19.7.09

no change (6): yes we can outsource

Die Regierung von US-Präsident Obama möchte weiterhin Verhöre outsourcen, und hat Einspruch gegen ein Gesetz eingelegt, welches genau das verbieten würde. (Jesselyn Radack, mehr über sie hier)

15.7.09

Donald Trump: Mehr Schein als Sein? (3)

Die Verleumdungsklage von Donald Trump wegen einem kritischen Buch wurde erwartungsgemäss abgewiesen. Verleumdungsklagen von Personen des öffentlichen Lebens sind in den USA nur schwer zu gewinnen, nämlich nur wenn 1) die Behauptungen als falsch bewiesen werden, 2) als herabsetzend gelten, 3) der Beklagte wusste oder hätten wissen müssen, dass die Behauptungen falsch waren (New York Times vs. Sullivan). Gerade (3) ist regelmässig eine grosse Hürde. Mir ist nur ein Fall bekannt, in dem ein Kläger erfolgreich war, nämlich dieser.

Nachtrag 21.7.2009: law.com hat die Urteilsbegründung.

9.7.09

Kanonenfutter wird knapp (5): unversichert

Ein "running gag" ist dass Verteidigungsminister Jung das Wort "Krieg" nicht aussprechen möchte, sondern sich ständig neue Wortschöpfungen (z.B. "Stabilisierungseinsatz") ausdenkt für "das was in Afghanistan geschieht". Die Versicherungswirtschaft sieht das anders, und Ätsch! zahlt bei Lebens- und Unfallversicherungen nicht, weil Schäden durch Krieg nicht abgedeckt sind. Statt dessen zahlt nun der Steuerzahler. (Sächsische Zeitung)

7.7.09

Hoppla, schon geschossen

In den letzten Tagen wurde viel über den Mord an der schwangeren Marwa al-Sherbini im Landgericht Dresden berichtet. Kaum berichtet wurde jedoch, dass als ihr Ehemann Elwi Okaz ihr helfen wollte, er von einem Bundespolizisten ins Knie geschossen wurde. (Telepolis spricht von einem gezielten Schuss, Dresden Fernsehen nicht, die Welt von einem Irrtum, BILD von einer Verwechslung) Irgendwie erinnert es an diesen frühen Zombie-Film: der letzte Nicht-Infizierte wird vom Rettungstrupp für ein Zombie gehalten und erschossen.

Nachtrag: der schnelle Schütze war ein Bundespolizist.

Nachtrag 9.7.2009: AFP weiss auch noch nichts von dem Schuss und schreibt: Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) wollte den bei dem Messerangriff schwer verletzten Ehemann der Ägypterin im Krankenhaus besuchen und ihm sein Beileid aussprechen.

Nachtrag 6.1.2010: Die Medienwissenschaftlerin Eine gewisse Sabine Schiffer sinnierte öffentlich über mögliche Ursachen des "Fehlschusses", spekulierte über unbewusste rassistische Motive. Jetzt hat sie ein Strafbefehl im Briefkasten, wegen Beleidigung bzw. Herabsetzung des "Fehlschützen". (Berliner Zeitung)

Nachtrag 8.1.2010: Das Wort "Medienwissenschaftlerin" ist wohl eher fehl am Platz. Mehr über diese "Wissenschaftlerin" gibts bei der Achse des Guten.

Nachtrag 25.3.2010: Freispruch (Telepolis)

6.7.09

Kanonenfutter wird knapp (4): Orden her!

Also prägt die Chefin ein paar Orden, um besonders lebensmüde tapfere Soldaten zu belohnen. (Tagesspiegel)

Ist sicher günstiger als eine Gehaltserhöhung!

2.7.09

Nicht loszuwerden (3)

Auch Hartmut Mehdorn, der sich seinerzeit Feinde gesammelt hatte wie andere Haare auf den Beinen, taucht nun wieder auf, als wäre er aus Styropor: Er wird Aufsichtsrat bei Air Berlin. (Stern)

(Zur Episode 2)

1.7.09

Zensursula schützt diesen Blog

Jaaaaa! Auch ich unterstütze Zensursula mit meinem unbedeutenden Blog.

28.6.09

Nicht loszuwerden (2)

Nicht nur Katzen, manche Medienwesen haben 9 Leben: die von manchen Leuten als "Journalistin" bezeichnete Sabine Christiansen droht dem Volk mit einem Auftritt bei Sat.1, und ausgerechnet Stefan Aust macht mit. (SPIEGEL).

(Zur Episode 1)

25.6.09

no change (6): no disclosure

In dem Kongressbericht über die Anschläge vom 11. September sind 28 Seiten geschwärzt, die sich mutmasslich mit einer Saudi-Arabischen Finanzverbindung zu dem Attentätern befassen. Im Februar hatte Obama eine Gruppe von betroffenen Familien versprochen, den Abschnitt zu veröffentlichen. (Unter Bush war dies nicht möglich, da die Bush-Familie eine Art Treuhänder von Saudischen Interessen in den USA ist). Geschehen ist seitdem nichts - der Deckel bleibt drauf. Und nun sind auch noch Dokumente aufgetaucht, die eine Verbindung zwischen Mitgliedern der Saudischen Königlichen Familie und Terrorgruppen belegen sollen... (New York Times, Telepolis)

20.6.09

SAP-Kunden ködern (2)

Vor knapp 2 Jahren versprach SAP-Chef Henning Kagermann den potentiellen Anhängern aus dem Mittelstand das Blaue vom Himmel. Henning Kagermann ist ausgeschieden, und Léo Apotheker hat den Job. Der ist als "genialer Verkäufer" bekannt. Dummerweise braucht man in der Software-Branche nicht nur Verkäufer mit Sprüchen, sondern auch "geniale Software-Entwickler" um ein Produkt zu erstellen. In einem Artikel in der Welt steht nun, dass das schon 2007 erwähnte Produkt "Business by Design" noch immer nicht "marktreif" sei. Und dass viele "glänzende Entwickler" Abfindungsangebote angenommen haben. (Jeder kann sich leicht folgendes denken: Naturgemäss werden solche Abfindungsangebote eher von den Besten angenommen, die wissen wo sie danach unterkommen können, oder gar ihre eigene Firma gründen) Die eher "Zweitbesten" Entwickler, die bleiben, müssten sich nun nicht nur in die Software ihre Kollegen einarbeiten, sondern sich asserdem - laut einem im Artikel zitierten Mitarbeiter - demotivierende Parolen anhören ("SAP ist zu fett, wir müssen schlanker werden") und ohne Gehaltserhöhung auskommen. Gleichzeitig kündigt SAP an, durch Zukauf zu wachsen. So gibt man das Geld der Aktionäre aus. Gut dass ich nie einer war.

Nachtrag 7.2.2010: Léo Apotheker ist raus. (FTD)

Nachtrag 22.9.2011: Léo Apotheker ist auch bei HP raus. (heise)

19.6.09

Nicht handzahm (22): Die Ballspielerin

Die Katzendame liebt Ball spielen. Bei Verfügbarkeit spielt sie mit Pingpongbällen, Korkbällen, Nüssen und Aprikosenkernen. Auch Obst und Gemüse ist willkommen: vor einiger Zeit verschwand ein Radieschen aus der Küche und fand sich in einem anderen Raum wieder, mit Bissspuren. Heute morgen fand sich eine Kiwi auf dem Boden, ebenfalls mit Bissspuren. Diese wurde von mir grosszügig geschält und verwertet.

Nachtrag 20.6.2009: Heute fand sich eine Weintraube mit Bissspuren in der Nähe der Eingangstür.

18.6.09

Künstlerischer Eingriff in den Strassenverkehr

Nachdem Joseph Carnevale, ein Student aus North Carolina, eine Strasse mit "Verkehrshütchen" sah, schuf er dieses Monster:

Der Polizei gefiel es nicht, der Baufirma schon. (TheSmokingGun.com, MSNBC, CBC)

17.6.09

Benford grüsst Teheran

In einem der interessantesten Beiträge in Quarks & co vor einigen Jahren ging es um das Benfordsche Gesetz. Dieses besagt dass in Zahlensammlungen die jeweils ersten Ziffern typischerweise jeweils in einer gewissen Häufigkeit vorkommen. Dieses Phänomen wird auch verwendet, um übertrieben kreative Buchführung zu entdecken; und neuerdings auch Wahlfälschung im Iran. (heise.de)

9.6.09

Den Nobbe zum Gärtner gemacht?

"Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing e.V." klingt zunächst harmlos - tatsächlich geht es den Mitgliedern darum, "notleidende" Kredite günstig aufzukaufen und dann gewinnbringend zu verwerten. Das ist legal, brachte aber in den letzten Jahren für "Lone Star" & co eine schlechte Presse.

Gerd Nobbe ist ein ehemaliger BGH-Richter dessen Rechtsprechung (d.h. die von "seinem" Senat) besonders unbeliebt bei Käufern von "Schrottimmobilien" war. Ein Artikel in Telepolis stellt gar die gewagte Frage, ob dem Richter eine Mitschuld an der HRE-Krise anzulasten sei.

Eben dieser Richter wurde nun als Ombudsmann von der Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing e.V. aufgestellt. Böse Zungen sehen das gar als eine Belohnung.

6.6.09

Las imágenes censuradas de Berlusconi

Dumm gelaufen: gerade liess Berlusconi hunderte von Fotos von Vorgängen auf seiner Villa in Sardinien durch seine Handlanger seine Staatsanwaltschaft beschlagnahmen, "absolute harmlose Bilder". Und schwupps, sind zumindest 7 der Fotos auf der Webseite einer spanischen Zeitung zu sehen. Am harmlosesten ist jedenfalls die Bildunterschrift von Bild Nr. 5: "Dos huéspedes" - "zwei Gäste".

Nachtrag 8.6.2009: Es wird darüber spekuliert, wer im harmlosen Bild Nr. 5 ist. (Stern)

31.5.09

deren Name hier nicht explizit erwähnt werden soll

In einem Artikel in der Welt wird berichtet, daß die Briefe von Lehman Kunden im Internet zu finden seien, und zwar bei einer Firma die deren Ansprüche sammelt, und deren Name hier nicht explizit erwähnt werden soll. Sowas reizt natürlich erst recht. Es braucht lediglich zwei Mausklicks von Lehman zum Dienstleister der die Briefe der Opfer sammelt und dann per Suchanfrage veröffentlicht. Einige Deutsche Kunden beginnen mit SCH.

22.5.09

Neues Wort (23)

Shanzhai: Fälschung aus China. (Telepolis)

18.5.09

Donald Trump: Mehr Schein als Sein? (2)

Nach der Nachricht von 2006, dass Medienliebling, Erfolgsmensch und Selbstdarsteller Donald Trump gegen den Autor vom einem kritischen Buch geklagt habe, setzte ich eine passende google alert, und heute morgen war es soweit: Donald Trump musste in einer "Deposition" (ein außergerichtiches Verhör durch die Anwälte der Gegenseite - in den USA sind Ausforschungsbeweise zulässig!) die Hosen runter lassen. Der Inhalt dieser "Deposition" war vertraulich, und somit konnte man das Beste nun im Wall Street Journal geniessen:
  • Die Deutsche Bank bewertete ihn mit $788 Millionen Dollar, und nicht 5-6 Milliarden
  • Trump behauptete einen 50% Anteil an einem Grundstück zu besitzen, tatsächlich waren es nur 30%. Die Erklärung: weil er das Management führe, würden sich 30% wie 50% anfühlen
  • Trump hatte behauptet, ein "Trump" Hotelprojekt in Hawaii mehrheitlich zu besitzen - tatsächlich besitzt er nur ein Minderheitsanteil. Die Erklärung: die Lizensierung sei so gut, dass es sich wie ein Besitz anfühle.
  • Gefragt zu einer Finanzanalyse bezgl. eines verlustträchtigen Golf-Projekts: ja, er habe gedankliche Projektionen gemacht.

16.5.09

Kanonenfutter wird knapp (3): hey, kids!

Bundeswehr sucht Kindersoldaten wirbt gezielt um Minderjährige (Telepolis).

Nachtrag 3.8.2009: Telepolis hat nochmal nachgelegt. Die Bundeswehr wirbt in BRAVO, SPIESSER, Unicum, Handelsblatt Junge Karriere, und Radio Fritz.

Börsenkristallkugel (7): Gemeinschaftsversagen

Die WELT zitiert sehr gerne "Analysten" um ihre Börsenartikel länger zu machen. Eine Suche findet 27609 Treffer. "Analyst" ist kein definierter Beruf, klingt aber schlau. Nun hat die WELT eine Auswertung gemacht, und tut ganz erstaunt, dass die Anlagetipps weitgehend Nieten sind: wer genau die Aktien kaufte, die von Analysten ignoriert werden, hatte weniger Geld verloren. (Noch weniger Geld verloren haben natürlich Leute, die weder Aktien noch Lehmann-Zertifikate hatten)