5.8.05

Teure Kündigungswelle

Die Sächsische Zeitung über eine teure Kündigungswelle bei der Sparkasse Riesa-Großenhain:
Gerichtsverfahren gegen die eigenen Angestellten haben der Kreissparkasse Riesa-Großenhain Ausgaben von rund einer Million Euro beschert. (...) Ein Großteil der Mitarbeiter klagte gegen den Rauswurf. Mit Erfolg. Von mindestens 172 Klagen verlor die Sparkasse bisher 160 Verfahren.

Ärzte-Kinder

Heute gingen viele Berliner Ärzte auf die Strasse für bessere Arbeitsbedingungen. Einige hatten ihre Kinder dabei, und die trugen T-Shirts mit der Aufschrift
MEIN PAPA ARBEITET IMMER

Namensvorschlag

Axel Springer AG übernimmt die ProSiebenSat.1 Media AG. Namensvorschläge:
  • BildWeltPro7Sat1Kabel1N24 AG
  • BILD AG
  • EinheitsMedia AG
  • MonoMedia AG
  • MegaMedia AG
  • AxelMedia AG
  • Friede Springer AG

Versprechen, Versprechen

Die Union verspricht natürlich, Bürokratie abzubauen.

4.8.05

"Die 12 Geschworenen", Version 2.0

law.com berichtet über ein Strafverfahren im Staat New York. Frederick Douglas Credle stand vor Gericht wegen Ladendiebstahl, ihm drohten bis zu sieben Jahre Gefängnis. Die 12 Geschworenen kamen zurück mit dem Urteil "Schuldig". Routinemäßig wurden die Geschworenen einzeln befragt. Geschworener Nr. 1 verkündete "Schuldig". Geschworene Nr. 2 verkündete "Unschuldig". Nachdem sich das Erstaunen gelegt hatte, gab ein Blick in die Strafprozessordnung das weitere Vorgehen vor. Die Geschworenen wurden zurück zur Beratung geschickt. Stunden später waren 9 für Freispruch, 2 für Verurteilung, und einer unentschlossen. Die Geschworenen fragten den Richter nach der Definition von "berechtigte Zweifel" und bekamen sie. Nach zwei weiteren Stunden waren sich die Geschworenen einig: Freispruch. Die Beweise der Staatsanwaltschaft waren lediglich dass Credle im Laden gewesen war, und diesen hastig verlassen hatte. Die gestohlenen Sachen, DVDs und Videospiele, wurden nicht gefunden.

Innenminister für vorbeugende Haft

Nach Verteidigungsminister Peter Struck, Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und Finanzminister Hans Eichel zeigt trotz nachlassender Hitze nun auch Bundesinnenminister Otto Schily Zeichen der Unzurechnungsfähigkeit: er hält Sicherungshaft auch ohne konkreten Verdacht einer Beteiligung an einer Straftat für überlegenswert, auch wenn die Fakten nicht einmal für die Einleitung von Ermittlungsverfahren ausreichen.

3.8.05

Lügen schwer zu erkennen

Telepolis über wie schwer es ist zu erkennen ob jemand lügt:
In einer Versuchsreihe sollten 627 Fachleute erkennen, ob Personen auf dem Videoschirm die Wahrheit über ihre persönlichen Überzeugungen zu gesellschaftlich kontroversen Themen äußerten oder nicht. Die Trefferquote erwies sich als eher mickrig. Die Gruppe der normalen Polizisten und Sheriffs erkannte nur in 51 Prozent der Fälle, ob jemand sich an die Wahrheit hielt, bei den Richtern waren es durchschnittlich 62 Prozent und nur eine kleine Gruppe von FBI- und CIA-Ermittlern kam auf 73 Prozent. Die klinischen Psychologen kamen immerhin auf 65 Prozent, während die akademischen Psychologen bei durchschnittlich nur 58 Prozent lagen.
(50% entspricht dem Zufall!).

29.7.05

Super-Donnerstag

Was für ein großartiger Donnerstag:
  • Der unfähige Jürgen Schrempp tritt endlich zurück - Aktien steigen umgehend um 10%
  • Luciano Pavarotti am Arbeitsplatz gehört
  • In der U-Bahn erzählte ein Mann aus Kongo stolz von seinen zwei Frauen, und zeigte Fotos
  • Im U-Bahn-Eingang sang eine Sopranistin, und zwar gut

28.7.05

BR gibt Retusche zu

Der Bayrische Rundfunk gibt jetzt zu, dass auf der Homepage retuschiert wurde, hat das Foto entfernt, und bedauert den Vorfall. Es soll ein freier Mitarbeiter gewesen sein.

27.7.05

Titel-Foto in der Berliner Zeitung war retuschiert

Eine Mitarbeiterin der Bildredaktion der Berliner Zeitung hat meine Anfrage beantwortet und bestätigt, dass das Merkel Titel-Foto von gestern (26.7.2005) retuschiert wurde. Sie meinte, sie (und nur sie) sei der Ansicht gewesen, es sei irgendwie höflich, den Fleck der eventuellen zukünftigen Kanzlerin zu entfernen.

Ich selbst meine, Angela Merkel ist genauso wie ihr "Parteivater" Helmut Kohl eine optisch peinliche Figur. Merkel bleibt Merkel, egal ob sie ein Designerkleid kauft oder etwas von C&A. Manche Politikerinnen haben Glamour (z.B. Julia Timoschenko aus der Ukraine), andere nicht. Es ist nicht die Aufgabe einer Tageszeitung, Politiker besser aussehen zu lassen, nur weil sie demnächst an die Macht kommen.

Update (Danke an Mathias Schindler für den Link):
Der DJV fordert klar: Bearbeitete Fotos sind zu kennzeichnen.

Spott und Lob für Merkel

Die Financial Times spottet: Merkel trägt die FTD-Farbe.

Die Berliner Zeitung lobt Merkel's Designerin:
kameraverlässliche Materialien, die auch in ernster Lage die Form beibehalten, fließende Hosenstoffe, die die Trägerin größer und schlanker wirken lassen, taillierte Schnitte, die die Silhouette günstig formen.
Genau das gilt aber nicht für Merkel: ihr Oberteil ist zerknittert, unter den Achselhöhlen sind Reste von Körperflüssigkeiten zu sehen, an der linken Schulter ist das Oberteil zu hoch, an der rechten Schulter zu weit. Grausig.

26.7.05

Hat Berliner Zeitung auch retuschiert?

Nach den Berichten über mögliche Schweisshindernde Retuschierarbeiten fiel mir auf, dass das Merkel-Schwitzen auf dem Titel-Bild der Berliner Zeitung nicht zu sehen ist obwohl sie winkt. Wurde also retuschiert? Und falls ja, wann, wo und von wem? Ich habe angefragt.

Schwitzen wegretuschiert?

Dem SPIEGEL und dem Stern ist aufgefallen, dass auf der Homepage vom Bayrischen Rundfunk keine Schweiss-Spuren bei Merkel zu sehen sind:


Bei der Süddeutschen Zeitung aber schon:

Ist Merkel eine Schwitzfigur?

Nicht nur Katzen, auch zukünftige Kanzlerinnen schwitzen:



Deswegen ist sie oben herum so zerknittert:

Alexander Falk und die PR

Artikel der taz über die Verteidigung von Alexander Falk: Seine Rechtsanwälte verteidigen ihn innerhalb des Gerichtssaales, Ex-Bild Chef Hans-Hermann Tiedje (WMP Eurocom) übernimmt den Job außerhalb.

23.7.05

Finanzminister erträumt 3,6 Milliarden Euro

Nach Verteidigungsminister Peter Struck und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt gibt es auch beim Finanzminister Hans Eichel ein erstes Zeichen von Unzurechnungsfähigkeit: FOCUS berichtet, er erwarte für dieses Jahr 3,6 Milliarden Euro mehr als die amtliche Steuerschätzung, und das obwohl die Steuerschätzungen in den vergangenen Jahren stets zu optimistisch waren.

21.7.05

Bundespräsident kommt schnell zur Sache

Bundespräsident Köhler muss man einfach mögen, denn wo andere lange herum schwafeln, kommt er schon zu Beginn seiner Rede zur Sache:
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ich habe heute den 15. Deutschen Bundestag aufgelöst und Neuwahlen für den 18. September angesetzt.
Sofort folgt eine akkurate Einschätzung der Lage:
Die Haushalte des Bundes und der Länder sind in einer nie da gewesenen, kritischen Lage. Die bestehende föderale Ordnung ist überholt. Wir haben zu wenig Kinder, und wir werden immer älter. Und wir müssen uns im weltweiten, scharfen Wettbewerb behaupten.
Besonders die Bemerkung dass die föderale Ordnung überholt sei, finde ich beachtenswert. Allzuoft geschieht nämlich nichts, weil etwas "Ländersache" sei. Deshalb sind z.B. die Bayerischen Schüler bei PISA besser als die Berliner.

Die Krawatte von Tony Blair sitzt schief

18.7.05

Cargo-Kalle meldet sich zurück

Die Welt berichtet über Carl von Gablenz, dem grandios gescheiterten Gründer der Cargolifter AG, der wohl immer noch nicht genug hat. Sein neues Unternehmen, die CL CargoLifter GmbH & Co. KGaA, soll ein Keim einer deutschen Luftschiff-Industrie werden und zunächst ein Netzwerk in der Branche bilden. Aha. Wenigstens macht er diesmal keine zu konkreten Versprechen.

17.7.05

Die zweigeteilte Mehrwertsteuer (II)

Nach Kontraste verrät die Welt weitere absurde Details über die zweigeteilte Mehrwertsteuer:
Auf einen Apfel werden sieben Prozent aufgeschlagen, auf Apfelsaft dagegen 16 Prozent. Ein Hamburger bei McDonald's am Tisch wird höher besteuert als im Außer-Haus-Verkauf.

16.7.05

Fonds-Anteile noch günstiger

Erst nach und nach wird es in den Medien bekannt, dass man Fonds-Anteile über die Börse(n) noch günstiger als mit den Rabatten der Discount-Broker bekommt. Artikel in der Welt. Mein Tipp: Kurs bei OnVista suchen (Fonds-Namen, dann "Kursübersicht"), und mit Taschenrechner die Kosten ausrechnen die beim Broker anfallen, und mit dem Ausgabekurs abzüglich Rabatt vergleichen. An der Börse werden übrigens auch Fonds gehandelt, für die es bei manchen Discount-Brokern gar kein Rabatt gibt.

14.7.05

Schwitzen Katzen?

Gelesen hatte ich es, und gestern endlich erlebt: Ja, Katzen können schwitzen. Katze1 hatte gestern beim Tierarzt rötlich leuchtende, nasse Pfötchen, vermutlich durch den Transport in der Hitze. Auf dem Behandlungstisch leistete Katze1 dann ausnahmsweise keinen Widerstand gegen Thermometer, Spritze und einer fluoreszierenden Flüssigkeit ins Auge.

Guantanamo das Vorbild von Abu Ghureib

Ohne Beweisfotos ist Bestreiten und Verschweigen leicht. Mit Beweisfotos nicht mehr. So war es für Guantanamo: es hiess immer, dort laufe alles nach Vorschrift. Und in Abu Ghureib habe es nur "Einzelfälle" gegeben. Nun stellt sich heraus: Guantanamo soll das Folter-Vorbild für Abu Ghureib gewesen sein (SPIEGEL Meldung mit Fragezeichen im Titel, Washington Post Artikel ohne Fragezeichen im Titel).

12.7.05

Schuldenfreundin Ulla Schmidt

Nach Verteidigungsminister Struck zeigt nun auch Gesundheitsministerin Ulla Schmidt erste Zeichen von Unzurechnungsfähigkeit: sie wirft einigen gesetzlichen Krankenkassen vor, ihre Schulden zu schnell abgebaut zu haben. Bei einer solchen Einstellung ist es kein Wunder, dass die Staatsschulden immer höher werden.

11.7.05

Arbeitsbedingungen in der US-Computerspielindustrie

ea_spouse, die Partnerin eines Software-Entwicklers der Computerspiel-Firma Electronic Arts, beklagt sich, dass ihr Mann bis zu 80 Stunden pro Woche arbeiten müsse, und keine Überstunden oder Zusatzurlaub bekomme. Diese Überstunden seien nicht "ausnahmsweise" wegen Terminproblemen angesetzt - sie waren von der Führung von vornherein eingeplant, um die maximal mögliche Arbeitskraft aus den Mitarbeitern herauszuholen.

10.7.05

Anklage wegen "Ehrenmord"

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat Anklage gegen drei mutmasslichen "Ehrenmörder" von Hatun Sürücü erhoben. Der Mord war seinerzeit bei Neuköllner Schüler auf Zustimmung gestossen.

Update: Die Berliner Zeitung berichtet am 12.7 recht ausführlich.

9.7.05

Oskar der Bescheidene

Laut SPIEGEL bekommt Oskar Lafontaine ohne Gegenleistung monatlich 5000€ vom Axel Springer Verlag - aus einem Vertrag als BILD-Kolumnist, obwohl seit seiner Kanditatur keine BILD-Kolumnen mehr gefordert werden. Auf das Springer-Geld möchte Oskar jedoch nicht verzichten, und besteht auf Vertragserfüllung. Und BILD wird nun zähneknirschend zum Lafontaine-Sponsor. Und "irgendwie" wird der - laut Lafontaine nicht öffentliche - Vertrag bekannt.

Margret Müller, Ex-Ehefrau #2, wurde 1999 in der Welt zitiert: Auf den Geldtöpfen hat er schon immer gern gesessen.

8.7.05

Bush mit Fahrrad-Unfall

Wegen des Anschlages in London ging die Nachricht unter, dass George W. Bush (mal wieder) einen Fahrrad-Unfall hatte:
Wie vor 13 ½ Monaten hatte es geregnet, als Bush die weitläufige Parkanlage des Luxushotels Gleneagles nutzte, um - wie Präsidentensprecher Scott McClellan sagte -"recht schnell" in die Pedalen zu treten. Und wie vor 13 ½ Monaten hatte
Bush offensichtlich die Glitschigkeit des Bodens nicht bedacht. Jedenfalls kam er ins Rutschen und schlitterte schnurstracks in einen britischen Polizisten, der zu Fuß im Park unterwegs war.
Bush trug ein Helm. Er hatte schon öfter Probleme, zum Beispiel mit einem Segway und einer Brezel.

Teure Taxifahrt

Gestern schaute ich "mal so", was die Aktien machen, und stellte fest dass sie stark gefallen waren. Bevor ich den Grund recherchieren konnte, bekam ich einen Anruf, und der erste Satz war in etwa Die beiden sind im Hotelzimmer und unverletzt. Wie bitte? So erfuhr ich erstmals über den Anschlag.

Zwei Verwandten waren nämlich gestern in London als Touristen und hatten gut ausgeschlafen. Abends hatten sie allerdings einen Termin mit ihrem Flieger. Aufgrund der Ereignisse war der "Stansted-Express" gesperrt, und so entschieden sie sich, mit dem Taxi zum Flughafen Stansted zu fahren. Die Fahrt kostete 100 Pfund, also etwa 150 Euro. Der flexible friend machte es möglich.

4.7.05

Lafontaine ausnahmsweise für Folter

Auf dem Bundesparteitag der WASG hat Lafontaine laut Berliner Zeitung den Folterer Wolfgang Daschner verteidigt. Mir war Lafontaine schon in den 90ern suspekt, als er das Presserecht im Saarland verschärfte, im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die angebliche Rotlichtaffäre. Die Berliner Zeitung erinnert sich auch daran, und analysiert: Nicht nur in der Sprache manifestiert sich die Nähe des WASG-Spitzenkandidaten zur Rechten
Man muss kein Linker sein, um das ausnahmslose Verbot der Folter in einem Rechtsstaat zu verteidigen. Aber wer - wie soeben wieder Lafontaine - im Namen des Rechtsstaats die Folter in Ausnahmefällen verteidigt, ist ganz gewiss kein Linker. Man muss kein Linker sein, um die Pressefreiheit als conditio sine qua non der Demokratie zu begreifen. Aber wer - wie in den 90er Jahren der damalige saarländische Ministerpräsident Lafontaine - zur Bekämpfung des "Schweinejournalismus" (Lafontaine) das Presserecht verschärft, ist ebenfalls bestimmt kein Linker.
Mehr unschönes findet sich in seinem Wikipedia-Eintrag, der im Rahmen des Wahlkampfs besonders gut gepflegt wird.

3.7.05

Von der Stewardess zur "Saftschubse"

Die Welt am Sonntag beschreibt, wie aus der einst glamourösen Stewardess heute eine unscheinbare Mitarbeiterin wurde.

Ich kann dem nur zustimmen. Das einzig Positive an einem Flug ist die kostenlose Lektüre des Handelsblatts.

2.7.05

Der schlaue Hans

Dem SPIEGEL ist aufgefallen, dass der 0,9% Krankenkassen-Sonderbeitrag nicht nur die Arbeitgeber entlastet, sondern ihnen zusätzlichen Gewinne produziert - wodurch ein zusätzliches Steueraufkommen entsteht. Die bekommt Hans. Und keiner hat's gemerkt.

30.6.05

BMW fahren will gelernt sein

BMW wirbt mit "Freude am Fahren". In Berlin fahren Polizisten deshalb 5er BMW. Mit 250 BMW verursachten die Polizisten bereits 376 Unfälle, meldet die Berliner Zeitung. Eine Polizistin wird zitiert:
Zehn Jahre lang hat sie einen VW-Bus mit zuletzt 110 PS gelenkt. Nun ist ihr Dienstwagen ein 175-PS-BMW. "Der Wagen hat eine unheimliche Beschleunigung, da muss man sich erst drauf einstellen", sagt sie.

29.6.05

Arbeitslose als Gegner bei Bundeswehrübungen

Die Hitze und die Furcht vor dem demnächst kommenden Arbeitsplatzverlust setzen Verteidigungsminister Struck wohl deart zu, dass ihm die Idee gekommen ist, Arbeitslose als Übungsmaterial für die Truppe einzusetzen, wenn es darum geht, Verdächtige nach Waffen zu durchsuchen.

So werden nicht nur Arbeitslose beschäftigt; falls sich versehentlich ein Schuss löst, wird die Arbeitslosenquote endgültig reduziert.

27.6.05

Zeuge? Ab ins Gefängnis

Der SPIEGEL berichtet, wie die USA haben hunderte von potentielle Zeugen in Sachen 11.9.2001 eingebuchtet haben. Pressemitteilung der ACLU, Bericht (PDF).

24.6.05

Hippokrates in Guantanamo unerwünscht

In Guantanamo helfen Ärzte mit, Häftlinge psychisch zu brechen: Sie gaben Ratschläge, wie sich Ängste schüren und der Stress erhöhen lassen. (SPIEGEL, New York Times)

Frischfleisch-Datenbank für Rumsfeld

Weil die US-Soldaten im Irak zu schnell abgeschlachtet werden, sucht Rumsfeld dringend Frischfleisch. Ein kommerzieller Datamining-Dienstleister wurde beauftragt, eine Datenbank mit Schülern zwischen 16 und 18 anzulegen (heise, Washington Post). Mit dieser Datenbank soll das Anwerben von neuen Rekruten verbessert werden.

23.6.05

Bundesverfassungsgericht verhindert Zwangsadoption

Das Bundesverfassungsgericht hat erneut das Umgangsrecht von Kazim Görgülü mit seinem nichtehelichen Sohn bestätigt (Beck, dpa, MZ). Seit 5 Jahren kämpft der Vater um das Sorge- und Umgangsrecht und hatte schliesslich Erfolg vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Im Tagebuch der Familie Görgülü ist zu lesen, wie die Behörden, Pflege-Eltern und das OLG Naumburg weiter intrigiert haben.

22.6.05

Der Imam darf bleiben - vorerst

Das Bundesverfassungsgericht hat beschlossen, dass Imam Yakup Tasci (der mit der feinen Nase) vorerst bleiben darf (RBB, Welt, Berliner Zeitung, taz), und verwies den Streit zurück an das Verwaltungsgericht. Damit gewinnt der Imam die vierte Runde, nachdem er die dritte Runde noch verloren hatte.

Die Entscheidung im Volltext (Az: 2 BvR 485/05) zeigt die Sichtweise des Imam: alles entweder 1) falsch übersetzt 2) falsch verstanden 3) gar nicht so gesagt 4) gar nicht so gemeint.

Presseerklärung des Imam, mit einem Hoch auf den Rechtsstaat.

Gruselige Ausstellung

Artikel in der Berliner Zeitung: Bis zum 18.9 findet im jüdischen Museum Berlin eine Ausstellung über die Firma J. A. Topf & Söhne statt: Die Techniker der Endlösung.

Einbruch bei der Berliner Tafel

Bei der Berliner Tafel wurde eingebrochen, meldet die Berliner Zeitung, wodurch die Versorgung von Armen (danke Herr Hartz, Herr Schröder) mit Lebensmitteln gefährdet ist. Hier kann man spenden.

21.6.05

Diebstahl eines Fernsehers: 35 Jahre Gefängnis

Der SPIEGEL berichtet über einen Mann, der 1970 einen Fernseher gestohlen hatte und deshalb 35 Jahre im Gefängnis sitzen musste. Der Fernseher hatte einer weissen Dame gehört, und der Mann war schwarz.

Sommerloch offiziell eingeläutet

Die Berliner Zeitung hat heute morgen das Sommerloch offiziell eingeläutet: Artikel über die asexuelle Katrin.

20.6.05

Mindestens haltbar bis: 28.12.2002

Beim Aufräumen in der Küche habe ich einige Gläser Nudelsosse mit abgelaufenen Haltbarkeitsdatum gefunden. Die mit Fleisch oder Fisch wandern sicherheitshalber umgehend in den Müll, andere noch nicht. Weil ich nämlich noch nie von einer Tomaten-Knoblauch-Vergiftung gehört habe, wurde mit der Verwertung begonnen. Geschmacklich ist der Inhalt vom ersten Glas in Ordnung.

18.6.05

Das Recht und sein Preis (Rezension)

Vor Jahren kaufte ich mir Aktien der FORIS AG (Kurs). Die Firma finanziert Prozesse gegen Erfolgsbeteiligung - in Deutschland damals eine Neuheit. Zum Glück hatte ich die Aktien lange nach dem "Hype" gekauft, als ich dachte, der Kurse hätten einen "Boden" gefunden. Leider kam es doch schlimmer. Jahre danach, nämlich vor einigen Wochen, machte ich eine Google Suche nach der Firma und wurde im Handelsblatt auf das Buch "Das Recht und sein Preis" von Lothar Müller-Güldemeister aufmerksam. Der Autor war Mitgründer und bis 2002 Vorstand der FORIS AG, und wurde danach vor die Tür gesetzt.

Das Buch ist sehr unterhaltsam und auch für Nichtjuristen leicht zu verstehen. "Besonders wertvoll" ist das Buch für Aktionäre der FORIS AG, die endlich wissen wollen, was in all den Jahren mit ihrem Geld tatsächlich geschah.

Der Autor erzählt nicht nur über die FORIS AG, sondern auch über eine Prozessfinanzierung in 1977, als er bei einer Bank arbeitete. Die turbulente Geschichte um das damalige Verfahren war dann viele Jahre später der Anstoss für die Gründung der FORIS AG.

Der Hauptteil des Buches besteht dann auch aus der Gründung und dem Management des Unternehmens, in den Aufbruchsjahren am Neuen Markt bis zu den Schreckensjahren später, in denen das Unternehmen dem Ruin nahe kam.

Weniger gefallen dürfte das Buch dem Foris-Vorstand Dr. Christian Rollmann (als Schwätzer und Selbstdarsteller hingestellt) und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Hans Cobet (als Schwächling hingestellt). Zugute halten muß man dem Autor, dass er auch seine eigene Rolle im Nachhinein selbstkritisch durchleuchtet.

Warum nun wurde die FORIS AG nicht die grosse Geldmaschine? Die wichtigsten Erklärungen wären der Doppelstandort Berlin-Bonn, und dass man sich zu spät auf "teure" Prozesse konzentriert hatte. So heisst es auf Seite 293 (Zeit ist April 2002): wären nur Prozesse ab 200.000 Euro Streitwert finanziert, hätte es die gleichen Einkünfte gebracht, aber nur 1/4 der Arbeit. Tja, im Nachhinein ist man immer klüger.

Sollte man nun seine Aktien verkaufen? Für mich schwer zu sagen. Sie sind bereits so sehr gefallen, dass es keine Bedeutung hat, ob sie weiter fallen. Der Autor selbst sinniert über Aktionäre, die ihre Aktien in ihren Depots "gammeln" lassen, anstelle auf der Hauptversammlung ihre Rechte einzufordern.

Soeben habe ich mich ein wenig auf der Homepage der FORIS AG umgesehen, bei den Geschäftsberichten. Ich wollte wissen, ob es überhaupt noch neu finanzierte Prozesse gibt.

Im Geschäftsbericht 2003 heisst es u.a.:

In 14 Fällen wurde ein Vertrag zur Abgabe eines Finanzierungsangebotes durch den Anspruchsinhaber versandt. Diese Fälle umfassten ein Streitwertvolumen von 14.2 Mio. EUR. 9 Verträge mit einem Streitwert von 5.2 Mio. EUR wurden bis zum Jahresende neu abgeschlossen.
Im Geschäftsbericht 2004 heisst es dagegen u.a.:
In der Vergangenheit hat die FORIS AG detailliert über die Anzahl der finanzierten Verfahren, die Streitwerte und Optionsvolumina berichtet. Diese Zahlen allein lassen, wie sich gezeigt hat, keine genaue Prognose hinsichtlich der künftigen Rentabilität zu. Vielmehr ist jeder Fall einer individuellen Betrachtung zu unterziehen, etwa dahingehend, ob in einzelnen Verfahren mit hohen Streitwerten bereits eine Instanz gewonnen worden ist oder der Fall gerade erst in die Finanzierung genommen wurde. Auch die prozentuale Angabe
gewonnener oder verlorener Verfahren enthält für sich allein genommen dann keinen Informationswert, wenn nicht zugleich eine genaue Zuordnung der Streitwerte, der Kosten und der tatsächlich realisierten Erlöse erfolgt. Und selbst diese Veröffentlichung würde noch keine sichere Prognose bezogen auf den vorhandenen Finanzierungsbestand zulassen. Da mit der Bekanntgabe dieser Zahlen daher für den Aktionär keine substantielle Information verbunden ist, sehen wir von der Veröffentlichung dieses Zahlenwerkes ab.
Nach der Lektüre des Buches kann ich nur denken: "Typisch Rollmann!".

Das Buch ist erhältlich beim better solutions Verlag Axel Gierspeck für 24,90 Euro, ich konnte es einfach per mail bestellen.

Salat-Nachricht

Soeben einen Salatkopf gewaschen. Ziemlich viel Erde drin. Beim zweiten Durchgang auch noch einen Käfer gefunden. Gut: dieser Salat hat echte Erde gesehen anstatt einer holländischen Nährlösung.

14.6.05

Tastaturen sollen anständiger werden

Weil PC-Tastaturen häufig "Pfui" sind, gibt es nun die Wöhr Hygiene Tastaturen. Die haben eine plane Oberfläche gegen Krümel, und sind gegen Bakterien und Keime beschichtet, und können leicht desinfiziert werden. Einsatzgebiet: Arztpraxen und Krankenhäuser. Ob es bald den Blog aus dem Operations-Saal geben wird? Noch ist der Domain op-blog.de frei.

Paris Hilton will anständiger werden

Paris Hilton möchte sich in zwei Jahren zurückziehen und eine Familie gründen - ihr gefallen die Parties nicht mehr: "Jeder spricht mich an, möchte ein Foto oder schlägt ein Geschäft vor." (SPIEGEL Meldung, Original Newsweek Artikel)

Keine Gedichte, bitte

Viele Leute sind arm, manche auch obdachlos (Danke, Herr Hartz, Herr Schröder!). Am besten kann man das in der Berliner U-Bahn erleben. Manche betteln einfach. Manche Obdachlose verkaufen die Motz oder den Strassenfeger. Andere machen Musik. Manche gut, viele schlecht, die es zum Beispiel nicht schaffen, die Saiten ihrer Gitarre einzeln zu bedienen.

Vor einigen Tagen erlebte ich einen Mann mit einer neuen Geschäftsidee: Gedichte. Leider sind sie schlecht. Nach zwei Stationen ist das Grauen zuende.

Heute nachmittag ist der Mann wieder da.

Mit letzter Kraft flüchte ich in einen anderen Wagen, andere Fahrgäste auch.

Nach zwei Stationen ist der Mann auch hier, ich bemerke es nicht rechtzeitig - Flucht ist unmöglich. Ich denke an das Buch, die Serie und den Film "Per Anhalter durch die Galaxis". Er beschreibt eine Rasse von Ausserirdischen, die Vogonen, und warnt:

Die vogonische Dichtkunst gilt als zweitschlechteste im Universum.
Und rät:
Auf gar keinen Fall erlaube man einem Vogonen, daß er einem Gedichte vorliest.

Ich spreche den Mann an:

Keine Gedichte bitte!
Ich kenne sie bereits!
Ich will sie nicht nochmals hören!
Der Mann wird unverschämt:
Wenn Sie sie kennen, dann könnten Sie sie ja aufsagen?
Ich wiederhole mich:
Ich möchte Ihre Gedichte nicht hören!
Danach schweigt der Mann. Der Rest der Fahrt ist ruhig.

13.6.05

George W. Bush und der Feinstaub

FAKT meldet, dass der Feinstaub in Mainz am Tag der Total-Sperrung wegen des Bush-Besuchs nicht sank. Was darauf hindeutet, dass der Ursache des Feinstaubs nicht der Verkehr ist.

Gefangener 063

TIME berichtet unschöne Details über das Verhör von Mohammed al Qahtani, alias "Gefangener 063" in Guantanamo. (SPIEGEL Meldung, TIME Pressemeldung in englisch). Erster Erfolg: der Gefangener bat um einen Bleistift - um sein Testament zu machen.

Smoked Latte Macchiato - nein danke

Um ca. 9:15 ging ich am Café Double Eye in der Akazienstrasse vorbei, und überlegte, dort den Latte Macchiato zu testen. Es war offen, die Tür war durch einen Tisch blockiert, draussen sassen zwei Typen auf dem Bürgersteig und rauchten. Ich schaue verblüfft und fragend. Einer der beiden spricht mich an:
Ich rauche noch meine 3/4 Zigarette zuende, dann geht's los!
Ich schaue noch verblüffter, bis mir die passende Antwort einfiel:
Ich bin Nichtraucher, und kann deshalb für so etwas kein Verständnis haben!
Schade eigentlich, denn die Gegend ist unterversorgt. Die Anschaffung eines Geräts für zuhause macht bei der geringen Benutzung, hohen Kosten, und Aufwand für die Reinigung einfach keinen Sinn. Lösung: früher schlafen gehen, später aufstehen, oder Tee kochen.

12.6.05

Fall Deutschland

Der von SPIEGEL-TV produzierte ZDF-Dreiteiler "Fall Deutschland" hat auf beeindruckende Weise gezeigt, dass in der Politik über Jahrzehnte fehlender Weitblick geherrscht hat. Wer es verpasst hat, kann Auszüge aus dem Buch "Der Fall Deutschland" lesen, sowie die Zusammenfassung der drei Episoden:

11.6.05

Schlüsselbund wird vermisst

FOCUS meldet dass seit April ein Schlüsselbund mit Generalschlüsseln für den Frankfurter Flughafen vermisst wird. Wer es findet kann damit mehrere zehntausend Türen öffnen.

10.6.05

Was Merkel uns androht

Die Berliner Zeitung veröffentlicht heute die zu streichenden Subventionen bei einem Wahlsieg der CDU/CSU. Es geht allerdings nicht um Subventionen für Unternehmen, sondern um die Streichung von Steuererleichterungen für Sparer, Schichtarbeiter, Entlassene, Pendler und weitere. Ironischerweise hatte die CDU/CSU in den Zeiten von Kohl den Sparerfreibetrag selbst stark erhöht. Besonders grausam ist die Streichung von Steuererleichterungen für Abfindungen, da es meistens Leute trifft, die danach arbeitslos sind. Die Folge: gekündigte Arbeitnehmer werden nun vor Gericht entweder um höhere Abfindungen kämpfen, oder um den Erhalt des Arbeitsplatzes.

Der Abbau von Steuererleichterungen für Pendler ist dagegen sinnvoll, da es (theoretisch) die Leute dazu ermutigt, näher an ihrem Arbeitsplatz zu wohnen anstelle täglich lange Fahrten zu unternehmen.

5.6.05

Mehr zur "falschen" Koran-Behandlung

Nachdem das Pentagon vor einigen Tagen die "falsche" Koran-Behandlung eingeräumt hatte, kamen nun neue Details ans Licht (Telepolis): der Koran wurde getreten, als Standfläche benutzt, und versehentlich mit Urin besprüht, weil ein Soldat angeblich in der Nähe eines Ventilators gepinkelt habe...

4.6.05

Es gibt keine Hoffnung auf Besserung in Deutschland

Panorama über die Lüge vom politischen Neuanfang: egal wer an der Macht sitzt, es wird nicht besser. Grund: Politische Maßnahmen führen nur sehr langfristig zu tatsächlichen Veränderungen. Inzwischen wachsen die öffentlichen Schulden immer mehr.

2.6.05

Mac Mini lookalike

AOpen hat einen PC mit dem Namen Pandora gebaut, der wie ein Mac Mini aussieht. Der Prozessor ist ein energiesparender Intel Pentium M.

SPD-Linke fordern "Millionärssteuer"

Die SPD-Linke will mit der Forderung nach der so genannten Millionärssteuer in den Wahlkampf ziehen (Berliner Zeitung). Ein Abgeordneter fragt: "Warum sollen die Superreichen nicht etwas mehr bezahlen?". Was dabei vergessen wird:
  • Superreiche zahlen bereits heute mehr Einkommenssteuer aufgrund der Steuerprogression;
  • Superreiche zahlen bereits heute mehr Umsatzsteuer weil sie mehr ausgeben können;
  • Eine derartige Steuer gab es bereits zu Beginn der Kohl-Regierung, sie nannte sich "Ergänzungsabgabe für Besserverdienende", und wurde vom Bundesverfassungsgericht aufgehoben.
Die bessere Lösung für mehr Einnahmen des Staates wäre "weniger Ausgeben". Zum Beispiel durch die Reduzierung der Anzahl der Abgeordneten, weniger sinnlose Rüstungsprojekte, weniger Subventionen (z.B. Tabak!). Subventionen machen nur Sinn für Dinge, die später zu Einnahmen führen (z.B. Bildung).

1.6.05

"Deep Throat" outet sich

Die Quelle für die Enthüllungen im Watergate Skandal hat sich geoutet: es war die damalige Nummer zwei des FBI, Mark Felt. Die Washington Post hat es bestätigt.

31.5.05

US-Vizepräsident Cheney ist beleidigt

"Wenn Amnesty International irgendwie andeutet, dass die USA Menschenrechte verletzten, dann kann ich sie nicht ernst nehmen. Ehrlich, ich fühlte mich beleidigt." sagte Dick Cheney in einem Interview in der CNN-Sendung "Larry King Live" (Spiegel Meldung, Vollständige Abschrift des Interviews auf CNN). Genau im "nicht ernst nehmen" liegt das Problem - es geht es um Rechtsbeugung, Folter, Entführung und Freiheitsberaubung in einem modernen Gulag.

Menschenrechtsverletzungen auch in der EU

In der westlichen Welt haben die USA kein Monopol auf Menschenrechtsverletzungen. Besonders Großbritanien und Spanien fallen auf.

29.5.05

Mercedes E220 CDI für nur 110 Euro im Monat

Mercedes Leasing kann ja so wunderbar günstig sein. So bot Daimler-Chrysler einen E220 CDI für nur 110 Euro im Monat an. Der Haken: das Schnäppchen war nur für Abgeordnete, egal welcher Partei. (Spiegel, Handelsblatt)

Wie sieht es für nicht-Abgeordnete aus? Für 99 Euro Leasing-Rate bekommen die immerhin ein Frauenauto ohne Stern. Da ich aber doch lieber angenehm fahre, habe ich den Online-Finanzierungsrechner der DaimlerChrysler Bank verwendet. Bei einer Sonderzahlung von 5.190,84 € (angenommener Kaufpreis 37.642,00 €), einer Laufzeit von 3 Jahren und einer Gesamtlaufleistung von 20.000 km ergibt sich eine Monatsrate von 369,68 €.

Angenehme Fahrt!

28.5.05

Schmuggeln für Fussballer erlaubt

Laut FOCUS dürfen Spieler und Personen im Umfeld der Fußballmannschaften beim Confederations Cup im Juni und bei der Weltmeisterschaft 2006 ohne Zollkontrollen nach Deutschland einreisen.

Wird Berliner Imam bald Millionär?

Imam Yakup Tasci (der mit der feinen Nase) möchte eine Million Euro Schmerzensgeld vom ZDF. Damit wäre er mehr wert als Sabrina Setlur (256645,94 Euro Schmerzensgeld für Nacktfotos, bei denen die Zustimmung wegen Nichtgefallen widerrufen war).

27.5.05

Die zweigeteilte Mehrwertsteuer

Kontraste verrät uns dass für Rennpferde, Katzenfutter und Taxifahrten nur 7% Mehrwertsteuer gezahlt wird, aber für Babywindeln, Medikamente und Bahnfahrten die vollen 16%.

Berliner Imam verliert vor Gericht - aber nur formal

Imam Yakup Tasci (der mit der feinen Nase) darf vom ZDF nun doch wieder als "Hassprediger" bezeichnet werden. Laut Berliner Zeitung hat das Landgericht Potsdam eine einstweilige Verfügung gegen das ZDF wieder aufgehoben, da sie nicht pünktlich zugestellt worden sei. (Eine Einstweilige Verfügung muss laut §929 ZPO innerhalb eines Monats durch den Kläger zugestellt werden, sonst ist sie wirkungslos). Es handelt sich also um eine reine formale Entscheidung; das Gericht deutete an, dass es mit den Vorwürfen gegen den Imam Probleme habe.

Ein "geheimes" Memo aus 2002

Nicht neu, aber zum merken: ein geheimes Memo dass der zweite Iraq-Krieg lange vorher geplant war, und dass die Begründung Terrorismus und Massenvernichtungswaffen werden solle.

Pentagon: "falsche" Koran-Behandlung werden eingeräumt

Nach wiederholten Dementis haben die USA eingeräumt, dass im US-Lager Guantanamo der Koran nicht korrekt behandelt wurde - zumindest in fünf von 13 untersuchten Fällen. Es gebe aber keine glaubwürdigen Belege, dass das Heilige Buch der Muslime die Toilette herunter gespült worden sei.

26.5.05

FBI: Beschwerde über Koranschändungen schon vor drei Jahren

Aus einem kürzlich vom FBI "fast freiwillig" herausgegebenen Bericht wurde nun bekannt, dass es schon vor drei Jahren eine Beschwerde gab, dass ein Exemplar des Koran die Toilette hinuntergespült worden sei. Damit wäre der Rückzieher von Newsweek eigentlich hinfällig... aber es gibt Feinheiten: in den Dementis der Regierung wurde lediglich gesagt, dass es keine glaubwürdige Beschuldigungen gegeben habe.

Glaubwürdig ist für die US-Regierung wohl nur, was Wärter selbst mit der Digicam fotographieren.

25.5.05

Ist G.W. Bush ein Sith Lord?

Counterpunch fragt Is Bush a Sith Lord? und findet dafür leider zu viele Beweise.

Kafka in Guantanamo Bay

Das tragische Schicksal der "Feindliche Kämpfer" in Guantanamo, die nicht einmal wissen, was ihnen vorgeworfen wird.

23.5.05

Modepolizei von New York ermittelt gegen Saddam Hussein

Die Fashion Police von New York hat sich die Unterhosen von Saddam Hussein vorgenommen, und ist nicht erfreut.

22.5.05

Urinproben sollen anständiger werden

Der US-Kongress will synthetischen Urin aus falschen Pimmeln verbieten, weil damit Drogentests ausgetrickst werden können.

Weitere Koran-Schändungen

Nachdem Newsweek kleinlaut einen Rückzieher machte, berichten andere Zeitungen wie die Los Angeles Times über Koran-Schändungen.

21.5.05

Beschäftigung eines Schwarzarbeiters wurde teuer

Eine Frau die Renovierungsarbeiten durch einen Moldawischen Schwarzarbeiter erledigen liess, wurde verurteilt die Abschiebekosten von 3650 Euro zu bezahlen (Haft, Passersatzbeschaffung und Transporte). Die Ausreden, der Moldawier habe nicht ihr, sondern ihrem Ehemann beim Aufräumen des Speichers geholfen, und das auch noch kostenlos und aus Gefälligkeit, waren dem Gericht nicht glaubhaft. (VG Koblenz, Az.: 3 K 2111/04.KO)

20.5.05

Irakischer Durchgriff

Saddam Hussein bevorzugt Unterhosen mit Durchgriff. Danke, SUN.

19.5.05

Der Amerikaner, das unbekannte Wesen

Zwei Artikel aus dem Manager-Magazin über den richtigen Umgang mit amerikanischen Geschäftsleuten: Time is money und Keep Smiling.

18.5.05

Interview mit einem Guantanamo Dolmetscher

Erik Saar war Militärdolmetscher in Guantanamo und gab dem Stern ein Interview.

17.5.05

Modepolizei ermittelt gegen eBay-Chefin

Die Modepolizei von New York ("Fashion Police") ermittelt gegen eBay-Chefin Meg Whitman. Ein Ermittler: "Sie sieht aus, als würde sie die Kleidung ihres Bruders tragen." (Forbes)

Informant mit Gedächtnisverlust

Das US-Nachrichtenmagazin "Newsweek" hat seinen Bericht über eine mutmaßliche Schändung des Korans durch US-Soldaten auf dem Stützpunkt Guantanamo zurückgezogen (jier der Originaltext von Newsweek). Der Informant, eine "gut unterrichtete Regierungsquelle", sei sich über die Fundstelle des Vorfalls nun "nicht mehr sicher". Der Vorfall selbst erscheint mir im Hinblick auf andere unreine Verhörmethoden durchaus denkbar.

Die Frage stellt sich nun: hat Newsweek derart wackelige Informanten, oder wurde der Informant gefunden und unter Druck gesetzt? Es ist nicht das erste Mal dass eine Newsweek-Informantin enttarnt wurde. Im Falle von Jesselyn Radack hatte die Regierung eine Liste von ausgehenden Telefongesprächen des Journalisten Michael Isikoff.

16.5.05

Ulla Schmidt bereut ihre eigene Gesetze

"Verträge sind einzuhalten", heisst es. Und Gesetze sowieso. Erst recht von den Leuten, die sie gemacht haben. Ulla Schmidt, derzeit Gesundheitsministerin, sieht dies anders. Laut Gesetz müsste sie die Apotheken für Umsatzausfälle durch ihre "Gesundheitsreform" entschädigen. Nachdem sie die Rechnung bekommen hat (immerhin 226000000€), fordert sie die Apotheker auf, doch lieber auf ihre Forderungen zu verzichten. Da fragt man sich doch, wie konnte eine Ministerin so ahnungslos sein, derart blöde Gesetze zu machen...

Pfingstmontag ist für Hans

Arbeitgeber träumen: Pfingstmontag sollst du arbeiten. Wenn sie wüssten, was Arbeitnehmer an diesem Tag machen... zum Beispiel ihre Steuererklärung. Die werfe ich heute noch persönlich in den Briefkasten des Finanzamtes ein.

PS: Wenn ich den Bescheid in einigen Wochen bekomme, reiche ich diesen Mustereinspruch ein.

14.5.05

Piloten ist nichts verboten - ausser Steuerhinterziehung

Der Spiegel meldet dass das Finanzamt entdeckt hat, dass viele Lufthansa-Piloten ganz beengt in ausländischen Briefkästen leben, nur um in Deutschland weniger Steuern zu zahlen.

13.5.05

BILD gegen Alexandra Neldel

Die Berliner Zeitung und BILD Blog beschreiben die schmutzige Kampagne von BILD gegen die entzückende Alexandra Neldel. Grund: sie verhinderte erfolgreich, dass ältere "interessante" Fotos abgedruckt werden.

Wer die trotzdem sehen will, der kann sich die einfach bei ebay kaufen - ggf. mit normalen Gebrauchsspuren.

Nachtrag 19.8.2005: Der kurze Auftritt von Alexandra Neldel in dem Film "Das Miststück" ist wirklich heiss :-)

11.5.05

Keine Akteneinsicht in Terminkalender des Berliner Bürgermeisters

Berliner Bürger haben sich schon immer gefragt, was deren
Party Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit überhaupt tut, da dieser bisher noch nicht durch "Regieren" aufgefallen war. Ein Journalist wollte es ganz genau wissen: er beantragte Akteneinsicht nach dem Informationsfreiheitsgesetz. Das wurde ihm verwehrt (Az: VG 2 A 178.04), mit der Begründung, ein Terminkalender sei keine Akte im Sinne des Gesetzes. Dabei liesse sich der Terminkalender durch eine Suche in der Berliner Zeitung einfach nachvollziehen: einfach nach Wowereit Party suchen, schon kommen eine Unmenge Treffer.

10.5.05

DaimlerChrysler-Mitarbeiter sollen anständige Autos fahren

Mitarbeiter von zwei DaimlerChrysler-Werken im US-Staat Indiana, die mit dem "falschen" Fahrzeugtyp am Arbeitsplatz eintreffen, sollen weiter weg parken. Wer trotzdem mit einem Auto der Konkurrenz parkt, wird kostenpflichtig abgeschleppt.

5.5.05

Abu-Graib Wachmann hat 'ne Neue

Charles Graner, der kürzlich verurteilte Abu-Graib Wachmann, hat nicht nur seiner Mitangeklagten Lynndie England ein Kind gezeugt, sondern hat auch schon wieder eine Neue: er hat die ebenfalls verurteilte Angeklagte Megan Ambuhl geheiratet. Lynndie England hat sich schuldig bekannt; der Richter hat dies inzwischen verworfen. Nun dürfte der Prozess erst richtig interessant werden: Charles Graner war ihr Vorgesetzter.

4.5.05

Massenmörder auch noch ein Steuerhinterzieher

Adolf Hitler war ein Steuerhinterzieher fand der Steuerexperte Klaus-Dieter Dubon heraus.

Neues Gegenredeportal für Opfer der Presse

Vermeintliche und tatsächliche Opfer der Presse können sich nun auf dem Gegenrede-Portal fairpress.biz aussprechen (Details dazu). Dort werden auch Gerichtsurteile veröffentlicht, die von der beklagten Presse naturgemäß leicht "vergessen" werden, so zum Beispiel Air Berlin siegt gegen Monitor.

28.4.05

Unanständiger Brite verurteilt

Ein Brite filmte seine eigene Ehefrau heimlich beim Duschen um sich daran aufzugeilen, und wurde nun verurteilt, und von der Ehefrau verlassen. Very shocking!

(Merkwürdigerweise ist kein Artikel in englisch zum Thema zu finden)

27.4.05

Serienmörder auch noch ein Dieb

Wichtige Erkenntnis der Justiz: Serienmörder Michel Fourniret ist auch noch ein Strom- und Wasserdieb. Ich finde, man sollte auch noch ermitteln ob er seine Rundfunkgebühren bezahlt hat.

25.4.05

Studentische Arbeitsvermittlung TUSMA ist pleite

Dank der studentischen Arbeitsvermittlung TUSMA konnte ich ein Teil meines Studiums finanzieren bzw. einen eigenen Computer. Nach dem Studium konnte ich gelegentlich selbst Aufträge an Studenten vergeben, immer in dem Gedanken an meine eigene Zeit in der gleichen Situation. Inzwischen ist die TUSMA pleite (taz, Tagesspiegel). Schon damals gab es eine schlimme Wirtschaftskrise, doch es gab trotzdem Arbeit (durch Losentscheid). Offenbar ist die heutige Lage am Arbeitsmarkt noch viel schlimmer als damals - was nichts gutes erahnen läßt.

Nina Hagen quengelt zu viel

Auf ihrer homepage macht Nina Hagen allerlei Anschuldigungen gegen ihren ex-Mann. Natürlich in GROSSBUCHSTABEN und ständig wechselnden Schriftarten, was der Glaubwürdigkeit nicht gerade nutzt...

23.4.05

Kinder in Kindergärten sollen anständiger werden

Kinder in US-Kindergärten, die randalieren, werden auch mal von der Polizei abgeholt. Hier gibt es links zu Bilder und Videos.

18.4.05

Lastwagenfahrer sollen anständiger werden

Nach den Cheerleadern sollen auch Lastwagenfahrer in Texas anständiger werden. Ein Gesetz soll verhindern, dass sich die Fahrer unterwegs "Erwachsene" Inhalte über öffentliche Funk-Netze anschauen.

15.4.05

Abzuschiebender Berliner Imam verliert dritte Runde

Laut Berliner Zeitung hat das Landesverfassungsgericht Berlin entschieden die Beschwerde von Imam Yakup Tasci (der mit der feinen Nase) abzuweisen. Grund ist dass er außerdem beim Bundesverfassungsgericht Beschwerde eingereicht hatte. Laut taz habe er in seiner Beschwerde behauptet, "in Karlsruhe nicht geklagt zu haben und dies auch nicht tun zu wollen" (soweit die taz), das Landesgericht fragte aber nach, und siehe da - er hatte sich doch "doppelt" beschwert, also Abweisung.

6.4.05

Wenn Abgeordnete das Büro-Fenster öffnen...

... dann hören sie Volkes Stimme im Fünf-Minuten-Takt, dank der Lästereien der Reiseführer auf den Ausflugsschiffen.

2.4.05

Berliner Imam doch kein Hassprediger

Laut Berliner Zeitung hat das Landgericht Potsdam (einstweilig) entschieden, dass Imam Yakup Tasci (der mit der feinen Nase) vom ZDF nicht als "Hassprediger" bezeichnet werden darf. Seine Äußerungen seien nur falsch übersetzt worden bzw. er habe sie nicht gemacht. Außerdem ist die Ausreise auch erst mal ausgesetzt, während das Landesverfassungsgericht überlegt.

1.4.05

Tipps vom Imam für's Verhör

Bei einem Prozess gegen mutmassliche Terroristen wurde ein Abhörprotokoll veröffentlicht und in der Süddeutschen Zeitung gedruckt von einem Mann mit einem (ungenannten, und anscheinend nicht angeklagten) Imam aus Leipzig:
„Friede und Gnade Gottes sei mit Euch“, beginnt das Gespräch. Dann druckst K. herum: Falls ein Muslim wisse, dass ein anderer Muslim ein Krimineller sei und die Ungläubigen wüssten davon und wollten von dessen kriminellen Taten etwas erfahren. Dürfe er ihnen dann etwas sagen?

Der Imam: „Wenn ein Muslim einen Muslim deckt, den deckt Gott am jüngsten Tag im Diesseits und im Jenseits.“

K.: „Aber auch, wenn es um ein abscheuliches Verbrechen geht, das den Muslimen, dem Islam und den Ungläubigen schadet?“

Imam: „Du darfst deinen Bruder weder ausliefern noch im Stich lassen.“

K.: „Aber wenn er ein Krimineller ist? Sie wissen genau Bescheid, dass man mit ihm zusammengekommen ist, und wollen mehr darüber wissen.“

Imam: „Wenn noch etwas passieren kann und anderen Unrecht getan wird, dann muss man aussagen.“

K.: „Sie haben ihn vorher festgenommen.“

Imam: „Dann sollst du vergessen, mein Bruder. Es ist ja nichts passiert. Du sollst sagen, dass es lange her ist. Dass du ein leicht erregbarer Mensch bist und dann schnell vergisst.“
Soweit das abgehörte Gespräch, das wohl jeden Verfassungsschützer vor Begeisterung frohlocken lässt. Beim folgenden Verhör sagte K. dann auch bestimmungsgemäß: „Wenn ich nervös bin, vergesse ich vor Aufregung sehr viel. So bin ich immer. Ich vergesse bei Nervosität.“