7.5.06

Wie sparen?

Letzte Woche wurde im Wirtschaftsteil der Welt am Sonntag gefragt:
  • Halten Sie die Erhöhung der Mehrwertsteuer für richtig?
  • Wie kommt Deutschland aus der Schuldenfalle?

Meine Antwort wurde heute veröffentlicht, merkwürdigerweise einmal leicht sinnentstellend gekürzt, einmal ungekürzt.

Rache-Adoption

Aus Rache am deutschen Staat hat Jürgen Hass mit Hilfe eines Netzwerks von Helfern bereits 300 Kinder aus Paraguay, Rumänien, Ungarn, Moldawien, Russland, der Ukraine und Indien anerkannt. (SPIEGEL). Die Kinder werden damit zu Deutschen und bekommen die Möglichkeit zu einer Ausbildung oder einem Studium, sowie Zugang zu deutschen Sozialleistungen. Grund: im deutschen Recht gibt es keine "falsche" Anerkennung einer Vaterschaft, solange die Mutter zustimmt und niemand anders die Vaterschaft behauptet.

4.5.06

Mobilfunkantenne darf aufs Dach

Laut BGH-Entscheidung dürfen Vermieter ihren Mietern eine Mobilfunkantenne aufs Dach setzen, sogar wenn der Mieter einen Herzschrittmacher trägt (PC-Welt). Spätestens wenn eine Neuvermietung ansteht, dürfte dem Vermieter sein Sieg nicht mehr helfen: kaum einer möchte wohl unter einer Mobilfunkantenne leben - egal was die heutige Forschung sagt.

1.5.06

22.4.06

korrekte Toilettenrichtung

In dem britischen Gefängnis Brixton sollen die Toiletten bei einer Renovierung um 90° gedreht werden, und zwar so dass die muslimischen Benutzer beim Sitzen nicht mehr nach Mekka schauen müssen. Bisher hätten sich die Kriminellen (die dort nicht sitzen würden, wenn sie die Gesetze des heiligen Koran etwas ernster genommen hätten) angeblich quer auf die Schüssel gesetzt. (Sun, Sun, BBC)

19.4.06

Widersprüchliches zu Gerhard Lehmann

Gerhard Lehmann, ein BKA-Beamter der von dem CIA-Entführungsopfer Khaled al-Masri "zu 90%" als den deutschsprachigen Verhörer "Sam" erkannt worden war, ist ein Mann der Widersprüche.

So meldet der Stern heute, daß "Sam" zum fraglichen Zeitpunkt in Berlin war, und dass es sogar einen neuen "Verdächtigen" gäbe, den CIA-Mann "Thomas V.". Der wurde ausgerechnet vom BND präsentiert - der bekanntlich den Amerikanern im Irak behilflich war.

Noch vor einigen Wochen hiess es jedoch, dass Gerhard Lehmann zum fraglichen Zeitpunkt Urlaub an einem unbekannten Ort gemacht habe, und zwar nicht in Afganistan (Telepolis, New York Times, IHT). In der NYT vom 21.2.2006 stand:
The German police official identified as "Sam" denied that he had visited Mr. Masri in Afghanistan and said he was "on holiday" at the time in Germany, but that he could not remember exactly where.
Da ist es doch praktisch, das der nun "neue" Verdächtige nicht befragt werden kann.

Au weia :-(

Frau Merkel beim Umziehen

16.4.06

Islamische Bademoden

Hier gibt es 4-teilige Badeanzüge für die anständige Muslima.

14.4.06

It's Toonces!

Toonces, the cat who could drive a car ("Saturday Night Live" Sketche aus den 80ern)

8.4.06

Star Wars kid: Klage verglichen

Ghyslain Raza, besser bekannt als "Star Wars kid", hatte die drei Schüler verklagt, die ein von ihm gemachtes Video ins Internet gestellt hatten. Montag wäre Verhandlung gewesen - hätte er sich nicht doch mit den drei Übeltätern Michaël Caron, Jérôme Laflamme und Jean-Michel Rheault verglichen. (Toronto Globe & Mail, Montreal Gazette)

7.4.06

Zu gütig!

1,2 Prozent mehr Gehalt angeboten (Die Welt)

Neues Wort (IV)

Tausendär: ehemaliger Millionär (Die Welt)

5.4.06

Neues Wort (III)

Ansaugen: Lkw in Rennfahrermanier in den Windschatten des Vordermanns schieben, um schneller überholen zu können (ZDF).

4.4.06

Neues Wort (II)

Jugendliche mit Migrationshintergrund: Ausländisch aussehende Jugendliche, teilweise mit deutschem Paß.

1.4.06

Gerhard Schröder, Haarspalter und Heuchler

Freitag fand eine Verhandlung vor dem Landgericht Hamburg statt: Gerhard Schröder will Guido Westerwelle diese Aussage verbieten lassen:
Und natürlich gönne ich Gerhard Schröder jeden Rubel. Ich finde es allerdings problematisch, dass er als Bundeskanzler einer Firma einen Auftrag gegeben hat und dann wenige Wochen nach Amtsübergabe in die Dienste eben jener Firma tritt.
Vor Gericht (Financial Times) ging es gestern nicht um Schröders ethische Maßstäbe, sondern um die Bedeutung des Wortes "Auftrag". Gerhard Schröders Anwalt besteht darauf, ein "Auftrag" im Sinne des §662 BGB habe er nicht gegeben, denn das sei eine Sache der betroffenen Firmen. Guido Westerwelles Anwalt sieht dagegen seine Aussage als Meinungsäußerung die auch politische Unterstützung beinhaltet, und verweist auf ein Schröder-Zitat:
Meine Zusage datiert vom 19.12.2005, und ich habe sie gegenüber dem russischen Präsidenten gemacht
Also hatte damals Schröder damit getönt, "zugesagt" zu haben, und heute tut er ahnungslos.

Heute legte u.a. die Berliner Zeitung und die Süddeutsche Zeitung noch nach: der Bund habe (als Schröder noch Kanzler war) "eine Milliardenbürgschaft zu Gunsten des russischen Gasriesen Gazprom grundsätzlich gebilligt", und Gazprom ist Mehrheitseigner der NEGP (auch als Gerdgas bekannt).

Schröder verkündet - wen wundert's - er habe auch davon nichts gewusst.

Nachtrag 3.4.3006: Schröder hat vor Gericht gewonnen (Netzeitung).

31.3.06

Freche Werbung

Die Autovermietung gibsnisch wirbt arrogant damit, "günstiger als Sixt" zu sein. Allerdings gibt es eine Überraschung.

Nicht ohne mein Handy

Immer mehr Leute nehmen ihr Handy mit ins Grab. (PC-Welt)

30.3.06

O-Töne aus der Rütli-Hauptschule aus Berlin-Neukölln (II)

Nach den Schülern gibt es nun auch O-Töne von den Lehrern der Rütli-Hauptschule aus Neukölln: sie sind verzweifelt. Die mutige Rektorin Brigitte Pick, die schon vor 2 Jahren ganz offen über schlimme Zustände berichtet hatte, ist seit Anfang des Schuljahres erkrankt und wird in den vorzeitigen Ruhestand gehen. Die Welt veröffentlichte einen Hilferuf an die Berliner Senatsverwaltung in Auszügen.

29.3.06

Renate Künast merkelfarbig

Heute hatten die ehemalige Landwirtschaftsministerin Verbraucherschutzministerin Renate Künast und Bundeskanzlerin Angela Merkel die gleiche Farbe an:


(Renate Künast links im Bild)


(Bundeskanzlerin Angela Merkel)

Hat sich damit Renate Künast als Merkel-fan geoutet?

24.3.06

Islam-Fussball-Hotel

Islamische Fussball-Teams bekommen spezielle Hotels: keine Minibar, kein schweinisches Essen, kein schweinisches Pay-TV, keine Bibeln, keine weibliches Personal. (Stern)

22.3.06

Vorsicht vor Informatikern

Vorsicht vor Informatikern (Leserbrief im Tagesanzeiger Zürich):


Berufsgruppe der Informatiker ist keine vor Diskriminierung zu schützende Minderheit (Presserat Schweiz)

20.3.06

Teures Recht in den USA

Die Texanische Anwaltsfirma Wellborn Houston gab $25000 aus um eine Versicherung zu zwingen, ihrem Mandanten seine $77 Apothekenrechnung zu bezahlen. Grund: der Seniorpartner Rex Houston hatte dem Mandanten vor 20 Jahren schriftlich versprochen "Wenn es Probleme gibt, ruf uns an". Das Versprechen wurde gehalten. (law.com)

Vom blog in den Leserbrief

Meinen Kommentar zum Umbau vom Kaiser-Wilhelm-Platz habe ich leicht verändert als Leserbrief an den Tagesspiegel verschickt, und er wurde gestern überraschend gedruckt (ich erfuhr es von Bekannten).

19.3.06

Nicht ohne seinen Sponsor

Axel Schulz hat geheiratet - und sein Sponsor Fackelmann war dabei (BamS).

16.3.06

Neues aus Abu Ghraib

Salon hat 279 Fotos und 19 Videos aus Abu Ghraib veröffentlicht.

15.3.06

B.Z. Pranger-Schlagzeile gerügt

Folgende Beschwerde hatte ich am 5.1.2006 an den Deutschen Presserat geschickt:
Die Schlagzeile "DU DRECKSVATER!" finde ich absolut daneben, egal was dem Mann nun vorgeworfen wird - das ist unterstes Niveau. Die Schlagzeile verstösst gegen 1 ("Wahrung der Menschenwürde"), 11 ("unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt und Brutalität"), 13 ("Berichterstattung über Ermittlungsverfahren, Strafverfahren und sonstige förmliche Verfahren muss frei von Vorurteilen erfolgen").
Ich hatte nicht viel erwartet, und war deshalb gestern von der Reaktion sehr positiv überrascht: die B.Z. bekommt eine öffentliche Rüge, allerdings wegen den Punkten 1, 6 und 9 des Pressekodex. Der Presserat stellte heute in einer Pressemitteilung klar: "Presse darf nicht an den Pranger stellen".

13.3.06

Teure Frisur

Wer gibt für den Friseur über 4000€ pro Monat aus, sieht aber trotzdem aus wie "8€ und selbst föhnen"? Camilla.

11.3.06

Wikikatz

Dubioses Dubai

In Dubai kann man zwar einen Kurzurlaub machen - Geld investieren sollte man dort aber nicht, schreibt die Welt.

9.3.06

Nina Hagen hat den Farbfilm vergessen

Heute schaute ich bei amazon.de rein, und weil amazon weiss was ich vor vielen Jahren gekauft habe, bekam ich eine "Empfehlung" für diese CD: The Very Best Of Nina Hagen. Nun sind die Maschen der Plattenfirmen immer noch die gleichen wie vor 20 Jahren: es gibt "Best of", "Very Best of", "Gold", "Essential Collection", "Definitive Collection", aber eines haben diese "Angebote" immer gemeinsam: ein ganz bekannter Song fehlt. Bei der besagten Nina Hagen CD ist es "Du hast den Farbfilm vergessen", ihr erster bekannter Hit, noch aus DDR-Zeiten. Überhaupt scheint es bei Nina Hagen CDs folgendes Problem zu geben: es gibt keine CDs mit dem Farbfilm, TV-Glotzer, African Reggae und Erfurt und Gera gemeinsam. Man muß also mindestens 2 CDs von Nina Hagen kaufen.

Amerikaner haben es nicht besser (V)

Amerikaner haben nicht nur weniger Urlaub, teilweise zu wenig zu essen, eine niedrige Lebenserwartung, eine marode Infrastruktur, ein mieses Eisenbahnsystem - sie haben auch Wanzen im Hotelbett, meldet law.com im Zusammenhang mit einer Klage.

Krustenplüschi

Kiwa hirsuta

8.3.06

Teure Motorkühlung

Wer dachte, dass Motoren bei hohen Geschwindigkeiten grundsätzlich weniger Wirkungsgrad haben, liegt falsch. Laut PlusMinus wird bei hohen Drehzahlen mehr Kraftstoff eingespritzt, um den Motor zu kühlen.

7.3.06

Akteneinsicht

Nachdem die US-Regierung per Gericht gezwungen wurde, Guantanamo-Akten zu veröffentlichen, werden Details bekannt über die dort ohne Anklage festgehaltenen Gefangenen (taz, AP, Independent). Vieles davon klingt sehr schwach.

Passend dazu hat heute der SPIEGEL einen Artikel über Manfred Nowak, Uno-Sonderberichterstatter für Folter.

5.3.06

3,38€ pro Stunde

So wenig verdienen Friseure in Berlin laut Tarifvertrag, meldet die Welt. Als studentische Hilfskraft habe ich vor 20 Jahren dagegen schon 10-12 DM verdient - irgendwas ist da wirklich falsch gelaufen.

1.3.06

Spass mit Vertraulichem auf Google

Manche Firmen oder Behörden sind blöd genug, vertrauliche Dokumente im WWW herumliegen zu lassen, wo sie dann von Google indexiert werden:

Idee: Heise

Der Mann auf der Kiste

Interview mit Ali Shalal al Qaisi, bekannt als der Mann, der im Gefängnis Abu Ghreib auf einer Kiste stand mit zwei Drähten an den Händen (Stern).

Nachtrag 20.3.2006: Er war es doch nicht. (Tagesspiegel)

25.2.06

kommt her, Ihr zittrigen

In der letzten Zeit bringen Medien die Vorzüge der Aktie wieder der breiten Bevölkerung nahe - ein deutliches Zeichen, dass die "Zittrigen" wieder da sind, im Gegensatz zu den "Hartgesottenen", die Aktien gekauft oder zumindest gehalten haben als sie tief standen und schlechte Presse hatten. Gottfried Heller, Geschäftspartner vom vor einigen Jahren gestorbenen Börsenexperten André Kostolany, hat dies natürlich erkannt (Artikel in der Welt), und prophezeit:
Die Hausse wird noch weitergehen. Wir müssen uns aber auf größere Schwankungen einstellen. Die Zeit, in der man an der Börse blind einsteigen konnte, ist vorbei. Jetzt ist eine vorsichtigere Anlagestrategie angesagt, nicht zuletzt auch deshalb, weil sich immer mehr "Zittrige" im Markt tummeln.

24.2.06

Folter24-TV

Zugegeben: ich schaue jede Folge von "24", denn die Serie ist spannend. Langsam nehmen jedoch nicht nur die blödsinnigen Dialoge zu ("Löschen Sie sofort alle Verzeichnisse, wir brauchen den Platz!"), fehlbesetzte Schauspieler (der Rechtsanwalt eines Terroristen ist der Rechtsanwalt-Ehemann von "Charlotte" aus "Sex in the City", der immer die Teebeutel herumliegen liess!), sondern auch das Foltern: Jack Bauer foltert den Ex-Mann seiner Freundin, der ist unschuldig, nimmt es ihm aber später nicht übel. In der CTU wird eine Mitarbeiterin verdächtigt für die Gegenseite zu arbeiten, und wird auch gefoltert. Die ist auch unschuldig, und nachdem sich die Sache aufgeklärt hat, kehrt sie schnurtracks an ihrem Arbeitsplatz zurück.

Inzwischen hat die Berliner Zeitung am 22.2 dazu etwas Gutes geschrieben. Da wollte die Welt nicht nachstehen, und schrieb am 24.2 einen Artikel mit fast dem gleichen Inhalt.

Kinder sollen mehr Werbung sehen

Es soll wohl noch Kinder geben, die nicht genug Werbung schauen, und somit nicht genug kaufen. Für die gibt es den gemeinnützigen (!) Verein Media Smart e.V., der Bildungsmaterial mit Werbung an Schulen verteilt. (Monitor, Welt). Der Vorsitzende des Vereins, Claude Schmit, ist gleichzeitig der Chef von Super RTL. Wie praktisch!

18.2.06

Einkaufswagen

Der neue Porsche Cayenne Turbo S hat 521 PS und 270 km/h Höchstgeschwindigkeit (Tagesspiegel, Bilder). Einfach ideal für die Fahrt zum ALDI in der Nähe!

17.2.06

Nicht Jodeldiplom, sondern Mogeldiplom

Der Berliner Politiker Mario Czaja ist mit einem gekauften Diplom erwischt worden (RBB). Nachdem das aufgeflogen ist, räumte er immerhin seinen Sitz im Wissenschaftsausschuß des Abgeordnetenhauses (Welt, scheinheilige Pressemitteilung).

Kriminelle und Geschworene schauen CSI

law.com berichtet, dass Kriminelle, die die TV-Serie CSI schauen, sich dadurch inspirieren lassen um ihre Tatorte gründlich zu reinigen.

Doch auch Geschworene schauen CSI, berichtet ebenfalls law.com: sie erwarten Beweise wie DNA und Fingerabdrücke auch dann, wenn es für den Fall gar nicht notwendig ist.

Dresden: Polizei besser brieflich rufen

In Dresden sollte man die Polizei besser per Brief rufen. Die durch einen vorbestraften Sexualtäter mutmasslich entführte und missbrauchte 13-Jährige Stephanie R. konnte auf diese Weise gerettet werden.

Nachtrag 28.2.2006: Erst bestreiten, dann erklären: Die neueste Ausrede der Dresdner Spürnasenbehörde ist dass ein Beamter im Computer das falsche Suchwort eingegeben habe, nämlich Sexualstraftäter anstatt sexuell motivierter Straftäter. Offenbar war "sex*" in dem System nicht möglich. Eine frühere Ausrede war dass der mutmassliche Täter umgezogen sei. Dies hat sich nun als "unwahr" herausgestellt. (Welt, Spiegel).

12.2.06

Wetten, dass...

... Georg Seeßlen vom Tagesspiegel sich durch Wikipedia hat inspirieren lassen?

Update eins
Update zwei

11.2.06

Solche und solche Beleidigungen

"Niemand hat das Recht uns zu beleidigen", verkünden deutsche Muslime auf Plakaten vor der dänischen Botschaft. Das Wort "uns" ist interessant. Die Muslime, die sich im Nahen Osten zuerst aufgeregt haben, haben nämlich kein Problem, Juden als Affen und Schweine darzustellen oder die "Protokolle der Weisen von Zion" zu verfilmen, meldet Frontal 21 (Video) aufgrund von Beobachtungen von MEMRI.

Zur Käse nur Billigwein

Laut dem britischen Wissenschaftsmagazin "New Scientist" verhindert Käse die Erkennung des Weingeschmacks (AFP). Wenn also ein selbsternannter "Weinkenner" beim Käsegenuss irgendwelche Aussagen über den Wein macht ("Dieser Bordeaux passt zum Käse wirklich gut"), weiss man dass er sich in die eigene Tasche lügt.

Abschalten

Artikel in der Welt über 99 Jahre Ohropax.

Dafür haben sie Geld (II)

Zugegeben, schön ist der Kaiser-Wilhelm-Platz nicht, ein Schandfleck ist er aber auch nicht, sondern einfach irgendeine Kreuzung. Nun soll er laut Berliner Morgenpost für eine Million Euro umgebaut werden, mit "Brunnen, Bänke und Bäume", damit Leute (inmitten der Abgase) gemütlich "verweilen" können. Die Million hätte besser für Schulbücher ausgegeben werden können - die müssen nämlich Eltern in Berlin selbst bezahlen um die Stadtkasse zu entlasten.

Nachtrag: Der Tagesspiegel berichtet auch.

29.1.06

Musikalische Katze

Katze1 ist derzeit krankgeschrieben, und lag auf einem Stuhl im Wohnzimmer. Ich habe das Radio eingeschaltet und einen Sender mit klassischer Musik eingeschaltet. Eine halbe Stunde später stellte sich heraus, dass Katze1 den Platz gewechselt hat - zu einer Position, die genau ideal vor den beiden Lautsprechern ist.

25.1.06

Messe-Hostessen müssen anständiger werden

Nachdem der US-Bundesstaat Alabama, das US-Fernsehen, Cheerleader in Texas, Lastwagenfahrer in Texas, Kinder in US-Kindergärten, Daimler-Chrysler-Mitarbeitern in Indiana, US-Urinproben, PC-Tastaturen und Paris Hilton anständig geworden sind, sollen auf der Spielemesse E3 in Los Angeles die Aussteller keine leicht bekleidete Damen mehr auftreten lassen, meldet die PC-Welt. Wer sich nicht dran hält, muss $5000 zahlen.

22.1.06

Ahnungsloser Wetterfrosch

Das Wetter in Berlin
Nicht nur die Börsenexperten der Dresdner Bank, auch die Wetterfrösche bei wetter.de haben eine trübe Kristallkugel: für Sonntag werden Temperaturen zwischen -10° und -14° vorhergesagt, und aktuell -15° angezeigt.

Nachtrag: Es wird noch besser! Am Abend des 4.2. wurden Temperaturen zwischen 0° und 1° vorhergesagt, und aktuell -6° angezeigt.

21.1.06

Versteckte Innenprovision?

Eigentlich kannte man den Begriff "Versteckte Innenprovision" eher aus dem grauen Kapitalmarkt, wenn AbzockerVermittler verschweigen dass im Kaufpreis einer Immobilie noch eine weitere heimliche Provision drin ist (z.B. für die Bank). Einen innovativen Fall von Innenprovision fand sich laut FOCUS angeblich in der Kleidung von Susanne Osthoff, als sie in der Botschaft in Bagdad duschte, und Mitarbeiter ihre Kleidung filzten, und Scheine aus dem (offiziell nicht gezahlten) Lösegeld fanden. Ob das Durchsuchen von Kleidung an den Duschen von deutschen Botschaften generell üblich ist, hat noch niemand gefragt.

Nachtrag 23.1: das Geld soll die Rückzahlung von Geld sein, das die Enführer von Susanne Osthoff vorher gestohlen hatten.

17.1.06

Modepolizei ermittelt bei den Golden Globe Awards

Die Ermittler der Fashion Police haben grauenhafte Beweisfotos aus früheren Golden Globe Awards freigegeben. (Stern)

16.1.06

Dafür haben sie Geld (I)

Da freuen sich Hersteller von Briefpapier und Schildern: Umbenennung des "Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft" nach "Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz". Wie man sieht, der Verbraucherschutz kommt zuletzt - Minister Horst Seehofer will auch "genfood" grosszügig zulassen.

12.1.06

Movie Pooper

Seit Jahren schaue ich auf Movie Pooper nach dem Ende von Filmen, die nicht gut genug sind sie bis zum Schluss zu schauen. Leider hatte der Betreiber schon lange kaum noch Zeit, sich um mail zu kümmen. Mit dem neuen Betreiber sieht es besser aus - ein erster Beitrag wurde angenommen.

8.1.06

Logistikchips bei Infineon

Laut Ulrich Reitz von der Welt stellt Infineon "Logistikchips" her (und nicht etwa "Logikchips").

6.1.06

Bush möchte weiter foltern (II)

Der U.S. Präsident G.W. Bush hat zwar vor einigen Tagen das Anti-Foltergesetz (H.R. 2863, dort suchen nach TITLE X und Section 1003) trotz früherer Veto-Drohung unterschrieben. Doch beim Unterschreiben verkündete er ein "signing statement", eine Art Joker, in dem er beschrieb, wie er das Gesetz interpretieren wolle:
The executive branch shall construe Title X in Division A of the Act, relating to detainees, in a manner consistent with the constitutional authority of the President to supervise the unitary executive branch and as Commander in Chief and consistent with the constitutional limitations on the judicial power, which will assist in achieving the shared objective of the Congress and the President, evidenced in Title X, of protecting the American people from further terrorist attacks.
Laut Kennern bedeutet dieses Geschwurbel (das so gut in dem Gesamt-Text versteckt ist, dass es zunächst niemandem auffiel), dass Bush weiter foltern lassen wird, wenn ihm danach ist (Boston Globe).

Nachtrag: Nun auch in Telepolis.

5.1.06

Trübe Dresdner Kristallkugel

Dass Wahrsager, Hellseher und Astrologen Nieten sind, ist bekannt. Dass auch Börsenexperten bei ihren "Empfehlungen" oft daneben liegen, ist ebenfalls nicht neu. Den Vogel schossen aber die Kaffeesatzleser bei Dresdner Kleinwort Wasserstein ab, der Investmenttochter der Dresdner Bank, meldet die Welt:
Zumindest wer die zehn Top-Verkaufsempfehlungen für 2005 wörtlich nahm, ist finanziell auf die Nase gefallen. Denn keine einzige der "Top Ten Sells 2005" beendete das Handelsjahr mit einem Kursverlust.
...
Peinlich ist dies auch deshalb, weil die Top-Verkaufsempfehlungen zehn Prozent besser liefen als die Top-Kaufempfehlungen für 2005.
...
Zumindest sind die Dresdner mit ihren "Top Ten Sells 2005" jetzt zum Gespött der Börsianer geworden. Schon länger haben die DrKW-Strategen eher eine Reputation als Glücksexperten und Gefühlsmanager.

Bochumer Geschmäckle

Während ganz Deutschland seit Wochen über die VW-Affäre hört, ging nach 5 Jahren eine erheblich kleinere Affäre vorläufig zuende: Christian Kluth, der Herausgeber des Stadtmagazins Mein-Bochum, wurde nach 5 Jahren in erster Instanz freigesprochen. Er hatte es in 2000 gewagt, den Bochumer IG-Metall Fürsten und Hobbymaler Ludger Hinse scharf zu kritisieren, weil Opel eine Kunstausstellung mit dessen Werken gesponsort hatte. Der Richter übte Kritik an Hinse, und sprach von Geschmäckle, dass Hinse durch die Leistungen von OPEL Vorteile erlangt habe.

Nachtrag 24.1: Das schriftliche Urteil liegt nun vor und wird dem Bochumer IG-Metall Fürsten wohl nicht gefallen, denn dort steht folgendes auf Seite 16:
Wer wie der Nebenkläger [Hinse] als hauptamtlicher Funktionär einer Gewerkschaft, ja als deren örtlicher oberster Bediensteter, erhebliche finanzielle Vorteile von einem - hier sogar dem größten - Arbeitgeber derselben Branche und desselben Bezirks empfängt, kann nicht erwarten, daß dieses Verhalten kritiklos hingenommen wird.

4.1.06

Alternative zu Gerdgas Pipeline

Die Welt erinnert dass Erdgas statt durch Pipelines auch problemlos im flüssigen Zustand ("liquid natural gas") im Tanker transportiert werden kann:
Die Technik, Erdgas auf minus 160 Grad Celsius zu kühlen und den so um das 600fache komprimierten, flüssigen Brennstoff per Tanker zu verschiffen, hat sich weltweit längst durchgesetzt. Erste LNG-Lieferungen wurden schon 1964 von Algerien nach Großbritannien aufgenommen. Heute werden bereits 26 Prozent des weltweiten Gas-Handels per Tankschiff abgewickelt, 74 Prozent sind Pipeline-Transport. Der Erdgas-Bedarf Japans wird längst vollständig mit Hilfe von LNG-Tankern gedeckt.
Nachtrag 9.2: Stern berichtet auch über LNG.

3.1.06

Jaguar Daimler

SPIEGEL Artikel über den Daimler von Jaguar. Und das alles, weil Gottlieb Daimler 1893 das Daimler Motor Syndicate gegründet hatte.

2.1.06

Neues Wort (I)

Property Porn: auf Deutsch in etwa "geile Wohnungen".

1.1.06

Des Kuckucks Stimme


Dieser Mann bläst im Neujahrskonzert den Kuckuck für "Im Krapfenwaldl" von Johann Strauß.

30.12.05

Merkwürdiges Interview

ZDF-Interview mit Susanne Osthoff (Volltext oder gekürztes Video).

Nachtrag 4.1: Kommentar von Jony Eisenberg in der taz

28.12.05

Der übersetzte Imam

Der Imam Yakup Tasci wird wohl doch nicht abgeschoben werden können, meldet die Berliner Zeitung: neuere Übersetzungen seiner Texte klingen nun harmlos. Für mich stellt sich folgende Frage: hat das ZDF damals die Übersetzungen "schärfer" gemacht um eine Story zu landen? Oder hat der Imam seine Texte ganz bewusst geschickt mehrdeutig formuliert?

Nachtrag 26.1.2006: Mehr zu der Übersetzung des Satzes über den Geruch der Deutschen. Der auch in der "harmlosen" Übersetzung gar nicht nett ist.

27.12.05

Der jonglierende Tenor

Der Tenor Rolando Villazon singt nicht nur gut und sieht merkwürdigerweise aus wie Plácido Domingo (oder hat den gleichen Friseur), er kann sogar jonglieren. (Gesehen in der 3sat-Übertragung von "Der Liebestrank" von Donizetti an der Wiener Staatsoper)

26.12.05

Saustarker Schutz gegen Selbstmordattentäter

Die Firma Susblood Labs stellt Kapseln mit Schweineblut her, die Selbstmordattentäter abschrecken sollen, da sie bei Erfolg "verunreinigt" würden. (Die Presse, Wien)

Vielleicht ist das allerdings auch ein Studenten-Scherz, ähnlich wie Bonsaikitten.com.

22.12.05

Ungewöhnliche Töne

Heute nachmittag erlebt an der Parkplatz-Einfahrt eines türkischen Supermarkts in meiner Nähe: ein "voll korrekter" grüner (die Farbe des Islam) dreier-BMW fährt vor, und als die Scheibe an der Schranke heruntergeht, ertönt aus dem Autoradio nicht türkische Musik, sondern der Messias von Georg Friedrich Händel. Halleluja! Halleluja!

21.12.05

Nokia Handy

Neues Nokia-Handy erhalten. Die Anzeige ist hell und klar. Die Bedienung ist - im Gegensatz zu der früheren Marke - angenehm intuitiv, man kommt sofort drauf wie etwas zu tun ist. Und es gibt auch einen "normalen" Klingelton der sich wie ein Telefon anhört. Es gibt eine spezielle Taste, die sich ähnlich wie ein Joystick verwenden lässt - so kann sehr viel mit einem Finger erledigt werden.

Chiara Ohoven "natürlich"

Heute war Chiara Ohoven erneut auf RTL Exklusiv zu erleben. Diesmal ging es nicht um Armut. O-Ton RTL:
Für ein Foto-Shooting mit einem Lifestyle-Magazin posierte die 22-Jährige mal total natürlich.
Nun kam Chiara selbst zu Wort:
Chiara Ohoven...mir klar, möchte man gestylt sein, schönes Make-Up haben, es ist schon wichtig, aber ich meine, ich pose jetzt nicht im Abendkleid oder im Cocktailkleid, sondern ganz leger in Jeans, und in einem Pulli, ich denke, eine Natürlichkeit, ist als junge Frau einfach schon wichtig.
Ab morgen ist diese "Natürlichkeit" (Schlauchbootlippen, Knetfrisur, Make-Up vom Fass) zu bewundern in der Zeitschrift InTouch.

18.12.05

Chiara Ohoven blickt durch

Schlauchbootlippe und "Societygirl" Chiara Ohoven war heute bei RTL in der Sendung "Exklusiv Weekend" zu sehen, wie sie die Wuppertaler Tafel besuchte und für einen Tag mithalf. Chiara's Kommentar während der Lebensmittelausgabe:
Man sieht ihnen schon die Armut an, das fängt schon an dass man sieht, die Frauen haben kein Geld um sich Kosmetika zu kaufen, keine Hautcreme, kein Make-Up, kein Mascara, etc, die Haare sind überhaupt gar nicht gepflegt, dann guckt man weiter, und sieht dass sie alte Kleidung haben, dass sie sich aus Fashion überhaupt gar nichts machen, was einfach so an ihren finanziellen Mitteln liegt...
Chiara OhovenJa, Armut sieht nicht gut aus. So gar nicht cool und trendy. Und sich dazu noch die naiv-dämlichen Kommentare einer "reich geborenen" Tussi anhören müssen, die keine Ahnung hat was "Armut" (oder auch nur "Bescheidenheit") bedeutet. Wirklich schlecht sah Chiara aus, als sie danach nochmal in ihrem Lieblingscafé in Düsseldorf interviewt wurde: nach einer Tasse Kakao waren ihre Lippen noch mehr angeschwollen als üblich.

Chiara sollte sich mal die Sendung "RTL Samstag Nacht" anschauen - da gibt es jede Woche einen Sketch "Pute und Schnute - die Charityladies".

17.12.05

Merkbefreiter Kanzler Schröder

Mainhardt Graf von Nayhauß, ein "alter Hase" im politischen Journalismus, schreibt neuerdings seit März eine Kolumne für die Netzeitung ("Politik Exklusiv"), und die ist richtig interessant. So schreibt er dass der damalige Kanzler Schröder seinerzeit keine Ahnung hatte, dass die Amerikaner gefesselte und verklebte Gefangene auf Guantanamo einsperrten: die Bilder, die um die Welt gingen, hatte der "Medienkanzler" Schröder nicht einmal gesehen. Seine Reaktion war lediglich der Satz "Ich bin der festen Überzeugung, dass die Amerikaner zum Recht stehen". Ich kannte diese Aussage noch nicht. Der Grund: damals schrieb der Reporter seine Kolumne ("Berlin Vertraulich") in BILD.

16.12.05

Schäuble will Folter-Outsourcing nutzen

Innenminister Wolfgang Schäuble findet Outsourcing von Folter durchaus nutzbar, meldet der SPIEGEL:
"Wenn wir sagen würden, Informationen, bei denen wir nicht sicher sein können, dass sie unter vollkommen rechtsstaatlichen Bedingungen zu erlangen waren, nutzen wir unter keinen Umständen - das wäre völlig unverantwortlich. Wir müssen solche Informationen nutzen."

15.12.05

Als Journalist verbrannt

Regierungssprecher stehen nach einem Regierungswechsel vor dem beruflichen Nichts, berichtete ZAPP: man traut ihnen nicht mehr zu, neutral und unparteiisch zu berichten. Ich kann dies gut nachvollziehen. Wer würde schon diesem Mann trauen?

14.12.05

Brandenburger Subventionen

In Brandenburg gibt man gerne Subventionen für erfolglose Unternehmungen: der Lausitzring, die Chipfabrik, Cargolifter, der Hafen Schwedt, und nun das "Tropenparadies" auf dem Cargolifter-Gelände. Seinerzeit hatte der Malaysier Colin Au zunächst noch stolz verkündet, keine "Fördermittel" zu benötigen. Kurz darauf - vielleicht hatte er begriffen, wie grenzenlos dämlich die Brandenburger Regierung ist - änderte er seine Meinung. Nun bekommt er 15000000 Euro. (Berliner Zeitung)

13.12.05

Keine Räuberpistole

Artikel im SPIEGEL über Khaled el-Masri und die Schwierigkeiten die er zunächst hatte mit der unglaublichen Geschichte seiner Verschleppung durch die CIA.

Mitnahmementalität des Ex-Kanzlers

Als Gerhard Schröder noch Kanzler war, warf er anderen Mitnahmementalität vor. Jetzt ist er nicht mehr Kanzler, nutzt aber die Gelegenheit um Kohle zu machen (Ringier, Gasprom).

Inzwischen hat er reagiert: er hat seinen Anwalt beauftragt, juristisch gegen die Berichterstattung vorzugehen. (Interessanterweise gab es bei der Meldung im Oktober, Schröder würde für Gasprom arbeiten, "nur" Dementis seines Wahrheitsministers) Und in einem Interview behauptet er, es sei über die Höhe der Bezüge nicht gesprochen worden. Man glaubt es kaum: der Mann soll also einen Arbeitsplatz angenommen haben ohne zu wissen, wie die Bezahlung aussieht?

Diese Mitnahmementalität ist jedoch nicht nur bei Schröder zu erleben. Die Deutsche Welle nennt eine lange Liste von Leuten, die ähnlich gut ausgesorgt hatten:
  • Helmut Kohl bei Kirch
  • Jürgen Möllemann bei Kirch
  • Wolfgang Bötsch bei Kirch
  • Christian Schwartz-Schilling bei Kirch
  • Rupert Scholz bei Kirch
  • Werner Müller bei Eon / Ruhrgas
  • Martin Bangemann bei Telefónica
  • Otto Wiesheu bei der Deutschen Bahn
  • Reinhard Klimmt bei der Deutschen Bahn
  • Hartmut Meyer bei der Deutschen Bahn

Wächst die Nase von Béla Anda?

Ex-WahrheitsministerRegierungssprecher Béla Anda, der Mann der "privat" lügen darf, verkündete einst dass der Wahrheitsgehalt der Behauptung, der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder würde später für den russischen Gasprom-Konzern arbeiten, sei „gleich null“ (Tagesspiegel). Schröder soll jedoch nun Aufsichtsratschef der Gas-Pipeline-Gesellschaft NEGPC werden, die zu 51% Gasprom gehört.

Nachtrag: Gerhard Schröder behauptet, er habe das Angebot erst am Freitag erhalten.

Nachtrag 14.12.2005: Interview im SPIEGEL mit Alexej Wenediktow, Chefredakteur von "Echo Moskwy", dem Radiosender der die Zukunftspläne von Schröder schon im Oktober meldete.

10.12.05

Yum!

Teilweise kritischer Artikel in der Welt über die fast unbekannte Firma Yum! Brands, dessen Marken Kentucky Fried Chicken und Pizza Hut in aller Munde sind - seit dem Artikel auch in meinem. Mir haben die toten Hühner jedenfalls gut geschmeckt.

4.12.05

Otto Schily, stiller Mitwisser bei CIA-Kidnapping

Der ehemalige Innenminister Otto Schily war durch die USA über die "versehentliche" Entführung des deutschen Staatsbürgers Khaled Masri informiert, meldet die Washington Post (sowie FAZ und SPIEGEL in deutsch). Wunschgemäss schwieg er bis heute, während die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Es ist nicht die erste CIA-Entführung in Deutschland. Bereits 1997 und 2003 wurde über die in 1991 erfolgte Entführung von Jeffrey Martin Carney alias Jens Karney berichtet.

Nachtrag 6.12.2005: Khaled al-Masri wurde die Einreise in die USA verwehrt (SPIEGEL, Telepolis). Er wollte zu einer ACLU-Pressekonferenz, bei der es um eine Klage in eigener Sache ging.

Nachtrag 8.12.2005: Schily verkündet: "Ich bin nicht der Erfüllungsgehilfe der Staatsanwaltschaft". Die Frage ist - wer dann?

Amerikaner haben es nicht besser (IV)

Amerikaner haben nicht nur weniger Urlaub, teilweise zu wenig zu essen, eine niedrige Lebenserwartung und eine marode Infrastruktur - sie haben auch ein mieses Eisenbahnsystem, meldet die Welt am Sonntag, und spottet: denn in den Dieselzügen zu reisen, die an die Taigatrommel erinnern, ist wie eine Mischung aus Mitropa und Wildwest.

3.12.05

Nicht ohne seinen Chauffeur

Der ehemalige Karstadt-Chef Walter Deuss (Die Zeit nennt ihn den Edzard Reuter des Einzelhandels) hatte in seinem Aufhebungsvertrag lebenslang ein Büro und eine S-Klasse mit Chauffeur zugesichert bekommen. Nun weigert sich Karstadt neuerdings, auch noch die Überstunden des Chauffeurs zu bezahlen. Deshalb hat Herr Deuss seinen ehemaligen Arbeitgeber Karstadt auf 15000 € verklagt (Die Welt, C.H. Beck). Auch vier weitere ehemalige Manager beklagen sich bitterlich - der Konzern hatte ihnen die angenehmen Dienstwagen sogar ganz entzogen. Arme Manager.

Nachtrag 10.2.2006: die Manager haben den Prozess in erster Instanz gewonnen (AFP, C.H. Beck).

Welterkältungstag

Am 3.12. ist dieses Jahr zum ersten Mal Welt-Erkältungs-Tag. Jedes Jahr erkranken Milliarden von Menschen an Erkältungen, aber es fehlt immer noch an Aufklärung. Folgende Aktionen sind geplant, weitere werden noch ausgedacht, um das Bewusstsein für Erkältungen zu steigern:
  • Prominente versteigern ihre gebrauchten Papiertaschentücher für einen guten Zweck (Forschung, Aufklärungskampagnen, etc)
  • Zum Gedenken an die Opfer von Erkältungen sollte man neue oder gebrauchte Taschentücher an Anstecknadeln tragen
  • Lautes Niesen und Husten in der Gemeinschaft (U-Bahn, Restaurant, Kino) ausnahmsweise ausdrücklich erwünscht

1.12.05

Berliner Imam doch kein Hassprediger (II)

Laut Berliner Zeitung, taz und Berliner Morgenpost hat das Landgericht Potsdam entschieden, dass Imam Yakup Tasci vom ZDF nicht als "Hassprediger" bezeichnet werden darf, und ihm auch nicht Zitate bzgl. "stinkende Deutsche", die "in der Hölle landen" zugeordnet werden dürfen. Das Urteil ist ein Versäumnisurteil - der Anwalt vom ZDF kam nicht. Die Lage ist somit immer unübersichtlicher. In einem früheren Verfahren hatte das ZDF - wenn auch nur aus formalen Gründen - noch gewonnen. Laut Zeitung will das ZDF 1. Einspruch einlegen (wohl § 338 ZPO), 2. eine nicht näher erläuterte Feststellungsklage vor dem Landgericht München fortführen.

Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (II)

Die feinen Gäste der Arbeitgeber-PR-Organisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (Impressum: berolino.pr gmbh) bekamen kürzlich unwillkommenen Besuch: bei der Preisverleihung "Reformer des Jahres" bekam die INSM selbst einen Preis von der Initiative "Die Überflüssigen" überreicht, in der Kategorie "teuerste, dreisteste und dümmste Propaganda des Jahres" (Indymedia, Telepolis).

30.11.05

"Operation Capricorn" nachgespielt

Der britische Fernsehsender Channel 4 will eine Gruppe von Kandidaten in ein "Weltraumabenteuer" schicken, meldet der SPIEGEL. Die Teilnehmer leben eine Woche in einer "Raumfähre" und werden auch geschüttelt, verlassen aber nie den Boden. Weil vielleicht Zweifel aufkommen könnten, warum sich denn die Schwerkraft nicht verringert, sollen nur besonders beeinflussbare Menschen ausgewählt werden. Ausserdem soll ein Schauspieler "mitfliegen", der Zweifel verstreuen soll. Sind manche Leute wirklich so blöd, äh, beeinflussbar?

Eier legen mit Lizenzaufdruck

Afrikanische Dorfwebervögel (Ploceus cucullatus) markieren ihre Eier mit individuellen Mustern, um sie von untergeschobenen Kuckuckseiern unterscheiden zu können (wissenschaft.de).

26.11.05

Kleiner sollten sie wirklich nicht sein

Mini-Bananen

Dafür sind sie aber sehr schmackhaft!

16.11.05

Die zweigeteilte Mehrwertsteuer (IV)

Nach Kontraste und der Welt verrät nun auch dpa Details zur zweigeteilten Mehrwertsteuer:
Wer in Zuchtpferde, Münzen oder Schnittblumen investieren will, muss sich über die geplante Mehrwertsteuererhöhung keine Sorgen machen. (...) Aber zählen sie oder Süßigkeiten wirklich zur Grundversorgung und dienen am Kiosk erwerbliche Porno-Hefte der Allgemeinheit, während Babywindeln und Arzneimittel von 2007 an mit 19 Prozent besteuert werden sollen?

10.11.05

Staatlich organisierter Koalitions-Diebstahl

Wenn private Haushalte Geldsorgen haben, dann werden Ausgaben eingespart: der Kauf von Laserfarbdrucker, Flachbildschirm, Mercedes oder Haus werden verschoben bis die Finanzlage etwas besser aussieht.

Beim Staat ist es anders. Wenn das Geld nicht ausreicht, werden Luxusausgaben nicht etwas eingespart, sondern es werden Wege gesucht die Einnahmen zu erhöhen: Mehrwehrtsteuer wird erhöht, Abfindungen von Leuten (die danach meistens arbeitslos sind) werden stärker besteuert, Sparer werden geschröpft, Aktiengewinne von risikobereiten Investoren sollen besteuert werden.

Und weil die beiden grossen Parteien zusammenarbeiten, gibt es keine Stimme dagegen.

6.11.05

Amerikaner haben es nicht besser (III)

Amerikaner haben nicht nur weniger Urlaub, teilweise zu wenig zu essen und eine marode Infrastruktur, sie haben auch eine niedrige Lebenserwartung aufgrund oft fehlender Krankenversicherung, meldet die Welt am Sonntag:
Dabei gehört das amerikanische Gesundheitssystem jetzt schon zu den teuersten der Welt. Es verschlingt rund 15 Prozent des Bruttosozialprodukts und verfehlt dennoch seinen Nutzen: Die Lebenserwartung in den USA ist kürzer als im verarmten Costa Rica.

5.11.05

Donald Trump: Mehr Schein als Sein?

Das Donald Trump ein Angeber und Selbstdarsteller ist, konnte man schon oft beobachten, z.B. in seiner auch auf RTL (damals Samstag nach South Park) gezeigten show "The Apprentice". Nun gibt es ein neues Buch vom New York Times Reporter Timothy O'Brien, das Ungeheuerliches behauptet: Donald Trump sei bei weitem nicht so reich, wie er gerne behauptet. Anstatt Multi-Milliardär zu sein, sei er lediglich ein Viertel-Milliardär. (Die Welt, New York Times)

Wenn erst die US-Immobilienblase platzt, wird er noch weniger haben.

Nachtrag 25.1.2006: Donald Trump hat Timothy O'Brien auf 5 Milliarden Dollar verklagt (law.com).

3.11.05

Tischlergeselle auf Wanderschaft

Gesehen hat sie jeder mal, die Wandergesellen in ihren schwarzen Cord-Anzügen. Doch was steckt dahinter? Die Berliner Zeitung hat den Tischlergesellen Stephan Voigt interviewt, der vier Jahre auf Wanderschaft war. Und der verrät auch die Bedeutung des Outfits:
Den breitkrempigen Hut, der verhindert, dass beim Arbeiten über Kopf Sägespäne in den Kragen fallen. Die Schlaghosen, die die Schuhe von Sägemehl freihalten. Die Weste mit den acht Knöpfen, die "acht Stunden Arbeit täglich" symbolisieren, und die Jacke mit sechs Knöpfen als Symbol für "sechs Tage Arbeit pro Woche".

Whistle-Blower (II)

Nicht nur ein Zulieferer von Airbus hat Probleme mit einem redefreudigen Ex-Angestellen. Bei Boeing behaupten gleich drei Ehemalige,dass das Unternehmen unsichere Teile eingebaut habe. Guten Flug! (Mother Jones, Teil eins und Teil zwei)

Rumsfeld verdient mit Tamiflu

Nicht nur die Aktionäre von Roche freuen sich über die Tamiflu-Berichterstattung: Auch Folterfreund Donald Rumsfeld verdient mit, denn er ist Großaktionär bei der Firma Gilead Science, die mit dem Schweizer Pharmakonzern Roche das Grippemittel Tamiflu entwickelt hat (Berliner Zeitung).

Nigergate Details

Telepolis mit Details, wie das "Niger Dokument" (gefälschte "Beweise" dass Saddam Hussein versucht habe, Uranium in Niger einzukaufen): es entstand im Umfeld des italienischen Geheimdienst.

Er war schon immer dagegen

Staun! Der italienische Ministerpräsident Berlusconi verkündet: Er war ja schon immer gegen den Irak-Krieg gewesen, und er habe sogar auf G.W. Bush eingeredet, nicht in den Krieg zu ziehen (Telepolis).

Amerikaner haben es nicht besser (II)

Amerikaner haben nicht nur weniger Urlaub und eine marode Infrastruktur, sie haben teilweise trotz Arbeitsplatz nicht genug zu Essen, meldet Telepolis.

Update 19.11.2009: Es geht ihnen inzwischen noch schlechter, jeder siebte hungert manchmal. (Telepolis)