31.5.11

Wahrheit, vielleicht

Die Ergüsse der BILD-Werbeikone Alice Schwarzer werden immer bizarrer:
Die Nebenklägerin habe sehr überzeugend dargelegt, dass sie vielleicht die Wahrheit gesagt habe
Soweit nachzulesen in diversen Medien. (Einige der Artikel sind bereits verschwunden bzw. ohne das Zitat - also Vorsicht)

Sicher ist aber: wer "vielleicht die Wahrheit" sagt, der hat auch "vielleicht gelogen". Und bei der besagten Nebenklägerin ist erwiesen, dass sie mindestens einmal gelogen hat.

Es erinnert mich an eine Buchkritik die ich vor Jahren las. Dort hiess es "Wenn auch nur die Hälfte von dem stimmt, was X schreibt, dann (...) ." Dem Rezensent war wohl nicht bewusst, dass der Satz auch bedeutet, dass der Rezensent es für möglich hielt, dass die Hälfte nicht stimmt.

30.5.11

Angriff der spanischen Killergurken! (2)

Bananen können auch gefährlich sein:


Zurück zum Thema Gurken:
Merkwürdigerweise berichtet niemand, wo einwandfreie Gurken zu finden waren. Daraus müsste sich eigentlich ein Muster ergeben, welche Regionen "sauber" sind. Bekannt ist derzeit lediglich dass drei spanische Gurken infiziert waren. Wobei auch nicht verraten wurde, ob die Oberfläche oder das Innere der Gurken betroffen war.

Statt dessen wird mit sinnloser Kaffeesatzleserei Panik verbreitet.

27.5.11

Angriff der spanischen Killergurken!

Naja, nicht ganz:



Nachtrag 28.5.2011: Wie Medien Panik schüren, hat BILDblog ausgewertet.

25.5.11

Regierungstreue Sicherheitsfirma (2)

Auch Elcomsoft macht auf regierungstreu: sie haben es geschafft, den Speicher von bestimmten iPhones zu knacken. Wie heise berichtet, will Elcomsoft die entwickelten tools nur Ermittlungs- und Regierungsbehörden sowie Nachrichtendiensten zur Verfügung stellen.

Wer also Putin zu laut kritisiert, sollte besser kein iPhone benutzen.

24.5.11

Überbelegt

Fotos der Überbelegung in Kalifornischen Gefängnissen (Seite 56 in der PDF)

Und hier noch mehr Fotos (Mother Jones Magazine)

18.5.11

Schlecht anonymisiert (6): Die Ästhetin

Einer Professorin wird vorgeworfen, in ihrer Doktorarbeit plagiert zu haben, und in der ersten Instanz wird dies bestätigt. (nicht rechtskräftig) Die Zeit nennt sie nicht, wohl aber den Titel der Arbeit: "Ästhetische Konstellationen" und ihren Arbeitsplatz: Fachhochschule Frankfurt. Die Frankfurter Neue Presse nennt nicht nur den Titel, sondern auch den Vornamen: Anette S.. Eine Google Suche nach dem Titel der Doktorarbeit reicht aus, um den Namen zu finden.

Nachtrag 20.5.2011: Sie hat gekündigt. (Journal Frankfurt, nennt ebenfalls den Titel)

16.5.11

SAP-Kunden ködern (3): Apps, yeah!

2007 hatte SAP Grosses verkündet und versprochen. SAP wollte kleinere Unternehmen als Anhänger Kunden gewinnen. Nun sind fast 4 Jahre vergangen ohne dass sich Erfolg eingestellt hat - je kleiner ein Unternehmen, je seltener lässt sich der Chef durch Powerpoint-Folien beeinflussen. Inzwischen wurden bei SAP zwei Vorstände verschlissen, aber das Konzept "Business by Design" zündet noch immer nicht - laut FTD wurden 400 Kunden gewonnen, "geplant" (= erhofft) sind 1000 bis Ende des Jahres. Der neue "Plan" von SAP ist nun... die Töchter von Grossunternehmen zu werben (warum haben die nicht bereits das "normale" SAP eingeführt?!). Verantwortlich ist derzeit ein Peter Lorenz. Die Idee: Apps! Und was mit Mobil! Ein App-Store! Ab 10 Euro! Jetzt warte ich nur noch auf eine Kooperation zwischen SAP und angry birds! Auch amüsant an dem FTD Artikel ist aber was Herr Lorenz (angeblich) nicht sagen konnte oder wollte.

Nachtrag 11.11.2011: Gemeint sind ausländische Konzerntöchter. Die seien "wie kleine Mittelständler". Und man habe 700 Kunden. (FTD)

Regierungstreue Sicherheitsfirma

Die Firma VUPEN behauptet, eine Sicherheitslücke im Google Chrome browser gefunden zu haben. (Beschreibung in Deutsch in PC-Welt) Die Details will sie jedoch nicht verraten, insbesondere nicht an Google selbst - sondern lediglich an Regierungskunden.

Diese lieben Regierungen könnten dann den nächsten Trojaner gegen die eigene Bevölkerung oder gegen andere Ziele bauen.

Nachtrag 22.6.2011: Artikel von Heise Security mit mehr infos.

10.5.11

Katze Tablette geben

Der Katze eine Tablette zu geben ist eine Kunst. Bei Google findet man durchaus Einiges zum Thema. Bei diesem Kater hat es früher bei Bedarf ganz gut geklappt, inzwischen wird er aber renitent.

Gemeinsam an den Tipps ist:
  • Maul der Katze öffnen durch beidseitigem Druck, Tablette tief einwerfen bzw. einlegen
  • Maul der Katze zu halten
  • Katze an der Kehle nach unten reiben
  • Abwarten ob Tablette rausfliegt
  • Erneut versuchen.
Leider klappt es nicht immer, die Tablette wirklich tief genug einzuwerfen, oft wandert sie seitlich raus, und der Unmut wächst.

Dieses Jahr habe ich Verbesserungen eingeführt (KVP kann man auch im Privaten leben!):
  1. Kater nicht zwischen den Beinen einklemmen, sondern frei vor mir in 45° hocken lassen. Das klappt erstaunlich gut, womöglich fühlt er sich dann nicht so bedroht.
  2. Das Ganze auf dem Tisch machen, wobei der Mensch auf einem Stuhl sitzt.
  3. Nach dem Einwurf Gegend unter der Nase sofort mit Vitamin- oder Malzpaste einreiben. Maul um 5mm öffnen lassen zum Schlecken. Tablette bleibt drin!
  4. Falls nicht geschleckt wird, die Oberlippe und das Zahnfleisch darunter mit einreiben.
Das ganze klappt natürlich nur mit Katzen, die sich überhaupt irgendwas gefallen lassen, also nicht mit dieser.

Nachtrag: Alles, was auf der Zunge hinter der höchsten Stelle landet, bleibt drin. Hier heisst es schnell und mutig sein. Man kann dies ggf. mit Hühnerfleischwürfeln üben (max 1x1cm). Der Finger sollte leicht seitlich rein, um den grossen Zähnen zu entgehen.

Nachtrag 2:

5.5.11

Ent-lich mal entspannen (2)



(Zusatz für Leute die auch auf Unwesentliches achten: das rechts oben ist Katzenstreu)

(Zu Teil 1)

Ein Tag im Leben des Bradley Manning

Die Proteste von diversen Seiten, inkl. Störungen bei Obama-Auftritten, wären wohl seinem Wahlkampf im Wege gewesen. Deshalb: Bradley Manning wurde in ein "normales" Gefängnis verlegt und hat laut seinem Rechtsanwalt ein den Umständen entsprechenden "normalen" Gefängnisalltag.

Nachdem Folter nichts gebracht hat ausser schlechter PR, stelle ich mir nun vor, dass künftig klassische Methoden verwendet werden: Spitzel, die für einen "deal" alles erzählen was man hören will.

4.5.11

Pseudowissenschaft (18): Geschwurbel statt Information

Der SPIEGEL hat einen sehr guten Artikel über Geschwurbel in den Geisteswissenschaften, mit konkreten Beispielen.

Wem das noch nicht reicht: Postmodernism-Generator

3.5.11

Zwangsdemokratin Merkel - was sie täte, wenn sie könnte

Dass die USA erst schiessen und dann fragen, ist bekannt. Überraschend ist aber dass unsere Bundeskanzlerin genauso denkt (Quelle ist Pressekonferenz vom 2.5.2011):
Frage: Frau Bundeskanzlerin, dieser Erfolg, den Sie beschreiben, war offenkundig eine gezielte Tötung; vieles spricht dafür. Sollten auch deutsche Sicherheitskräfte in der Lage sein, auf diese Weise gegen Terrorhäupter vorzugehen?

BK´in Merkel: Ich bin heute erst einmal hier, um zu sagen: Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, bin Laden zu töten. Ich glaube, dass es vor allen Dingen für die Menschen in Amerika, aber auch für uns in Deutschland eine Nachricht ist, dass einer der Köpfe des internationalen Terrorismus, der so viele Menschen schon das Leben gekostet hat, gefasst bzw. getötet wurde und damit auch nicht mehr weiter tätig sein kann. Das ist das, was jetzt für mich zählt. Deshalb habe ich meinen Respekt für dieses Gelingen auch dem amerikanischen Präsidenten mitgeteilt, und das war mir auch ein Bedürfnis.
(Hervorhebung durch mich)

Nach rechtsstaatlichen Regeln hätte man den Typen ja vor Gericht stellen müssen (dann würde geklärt ob der Typ tatsächlich ein Terror-Organisator ist oder lediglich ein Selbstdarsteller und geistiger Brandstifter). Ihn lebendig zu schnappen wäre ohnehin kein Problem gewesen, z.B. mit einem Taser oder anderen nicht tödlichen Waffen. Dass Merkel eine "wild-west"-Lösung derart lobt, finde ich beunruhigend.

Nachtrag: Er war unbewaffnet (FTD).

Nachtrag 4.5: Merkels Wahrheitsminister
Steffen Seibert versucht zu relativieren (Kanzlerin hat Gefühle gehabt) und wird dabei noch peinlicher (Stern).

1.5.11