24.6.12

BILD nur unterm Ladentisch

Aus einem Brief meiner Mutter von 1956:
Dafür durfte ich mich am nächsten Morgen im Geschäft wahnsinnig ärgern. Wir verkaufen nämlich jetzt auch in ______ die Bild-Zeitung. Hoppla, Kultur! Am Nachmittag kam der erste Kunde, es war eben ein schlechter Tag, und das erste, was ich nach dem Urlaub verkaufte, war die Bild-Zeitung. Kannst Du Dir meine Wut vorstellen? Nee, kannste nich! Was mich etwas tröstet, ist dass Vati die Bild-Zeitung aus ____ mitbringt und sie öfter vergisst. Solange er nun weg ist, bringe ich sie einfach nicht mit. Ausserdem liegt sie, auch wenn Vati da ist, unter dem Ladentisch, damit sie keiner, der nicht sowieso danach fragt, zu Gesicht bekommt.
Ich habe natürlich gestern auf mein kostenloses "60 Jahre Bild" Exemplar verzichtet, solches Zeug kommt hier nicht rein. Dank an BILDBlog und Ralph Ruthe für den Aufkleber:

8.6.12

Kanonenfutter wird knapp (18)

Pro Tag ein Selbstmord: in Afghanistan sterben US-Soldaten eher durch Selbstmord als durch Kampfhandlungen. (Spiegel)

1.6.12

Maison Saint-Cyr steht zum Verkauf

Die "Maison Saint-Cyr", ein nur 4m breites Haus in Brüssel, welches von Gustave Strauven, einem Schüler von Victor Horta für den Maler Georges de Saint-Cyr (über den ich auf die Schnelle nichts finde) gebaut wurde, steht zum Verkauf:

Preis: nur 1250000 Euro. Vor dem Haus (Square Ambiorix 11) ist eine Bushaltestelle. Zum Berlaymont kann man aber bequem zu Fuss.

21.5.12

Zum Tod vom Dietrich Fischer-Dieskau

Am Freitag wurde der Tod vom Bariton-Sänger Dietrich Fischer-Dieskau gemeldet. An dem Tag hatte ich eine Autobahnfahrt, die mich durch mehrere Bundesländer führte, so dass ich mehrere Sender mit Klassik hören konnte. Die Sender übertrafen sich gegenseitig mit Lob über ihn. Aber: in den letzten Jahren wurde er nie erwähnt oder gespielt.

Was sagt uns das: man ist nur so berühmt wie die letzte CD.

Ich selbst habe Dietrich Fischer-Dieskau erst vor einigen Jahren rein zufällig "entdeckt", nämlich bei einer Suchfrage auf youtube nach etwas Anderem, und war sofort begeistert.

12.5.12

Dumme Anleger für Facebook gesucht

Neulich in der FTD:
Das Interesse der institutionellen Anleger ist offenbar geringer als angenommen. Jetzt könnte die Stunde der Kleinanleger schlagen.
Die "Profis" wissen, dass mit Facebook kein Geld zu verdienen ist, zudem haben diverse Gruppen schon im Vorfeld Aktien gekauft. Also stellt man es als Glück hin, dass Privatanleger nun die überteuerten (KGV fast 100) Facebook-Aktien kaufen können, nach dem Motto "Gefällt mir". Wie sowas endet, kennt man aus Aktien wie der Deutschen Telekom. Übertrieben formuliert: Facebook könnte vielleicht das grösste "pump and dump scheme" der Aktiengeschichte werden.

Mal sehen, ob es gute "put" Optionsscheine geben wird...

26.4.12

Gegenwind für Jauch (2)

Moderator und "Winzer" Günther Jauch hat nicht nur seinen "eigenen" Wein nicht erkannt, sondern ihn auch noch abgewertet. (FR) Daraus folgen zwei Dinge: 1) der Respekt ihm gegenüber schwindet, dass ihm eine solche Falle gestellt wurde, 2) er war nicht schlau genug zu ahnen, dass ihm eines Tages "sein" Produkt angeboten würde.

20.4.12

Gema ./. Youtube: gewonnen oder auch nicht

Spiegel Online: YouTube darf Musiktitel im Netz lassen
Welt Online: Die Betreiber der Video-Plattform müssen diverse Musiktitel aus ihrem Programm nehmen

Ich tippe darauf, dass Welt Online richtig liegt. Im Artikel steht, dass 7 von 12 Titel entfernt werden müssten, was darauf hindeutet, dass der Autor des Artikels genau zugehört bzw. gelesen hat.

(Generell erlebt man oft, dass bei "developing stories" viel Unfug berichtet wird)

Nachtrag 30min später: Spiegel Online hat die Meldung korrigiert, und behauptet "Dies war die falsche Information einer Nachrichtenagentur."

Nachtrag Abend: BILDblog berichtet auch

13.4.12

Vorsicht vor Mond-Nazis!

Gestern abend habe ich mir aufgrund dieser Kritik und dieses Interview den Film "Iron Sky" im Kino angesehen. Und es hat sich gelohnt. Es ist eine Mischung aus Science-Fiction, Steampunk-Technologie, Polit-Comedy, und natürlich Explosionen. Die Nazis sind witzig in ihrer Dummheit, die Amerikaner aber viel noch mehr. Die US-Präsidentin ist eine Parodie von Sarah Palin. Überhaupt gibt es viele Witze über die USA-Politik, weswegen ich glaube dass der Film dort weniger erfolgreich sein wird als hier. Einziger leichter Negativ-Punkt ist dass die Präsidentin-Schauspielerin nicht so gut in der Rolle aufgeht obwohl sie super Dialoge hat - man hätte lieber Tina Fey nehmen sollen. Der absolute Knaller ist dagegen Peta Sergeant, die Darstellerin der völlig überdrehten Wahlkampfassistentin "Vivian Wagner".

3.4.12

Can't beat the feeling

Margot Honecker trinkt Coca-Cola:


(Aus der ARD Reportage Der Sturz. Besseres Bild hier)

22.3.12

Die Eismann Story 2.0

Vor einigen Tagen lief die "revidierte" Fassung der "Eismann Story" im WDR. Die erste Fassung hatte mich seinerzeit sehr erschüttert. Die kritisierte Firma hatte sich sowohl in Internet als auch gerichtlich gewehrt. Laut der 2.0 Sendung wurde eine Klage in erster Instanz abgewiesen. Weitere Details finde ich nicht.

Auf der Eismann-Website wird behauptet, dass der WDR eine Unterlassungserklärung unterschrieben habe:
04.11.2011
WDR gibt zu, dass Teile der Inhalte der Sendung “Die eismann-Story” faktisch falsch sind und gibt für diese Punkte eine Unterlassungserklärung ab. Entscheidend ist, was die Mitarbeiter sagen.
Aber: worum es bei der Unterlassungserklärung ging, blieb bis 21.3 offen. Ich vermute, die Parteien haben sich geeinigt. Eine Anfrage blieb unbeantwortet, oder kam aus technischen Gründen nie an.

Eismann beschuldigt einen Geschäftsführer der Versicherungsagentur diverser Dinge. Ich selbst fand seine Aussagen in der Reportage gar nicht sooo bedeutend.

Mich hatten bei der ersten Ausstrahlung zwei Punkte besonders beeindruckt, die auch in der Wiederholung nicht revidiert wurden:
  1. Bei Rücknahme der Ware: das, was nicht Teil des aktuellen Sortiments ist, wird nicht zurückgenommen. (Bestätigt) Für mich wirkt das so, als würde dem Handelsvertreter das unternehmerische Risiko aufgebürdet. Denn: es sind ja wohl naturgemäss eher die hochpreisigen Produkte, die sich evtl. nicht rentieren und gestoppt werden, während Klassiker (also z.B. eine italienische Pfannengemüse-Mischung) sicherlich auf Dauer gut laufen. Laut deren Website will Eismann "nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen". Warum nicht früher?
  2. Die überraschende Kündigung von Handelsvertretern obwohl sie erfolgreich waren. Den in der Sendung vorgestellten Fällen wurde auf der Website (anscheinend) nicht widersprochen. Dadurch entsteht - zu Recht oder zu Unrecht - der Eindruck, dass die Firma dadurch erneut über die "Einstandsvereinbarung" kassieren kann. (Eismann bestreitet dies und meint u.a. sowas wäre "zutiefst unmoralisch" falls es stimmen würde). Demnoch denke ich, dass es sich sehr wohl für Eismann lohnen würde, Handelsvertretern zu kündigen, wenn Nachrücker da sind. Und "unmoralisch" ist nicht unbedingt illegal. Umgekehrt finde ich nichts, dass ein Handelsvertreter bei Ausstieg oder Kündigung Geld bekommt, wenn er zusätzliche Stammkunden akquiriert hat.
Ich kaufe jedenfalls meine Tiefkühlware weiterhin bei Aldi und Reichelt (Edeka). Letztere haben eine "gut und günstig" italienische Pfannengemüsemischung deren gute Qualität mich positiv überrascht hat.

    13.3.12

    Bug report (11): java install abort

    Today I tried to install Java 7 on an XP professional PC of another guy to run one of my applications. After confirming the first dialogbox, the install program always aborted without an error message. Updating MSIExec didn't help, cleaning the registry didn't help, google didn't help. The same happened with Java 6, but not with Java 5. However I needed at least Java 6.

    After hours of unsuccessful trying, including running MSIExec with logging, a surprisingly simple solution worked: running the install with the silent option ("/s"). WTF?!

    12.3.12

    Gegenwind für Jauch

    Sendungen mit dem Immobilieninvestor, Winzer, Werbeikone, Schertz-Mandant und Sportreporter Günther Jauch vermeide ich aus Prinzip  so oft es geht, hauptsächlich deswegen, deswegen, deswegen, deswegen und deswegen. Seine aktuelle ARD-Sendung hatte ich bislang noch nie geschaut.

    Ausnahme: Die Sendung von gestern habe ich mir aufgrund von diesem Artikel inzwischen mit Hilfe vom Mediathek Viewer nachgeladen (oder direkt hier), angeschaut, und es lohnt sich:
    • 15:36 Henning Scherf zu Jauch: "Sie müssen auch mal selbstkritisch fragen was Sie im Jahr verdienen, Sie verdienen das Vielfache von dem was die Bundeskanzlerin verdient und halten das für gerecht". Jauch sagt er hätte sich dazu noch nie geäußert und nie beklagt, und erteilt Ines Pohl das Wort.
    • 54:55 Ines Pohl erwähnt dass auch über Jauch nicht immer nett berichtet wird. Jauch tut ahnungslos. Bodo Ramelow erwähnt die Michael Born Geschichte. Jauch versucht schnell das Thema zu wechseln.

    20.2.12

    Schilderwald

    Fotografiert in Poysdorf in Österreich, 7km vor der Grenze zur Tschechischen Republik.


    8.2.12

    Kanonenfutter wird knapp (17): Her mit den Seidenhöschen!

    Für seine Kriege muss Friedensnobelpreisträger Obama seine Soldaten mit Explosionssicheren Unterhosen versorgen, damit sie nach einem Attentat auch noch Nachwuchs zeugen können. Die Genitalpanzer sind aus engmaschiger Seide. Sowas zu bestellen ist aber verboten, weil der Rostoff nicht aus den USA ist. (FTD)

    14.1.12

    Bürstkatz

    Beim Aufräumen habe ich eine unbenutzte Haarbürste entdeckt, die für mich nichts taugt. Also an die Wand geklebt, und Kater 2 hat Freude ohne Ende:





    Auch Kühe bürsten sich gerne selbst:

    6.1.12

    bug report (10): Netbeans

    Manchmal dauert es etwas länger: Zwei von mir gemeldete Fehler aus Netbeans 6.9 sind in dem vor kurzem erschienenen Netbeans 7.1 endlich behoben:
    In Netbeans 7.0 und 7.01 war es noch nicht der Fall. Dafür ist nun ein neuer Fehler dazu gekommen, der dazu führt dass in bestimmen Fällen nach einem update die Einbindung von Spring nicht mehr funktioniert wenn man ohne maven arbeitet.

    23.12.11

    Stromberg bekommt "Stupid german money"

    Natürlich liebe ich die Serie "Stromberg". Die Idee in einen Stromberg Film zu investieren hörte sich also nur zu gut an, ich habs dann aber sein lassen. Ein Blick in die Bedingungen war nämlich nicht so schön:
    Der Produzent BRAINPOOL TV bietet den Fans als potentiellen Investoren an, einen Teil der Gesamtkosten des Films zu finanzieren. Im Gegenzug werden die Investoren an den Erlösen aus der Kinoauswertung des Films beteiligt.
    Häh? Kaum jemand geht heute noch ins Kino, und wenn doch, dann eher für Filme in denen "was passiert" und nicht in Subtiles wie "Stromberg". Was ist also mit DVD, Pay-TV, Free-TV, iTunes, Youtube, etc? Weitere "Vorteile" wie Nennung im Abspann, Premiere-Tickets, etc. haben wirtschaftlich kaum Wert.

    Auch erwirbt der "Investor" keinesfalls Anteile an dem Film sondern nur Anteile an irgendwas, was durch die französische (!) Firma "My Major Company" verwaltet wird.

    Die Bedingungen haben es auch in sich:
    Sollte das kalkulierte Produktionsbudget überschritten werden, wird die Erlösbeteiligung der Internetinvestoren im Verhältnis zu der Überschreitung des kalkulierten Produktionsbudgets reduziert.

    MMC weist hiermit ausdrücklich darauf hin und der Internetinvestor stimmt hiermit ausdrücklich zu, dass im Falle der Produktion und Kinoveröffentlichung des Films

    - die gemäß den vorstehenden Regelungen an den Internetinvestor auszuschüttenden Gewinne nicht zusätzlich zu seinem für den Erwerb des Anteils gezahlten Beitrags ausgeschüttet werden, sondern anstelle des Beitrags;


    - es deswegen sein kann, dass der an den Internetinvestor tatsächlich ausgeschüttete Gewinn ggfs. niedriger ist als der ursprünglich für den Erwerb des Anteils gezahlte Beitrag.
    Ein "Investor" würde sogar bei einer Million verkauften Kinokarten lediglich seinen Einsatz zurückbekommen. Natürlich wünsche ich den Investoren viel Glück, glaube aber nicht an deren finanziellen Erfolg.

    Irgendwelche Rechte, die Berechnungen des "Produktionsbudget" zu kontrollieren, finde ich nicht. Wäre es also möglich, Kosten dem Produktionsbudget zuzurechnen bis das Budget überschritten wird, und die "Investoren" immer weniger bekommen, ohne dass jemand protestieren kann? Muss der Film überhaupt ins Kino kommen?

    Produziert wird der Film übrigens nicht durch die "My Major Company", sondern durch die "BRAINPOOL TV GmbH". Praktisch: Der "Investor" hat also gar keine direkte Vertragsbeziehung zu BRAINPOOL. Und die Bedingungen sind auf der Seite einer dritten Firma, nämlich der "BRAINPOOL Artist & Content Services GmbH".

    Den Film werde ich mir trotzdem anschauen. Im Free-TV.

    Presserat gibt "Bild Online" einen Hinweis

    Aufgrund meiner Beschwerde hat der Presserat an Bild.de einen "Hinweis" gegeben, nämlich dass Spekulationen per Ferndiagnose, dass ein 16-jähriger Jungunternehmer psychisch krank sei, eine ethische Grenze überschritten habe. (BILDBlog hatte über den Fall auch berichtet)

    Das war es jetzt mit den Beschwerden. Weitere habe ich nicht gemacht. Die 100% Erfolgsquote ist mir fast unheimlich.

    Presserat gibt Oberhessischen Presse einen Hinweis

    Aufgrund meiner Beschwerde hat der Presserat der Oberhessischen Presse einen "Hinweis" gegeben, nämlich dass bei dem im August stattgefundenen Selbstmord von drei Mädchen im Wald die Selbstmordmethode nicht hätte erwähnt werden sollen. (Kein Link, da auch viele andere Medien noch immer die Methode erwähnen). Der Hinweis u.a.: "Je weniger Details zur Suizidmethode bekannt werden, desto weniger trägt die Berichterstattung bei gefährdeten Personen zu Nachahmungstaten bei".

    21.12.11

    Presserat missbilligt WELT Artikel

    Aufgrund meiner Beschwerde hat der Presserat diesen Artikel (ja ich linke drauf, der Schaden ist eh angerichtet) der WELT missbilligt, weil dort zwei angeklagte Deutsche mit vollem Namen genannt wurden. Ich hatte mich beschwert weil ich es merkwürdig fand, dass in Deutschland lebende Angeklagte anonymisiert werden, im Ausland lebende Deutsche jedoch nicht.

    Ich hatte dieses Jahr insgesamt drei Beschwerden abgeschickt, zwei davon laufen also noch: eine gegen Bild (Namensnennung eines mutmasslich psychisch kranken Jugendlichen, BILDBlog berichtete auch) und eine gegen die Oberhessische Presse (Berichterstattung des Selbstmordes von drei Mädchen mit dermassen viel Details dass es als Anleitung gelten könne).

    Update 11.1.2012: BILDblog berichtet nun auch. Mit genialem Titel :-)