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20.10.12
Berlin 1956
Ich habe einen Text meiner Mutter veröffentlicht, in dem sie über einen Urlaub in Berlin im Jahr 1956 berichtet. Nichts Weltbewegendes, aber es beschreibt Berlin in der Zeit des Wirtschaftswunders, nach dem Krieg und vor dem Mauerbau. Man konnte sich zwischen West- und Ost-Berlin frei bewegen, aber es gab einige merkwürdige Regeln und Fallstricke.
1.6.12
Maison Saint-Cyr steht zum Verkauf
Die "Maison Saint-Cyr", ein nur 4m breites Haus in Brüssel, welches von Gustave Strauven, einem Schüler von Victor Horta für den Maler Georges de Saint-Cyr (über den ich auf die Schnelle nichts finde) gebaut wurde, steht zum Verkauf:
Preis: nur 1250000 Euro. Vor dem Haus (Square Ambiorix 11) ist eine Bushaltestelle. Zum Berlaymont kann man aber bequem zu Fuss.
Preis: nur 1250000 Euro. Vor dem Haus (Square Ambiorix 11) ist eine Bushaltestelle. Zum Berlaymont kann man aber bequem zu Fuss.
21.5.12
Zum Tod vom Dietrich Fischer-Dieskau
Am Freitag wurde der Tod vom Bariton-Sänger Dietrich Fischer-Dieskau gemeldet. An dem Tag hatte ich eine Autobahnfahrt, die mich durch mehrere Bundesländer führte, so dass ich mehrere Sender mit Klassik hören konnte. Die Sender übertrafen sich gegenseitig mit Lob über ihn. Aber: in den letzten Jahren wurde er nie erwähnt oder gespielt.
Was sagt uns das: man ist nur so berühmt wie die letzte CD.
Ich selbst habe Dietrich Fischer-Dieskau erst vor einigen Jahren rein zufällig "entdeckt", nämlich bei einer Suchfrage auf youtube nach etwas Anderem, und war sofort begeistert.
Was sagt uns das: man ist nur so berühmt wie die letzte CD.
Ich selbst habe Dietrich Fischer-Dieskau erst vor einigen Jahren rein zufällig "entdeckt", nämlich bei einer Suchfrage auf youtube nach etwas Anderem, und war sofort begeistert.
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Kultur,
Medien
15.7.11
BFF Duett
In diesem Duett aus der Bizet-Oper "Die Perlenfischer", super gesungen von Plácido Domingo und Rolando Villazón, schwören sich zwei Männer ewige Freundschaft ("Best Friends Forever"):
En ce jour qui vient nous unir,(Übersetzung und Zusammenfassung: sie wollen bis zum Tode Brüder und vereint sein)
Et fidèle à ma promesse,
Comme un frère je veux te chérir!
(...)
Oui, partageons le même sort,
Soyons unis jusqu'à la mort!
Wenn man sich allerdings bei wikipedia die Handlung durchliest, stellt sich heraus, dass einer der beiden lügt. Solche Enttäuschungen gibt es in der Opernwelt öfter, so zum Beispiel hier:
In der Operette "Das Land des Lächelns" versprechen sich beide ewige Treue. Im Heimatland stellt sich allerdings laut wikipedia heraus, dass der Ehemann noch vier andere Frauen heiraten soll. Dumm gelaufen!
Als Operetten-Bonus noch einen Superauftritt von der damals noch "heißen" Anna Netrebko:
(Diesen Auftritt hat sie später in Berlin wiederholt, aber der in London ist besser)
5.2.11
Bohnen essen wie Terence Hill
Was kommt in einigen Filmen mit Terence Hill und Bud Spencer immer wieder vor? Bohnen mit Speck. Nachdem ich es immer wieder in deren Filmen gesehen habe, wollte ich es mal selbst ausprobieren, hier ist ein Rezept. So sieht das Ergebnis aus (anstelle vom Tomatenmark habe ich eine 200g Dose Tomaten "stückig" genommen, und kein Wasser hinzugetan, da 2 von 3 Dosen mit Bohnen selbst auch Tomatensauce hatten):

Dazu gabs Ciabatta.
Und hier ist das Vorbild:
Dazu gabs Ciabatta.
Und hier ist das Vorbild:
19.8.08
XXLohengrin
Es gibt "kulturelle" Dinge, die sollte man sich einmal im Leben antun, zumindest als Abschreckung.
Vor einigen Jahren habe ich mir einige Filme angeschaut, die auf Shakespeare-Stücke basieren. Besonders in Erinnerung blieb mir "Hamlet". Das Stück ist zwar langweilig und am Ende sind alle tot, aber nun weiss ich warum mancher Wahnsinn doch Methode hat, woher der englische Ausdruck "The lady doth protest too much, methinks" kommt, und dass im Staate Dänemark etwas faul ist.
Gleiches gilt für Wagner. Wagner-Opern sind hauptsächlich bekannt für einen peinlichen Auftritt einer Bundeskanzlerin oder der gruseligen Bekleidung der Ehefrau eines oberflächlichen Showmasters, aber die Inhalte scheinen zweitrangig zu sein. Demnoch kennt man die Melodien: "Lohengrin" von Hochzeiten, "Rienzi" aus der SPIEGEL-TV Reportage, "Walküre" aus der Opel-Werbung.
Vor ein paar Tagen wurde "Lohengrin" in 3Sat gezeigt und von mir aufgenommen. Das Stück dauert 3 1/2 Stunden. Alles, was länger als 2 1/2 Stunden dauert, ist entweder langweilig oder schmerzhaft, oder beides - diese Privattheorie von mir wurde erneut bestätigt.
Ein Orchester sieht man nicht, denn der Meister wollte dass sich die Zuschauer auf die "Handlung" konzentrieren. Diese ist etwa so spannend wie eine Powerpoint-Vorführung. Nach 46 Minuten wird endlich der Kern der Geschichte festgelegt: "Nie sollst Du mich befragen", ein Ausdruck der vor einigen Jahren durch eine Baumarkt-Werbung ins kollektive Bewusstsein gerückt war. Der Held erklärt es der Heldin zweimal deutlich, dass sie dies unbedingt zu unterlassen habe, und sie bestätigt die Anweisung. "Fast Forward" knapp 2 Stunden später (die Handlung kann man bei Wikipedia oder im Libretto nachlesen, denn akustisch ist eh nichts zu verstehen) erklingt der bekannte Hochzeitsmarsch mit Chor. Das Ehepaar steht dann vor einem Bett, diskutiert 20 Minuten - und ein Vollzug der Ehe findet nicht statt. Weil: nach fast 3 Stunden Opernzeit deutet die Heldin an, sie würde nun doch die verbotene Frage stellen. 7 Minuten später tut sie es dann auch. Nach "nur" 20 Minuten später kommt die Antwort: "Lohengrin". Nach weiteren 15 Minuten macht sich der Held aus dem Staub, die Heldin verkündet "Ach!" und stirbt.
Schade, dass niemand vom Fernsehen auf die Idee kommt, die Leute beim Herausgehen aus einer Wagner-Oper zu filmen. Die Bilder der gähnenden Zuschauer wären einfach köstlich.
Vor einigen Jahren habe ich mir einige Filme angeschaut, die auf Shakespeare-Stücke basieren. Besonders in Erinnerung blieb mir "Hamlet". Das Stück ist zwar langweilig und am Ende sind alle tot, aber nun weiss ich warum mancher Wahnsinn doch Methode hat, woher der englische Ausdruck "The lady doth protest too much, methinks" kommt, und dass im Staate Dänemark etwas faul ist.
Gleiches gilt für Wagner. Wagner-Opern sind hauptsächlich bekannt für einen peinlichen Auftritt einer Bundeskanzlerin oder der gruseligen Bekleidung der Ehefrau eines oberflächlichen Showmasters, aber die Inhalte scheinen zweitrangig zu sein. Demnoch kennt man die Melodien: "Lohengrin" von Hochzeiten, "Rienzi" aus der SPIEGEL-TV Reportage, "Walküre" aus der Opel-Werbung.
Vor ein paar Tagen wurde "Lohengrin" in 3Sat gezeigt und von mir aufgenommen. Das Stück dauert 3 1/2 Stunden. Alles, was länger als 2 1/2 Stunden dauert, ist entweder langweilig oder schmerzhaft, oder beides - diese Privattheorie von mir wurde erneut bestätigt.
Ein Orchester sieht man nicht, denn der Meister wollte dass sich die Zuschauer auf die "Handlung" konzentrieren. Diese ist etwa so spannend wie eine Powerpoint-Vorführung. Nach 46 Minuten wird endlich der Kern der Geschichte festgelegt: "Nie sollst Du mich befragen", ein Ausdruck der vor einigen Jahren durch eine Baumarkt-Werbung ins kollektive Bewusstsein gerückt war. Der Held erklärt es der Heldin zweimal deutlich, dass sie dies unbedingt zu unterlassen habe, und sie bestätigt die Anweisung. "Fast Forward" knapp 2 Stunden später (die Handlung kann man bei Wikipedia oder im Libretto nachlesen, denn akustisch ist eh nichts zu verstehen) erklingt der bekannte Hochzeitsmarsch mit Chor. Das Ehepaar steht dann vor einem Bett, diskutiert 20 Minuten - und ein Vollzug der Ehe findet nicht statt. Weil: nach fast 3 Stunden Opernzeit deutet die Heldin an, sie würde nun doch die verbotene Frage stellen. 7 Minuten später tut sie es dann auch. Nach "nur" 20 Minuten später kommt die Antwort: "Lohengrin". Nach weiteren 15 Minuten macht sich der Held aus dem Staub, die Heldin verkündet "Ach!" und stirbt.
Schade, dass niemand vom Fernsehen auf die Idee kommt, die Leute beim Herausgehen aus einer Wagner-Oper zu filmen. Die Bilder der gähnenden Zuschauer wären einfach köstlich.
19.3.07
Falscher Wein?
Folgenden Text fand ich kürzlich im Stern newsletter:
Nachtrag 28.3.2007: Inzwischen ist der Stern-Artikel frei verfügbar.
Nachtrag 23.11.2008: Der Stern hat zu Etiketten, Korken und Depots recherchiert, und diverse Indizien entdeckt.
Jahrelang präsentierte Weinguru Hardy Rodenstock Sensationsfunde edler Flaschen. Eine Analyse könnte ihn nun als Schwindler entlarven - und bringt Christie`s in VerrufDa ich den Stern nicht kaufen wollte, googelte ich nach Hardy Rodenstock. Dort fand sich eine ganze Menge. Die Geschichte hat Ihren Ursprung in den USA, wo ein Käufer sich betrogen fühlte. Die Times hat eine gute Zusammenfassung.
Nachtrag 28.3.2007: Inzwischen ist der Stern-Artikel frei verfügbar.
Nachtrag 23.11.2008: Der Stern hat zu Etiketten, Korken und Depots recherchiert, und diverse Indizien entdeckt.
20.1.07
Flop-Ausreden in der Berliner Kulturszene
Wenn im Kultursubventionsparadies Berlin trotz (oder dank) Geheimsprache der Rezensionen mal wieder eine Aufführung gefloppt ist, muss eine Ausrede her. Und zwar eine Gute. Also nicht "der Regisseur ist ein Idiot" oder gar "Der Intendant ist ein Idiot". Die Welt präsentiert eine Auswahl:
- "Publikumsreservoir erschöpft"
- "Konzeption vom Publikum nicht angenommen"
- "ihren Lebenszyklus überschritten"
- "geringen Bekanntheitsgrad des Stücks"
- "nicht repertoirefähig"
20.12.06
Die "Geheimsprache" der Rezensionen für Oper, Ballett und Theater
Für Arbeitszeugnisse gibt es eine "Geheimsprache":
Wer in Berlin ins Ballett geht in der Hoffnung, Grazien zu beobachten die ihren Körper und ihre Gesundheit über Jahre belastet haben um uns ihre Anmut zu zeigen, irrt. Da kam z.B. im Jahr 2000 eine Choreographin Birgit Scherzer auf die "Idee", Schwanensee mit einem Motorrad auf der Bühne aufzuführen. Der Höhepunkt des Stücks, der pas de quatre der jungen Schwäne im zweiten Akt (dauert nur ca. 2 Minuten), wurde als lächerliche Parodie aufgeführt.
Wer in die Oper (womöglich mit dem Nachwuchs) geht um eine bunte, märchenhafte Aufführung zu erleben, kann im Jahr 2006 auch eine "Überraschung" erleben. Da ist ein Hans Neuenfels der Meinung, das Titelobjekt aus der Zauberflöte sei durch einen gigantischen hölzernen Penis darzustellen, und auch sonst hatte er einige "Ideen".
Da freue ich mich, dass zumindest ein Architekt es schaffte, sein Werk gegen Verhunzung zu sichern. Klassische Komponisten haben es da schwerer: Urheberrecht gilt nur 70 Jahre nach dem Tod.
- Er hatte Interesse an seiner Arbeit (= Fauler Sack)
- Er hat sich bemüht (= Unfähige Niete)
- Er hatte Einfühlungsvermögen für die weibliche Belegschaft (= Sexuelle Belästigung)
- Zu Vorgesetzten hatte er ein gutes Verhältnis (= Schleimer)
- Haus mit jungem Publikum (= Wegen Lärm der Disco kann man erst ab 5 schlafen)
- Verkehrsgünstige Lage (= Verkehrslärm)
- Kurze Transferzeit (= In der Einflugsschneise)
- Aufstrebende Gegend (= Baulärm ab 7)
- Mutige Inszenierung (= Mutig sind die Leute, die nicht in der Pause oder schon vorher abhauen)
- Es wurde auf Schnickschnack verzichtet (= die Bühne ist nackt)
- Das Stück wurde in die Gegenwart verlegt (= Der Autor würde im Grabe rotieren, wenn er wüsste, was mit seinem Meisterwerk getan wurde)
- Überraschende Aufführung (= Es wird geschossen, Hörschaden droht)
- Eigenwillige Sicht auf Tschaikowskys Handlungsballett (= die Tänzer brüllen und fauchen)
Wer in Berlin ins Ballett geht in der Hoffnung, Grazien zu beobachten die ihren Körper und ihre Gesundheit über Jahre belastet haben um uns ihre Anmut zu zeigen, irrt. Da kam z.B. im Jahr 2000 eine Choreographin Birgit Scherzer auf die "Idee", Schwanensee mit einem Motorrad auf der Bühne aufzuführen. Der Höhepunkt des Stücks, der pas de quatre der jungen Schwäne im zweiten Akt (dauert nur ca. 2 Minuten), wurde als lächerliche Parodie aufgeführt.
Wer in die Oper (womöglich mit dem Nachwuchs) geht um eine bunte, märchenhafte Aufführung zu erleben, kann im Jahr 2006 auch eine "Überraschung" erleben. Da ist ein Hans Neuenfels der Meinung, das Titelobjekt aus der Zauberflöte sei durch einen gigantischen hölzernen Penis darzustellen, und auch sonst hatte er einige "Ideen".
Da freue ich mich, dass zumindest ein Architekt es schaffte, sein Werk gegen Verhunzung zu sichern. Klassische Komponisten haben es da schwerer: Urheberrecht gilt nur 70 Jahre nach dem Tod.
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