmfortsatz des Blinddarmes unbedeutend sei. Nun stellt sich heraus, dass er doch einen Sinn hat - wenn auch nur in der dritten Welt: der Ort ist eine Reserve an nützlichen Darm-Bakterien, die jedoch in entwickelten Ländern aufgrund der Hygienestandards überflüssig ist. (Stern, Science Daily)

21.10.07

Gesundheitsreform durch Selbstbeteiligung

In Großbritannien greifen Zahnarzt-Patienten immer öfter zur "Selbstbeteiligung": sie ziehen sich die schmerzenden Zähne selbst, weil sie gar keinen Zahnarzt finden. (SPIEGEL Online) Vielleicht eine Inspiration für die nächste "Reform-Idee" von Ulla Schmidt?

22.9.07

Hoppla, verwechselt

Geschichten über Irrtümer bei Operationen kannte ich bisher nur aus dem Fernseh-Sketchen - und doch passiert es 200 mal im Jahr (Die Welt). Bei meiner Operation hatte ich zuerst überlegt, auf diverse Stellen "Hier nicht!" hinzuschreiben. Schliesslich kam ich auf eine einfachere Lösung: beim Wechsel auf den OP-Tisch habe ich die Anwesenden gefragt, was denn bei mir zu machen sei. Die Antwort war - nach einem kurzem Zögern, vielleicht weil so eine Frage unüblich ist - dann auch die korrekte.

28.8.07

Aus dem Krankenhaus

Ich wurde operiert unter Vollnarkose, zum ersten Mal im Leben. Skurrile Erlebnisse:
  1. Das Angenehmste ist die Fahrt im Bett zum Operationssaal. Das übertrifft im Komfort noch die Fahrten in Mietwagen eines Stuttgarter Herstellers.
  2. Das Schlimmste ist das Einführen der Kanüle in die Hand. Eine Spritze in den Arm ist nichts dagegen;
  3. Ich bin nach der Operation dreimal aufgewacht, und habe jedesmal genau das Gleiche getan (Verband angeschaut) und gesagt;
  4. Ich erinnere mich an einmal Aufwachen im Aufwach-Raum, jedoch nicht, wie ich zurück ins Zimmer gerollt wurde, und auch nicht ans nochmalige Aufwachen im Zimmer.