Kater2 hat den ganzen Tag an nachhaltigen, ganzheitlichen, klimaschonenden umweltfreundlichen Investment-Strategien gearbeitet, außerdem an einer Rating-Agentur und einen Rettungsschirm für Katzen. Ausserdem hat er heute alle Geschäftsprozesse auf SAP umgestellt. Jetzt, am Nachmittag, ist er völlig geschafft. Es droht der Burnout.
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13.7.11
16.5.11
SAP-Kunden ködern (3): Apps, yeah!
2007 hatte SAP Grosses verkündet und versprochen. SAP wollte kleinere Unternehmen als Anhänger Kunden gewinnen. Nun sind fast 4 Jahre vergangen ohne dass sich Erfolg eingestellt hat - je kleiner ein Unternehmen, je seltener lässt sich der Chef durch Powerpoint-Folien beeinflussen. Inzwischen wurden bei SAP zwei Vorstände verschlissen, aber das Konzept "Business by Design" zündet noch immer nicht - laut FTD wurden 400 Kunden gewonnen, "geplant" (= erhofft) sind 1000 bis Ende des Jahres. Der neue "Plan" von SAP ist nun... die Töchter von Grossunternehmen zu werben (warum haben die nicht bereits das "normale" SAP eingeführt?!). Verantwortlich ist derzeit ein Peter Lorenz. Die Idee: Apps! Und was mit Mobil! Ein App-Store! Ab 10 Euro! Jetzt warte ich nur noch auf eine Kooperation zwischen SAP und angry birds! Auch amüsant an dem FTD Artikel ist aber was Herr Lorenz (angeblich) nicht sagen konnte oder wollte.
Nachtrag 11.11.2011: Gemeint sind ausländische Konzerntöchter. Die seien "wie kleine Mittelständler". Und man habe 700 Kunden. (FTD)
Nachtrag 11.11.2011: Gemeint sind ausländische Konzerntöchter. Die seien "wie kleine Mittelständler". Und man habe 700 Kunden. (FTD)
20.6.09
SAP-Kunden ködern (2)
Vor knapp 2 Jahren versprach SAP-Chef Henning Kagermann den potentiellen Anhängern aus dem Mittelstand das Blaue vom Himmel. Henning Kagermann ist ausgeschieden, und Léo Apotheker hat den Job. Der ist als "genialer Verkäufer" bekannt. Dummerweise braucht man in der Software-Branche nicht nur Verkäufer mit Sprüchen, sondern auch "geniale Software-Entwickler" um ein Produkt zu erstellen. In einem Artikel in der Welt steht nun, dass das schon 2007 erwähnte Produkt "Business by Design" noch immer nicht "marktreif" sei. Und dass viele "glänzende Entwickler" Abfindungsangebote angenommen haben. (Jeder kann sich leicht folgendes denken: Naturgemäss werden solche Abfindungsangebote eher von den Besten angenommen, die wissen wo sie danach unterkommen können, oder gar ihre eigene Firma gründen) Die eher "Zweitbesten" Entwickler, die bleiben, müssten sich nun nicht nur in die Software ihre Kollegen einarbeiten, sondern sich asserdem - laut einem im Artikel zitierten Mitarbeiter - demotivierende Parolen anhören ("SAP ist zu fett, wir müssen schlanker werden") und ohne Gehaltserhöhung auskommen. Gleichzeitig kündigt SAP an, durch Zukauf zu wachsen. So gibt man das Geld der Aktionäre aus. Gut dass ich nie einer war.
Nachtrag 7.2.2010: Léo Apotheker ist raus. (FTD)
Nachtrag 22.9.2011: Léo Apotheker ist auch bei HP raus. (heise)
Nachtrag 7.2.2010: Léo Apotheker ist raus. (FTD)
Nachtrag 22.9.2011: Léo Apotheker ist auch bei HP raus. (heise)
6.4.08
Bei ebay gescheitert, Buch geschrieben
Aus Scheitern kann man auch was lernen. Stern.de hat ein Interview mit Michael Marcovici, dessen ebay Firma Qentis im Januar 2006 pleite ging - daraus entstand nun ein Buch. Als Gründe sind zu erkennen:
- zu schnell gewachsen
- ineffizient verkauft: Wir haben zu zweit 250 bis 300 Aufträge am Tag bewältigt. Und später, mit 80 Angestellten, vielleicht 1200 Verkäufe am Tag.
- auf SAP umstellen wollen: Mit einem Berater, der gemeint hat, das sei alles überhaupt kein Problem. (Warum wohl hört man am Telefon im Gespräch mit Sachbearbeiten so oft den Satz "Das geht nicht, wir haben auf SAP umgestellt"?)
- durch Konkurrenten sabotiert.
29.9.07
SAP-Kunden ködern (1)
Nachdem viele Grossunternehmen SAP-Anhänger geworden sind, versucht die Software-Firma nun auch kleinere Betriebe zu ködern. Dafür verspricht SAP-Chef Henning Kagermann schon mal das Blaue vom Himmel im Interview mit der Welt:
Nachtrag 30.4.2008: Die Mittelständler lassen sich nicht so leichtblenden überzeugen wie erwartet. (Die Welt)
Wir bieten Berater an, die Ihnen ein paar zusätzliche Fragen zu Ihrer Firma stellen und in Erfahrung bringen, was Sie erreichen möchten: Ob Sie zum Beispiel den Vertrieb Ihrer Blumentöpfe ankurbeln möchten und diese übers Internet verkaufen, oder ob Sie ins Ausland expandieren wollen. Nach ein paar Stunden können Sie die Software online schon nutzen. Damit können Sie Ihren Einkauf regeln, Ihren Vertrieb oder zum Beispiel die gesamten Finanzen.Es bleibt abzuwarten, ob kleine Unternehmen solche unrealistischen, fast schon dumm-dreisten Versprechen tatsächlich glauben. So fehlt zum Beispiel der Hinweis, dass bei Umstellung die gesamte Datenbasis des Unternehmens zu einem Stichtag überspielt werden müsste, sowie die Schulung der Mitarbeiter die von heute auf morgen mit einem neuen System arbeiten sollen, und auf konkrete Fragen womöglich die Antwort bekommen: "Das geht nicht, wir stellen auf SAP um".
Nachtrag 30.4.2008: Die Mittelständler lassen sich nicht so leicht
3.7.07
Erst bestreiten...
... dann ein bisschen zugeben.
Fall eins: SAP wegen Industriespionage
Fall zwei: Marcus W. (alias Marco W.) wegen sexueller Mißbrauch einer 13-jährigen
Fall eins: SAP wegen Industriespionage
- SAP bestreitet, sich widerrechtlich Software von Oracle beschafft zu haben (heise.de, 21.5.2007)
- SAP gibt Zugriff auf Datenbanken von Oracle zu, es war aber nicht rechtswidrig, und nur eine Tochterfirma (dpa, 3.7.2007)
- SAP gibt Schuld zu, der Schaden sei aber gering, und die Tochterfirma sei geschlossen (FTD, 6.8.2010)
- SAP räumte ein, zur Patentverletzung durch seine inzwischen liquidierte US-Tochter TomorrowNow beigetragen zu haben (Welt, 29.10.2010) bzw. davon hätte wissen und es verhindern müssen ("reasonably should have known" about the abuses and failed to take steps to prevent them - San Jose Mercury News)
- SAP soll laut Jury-Beschluss 1,3 Milliarden $ zahlen. (FTD) Das wird aber wohl in der nächsten Instanz weniger werden.
- Genauso kam es dann auch: Jetzt sind es "nur" noch 272 Mio $ (FTD, 1.9.2011).
- SAP gibt klein bei, und zahlt 306 Millionen $. (heise.de, 3.8.2012)
- SAP legt noch was drauf, nun sind es 359 Millionen $. (heise.de, 14.11.2014)
Fall zwei: Marcus W. (alias Marco W.) wegen sexueller Mißbrauch einer 13-jährigen
- "Es war nur ein Urlaubsflirt" (dpa, 22.6.2007)
- "Sie hat mich angefasst, ich bin gekommen" (dpa 26.6.2007)
- Verurteilung zu 2 Jahre und 2 Monate (SPIEGEL, 16.09.2009)
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