28.6.10

Neues Wort (31)

Aussagemanagement: Bezeichnung der Zeit für Widersprüche und Erinnerungslücken der "Kachelfrau":
Schon bei Polizei und Staatsanwaltschaft hatte Simone in vier unterschiedlichen Vernehmungen hartnäckig die beschriebenen nachweislich falschen Angaben zum erweiterten Tatgeschehen gemacht. Nun geht die Sachverständige davon aus, dass die Frau bei der Schilderung des Kerngeschehens Erinnerungslücken geltend macht, um ihr Aussagemanagement abzusichern.
Da passt das Zitat von Mark Twain sehr gut:
If you tell the truth you don't have to remember anything.

21.6.10

Rollover again

Die Saudis haben offenbar den Film Rollover wieder-entdeckt. Deren Goldreserven haben sich überraschend verdoppelt. (FTD)

19.6.10

Prinzessin im Griff

Alter Schwede! Prinz Clark Kent hat seine frisch geheiratete Prinzessin Victoria vor Millionen Leuten am Hinterteil angefasst.



Nachtrag 29.4.2011: Diese späteren Fotos erklären einiges:



18.6.10

Mehr Senioren-Adoptionen

Was bisher nur für Prominente möglich war, soll bald für alle klappen: laut Wille der Regierung sollen die Jugendämter künftig auch Adoptionen mit einem Altersabstand von mehr als 40 Jahren ermöglichen. (Beck) Der von Kindern benutzte Begriff "meine Alten" ist dann noch wirklichkeitsnaher.

10.6.10

Leipzig erst hui, dann pfui

Leipzig ist die beste deutsche Stadt Europas (Die Welt in 2007, deren Quelle ist "Gallup Ungarn", eine PowerpointConsulting-Firma)

Leipzig ist die am 2-wenigsten lebenswerteste Stadt Europas (AFP in 2010, deren Quelle ist "Mercer", ebenso eine PowerpointConsulting-Firma)

Apropos Powerpoint, hier eine lustige Story über ein Einsatz bei Boston Consulting, die Mutter aller PowerpointConsulting-Firmen, in Dubai.

7.6.10

Schlecht anonymisiert (4): Die Kachelfrau

Wetterberichte im TV interessieren mich wenig, weil ich keinen Tratsch über das "Azorenhoch" oder über "Blumenkohlwolken" brauche. Es reicht auch aus dem Fenster zu schauen; zur Not erfahre ich eine zu ca. 50% korrekte Vorhersage auf wetter.de. Deshalb hatte ich bisher nicht einmal den Versuch gemacht, den vollen Namen von der Kachelmann-Beschuldigerin herauszufinden, ausserdem ist es ja wirklich sinnvoll, dass sie anonym bleibt. Die SPIEGEL TV Sendung vom Sonntag sowie die Vorabmeldung hat mich dann aber doch zu Recherchen ermutigt. Und siehe da - der volle Name ist seit Monaten ein offenes Geheimnis.

Wer den Namen nicht kennt, hat nur nicht 5 Minuten gesucht.

Die Medien haben diesmal immerhin nicht einfach lediglich den Nachnamen abgekürzt, sondern den Namen komplett geändert, sie heisst "Sabine W. (Name geändert)". Obwohl die juristische Literatur eindringlich warnt, dass Erkennbarkeit auch durch andere Merkmale als den Namen gegeben sei, berichteten alle möglichen Medien dass es sich um eine Radiomoderatorin aus Schwetzingen handele. Ganz besonders schlecht versucht ein "Jürgen Gruler" vom Mannheimer Morgen, die Situation zu "retten", und erklärt, dass die Dame "nicht Viola" heisse. Eine Auswertung der Google Suchergebnisse findet jedenfalls sehr schnell den Realnamen.

Nachtrag: Die Rechtsanwäldin lästert etwa in die gleiche Richtung.

Nachtrag 2: Ein Leserbriefschreiber in der Welt nennt den vollen Namen, und dieser wird gedruckt!

5.6.10

Keine Bonuskarte

Seit Jahren geht mir die Frage "Sammeln Sie Punkte?" auf den Keks. Für einen Blick auf deren Einkaufsgewohnheiten werden die Kunden mit noch mehr Werbepost und überflüssigen Prämien "belohnt", für die sie zum Teil sogar noch zuzahlen müssen.

Heute bekam ich vom getdigital.de Fefe Fanshop das bestellte T-Shirt mit der Aufschrift "Nein, ich habe keine Bonuskarte und ich sammle auch keine Punkte". Und es wurde auch umgehend eingesetzt. Die Kassiererin vom Supermarkt konnte ihr Lachen nicht zurückhalten. Und wird das hoffentlich ihren Kollegen weiter erzählen.

28.5.10

Anderes Recht für Tauss

Der ehemalige Abgeordnete Jörg Tauss (damals SPD) wurde heute wegen des Besitzes von Kinderpornografie zu 15 Monate Bewährung verurteilt. (AFP)

Der ehemalige Abgeordnete Matthias S. (CSU) wurde letztes Jahr im Stillen wegen des Besitzes von Kinderpornografie per Strafbefehl verurteilt (Süddeutsche Zeitung), das sind somit maximal 12 Monate Bewährung.

Die ehemalige Familienministerin Ursula von der Leyen (Tochter vom dubiosen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht) organisierte eine Vorführung von Kinderpornographie zu "Informationszwecken". Eine Strafanzeige gegen sie wurde natürlich umgehend eingestellt. (Die Welt, Twitpic)

Was lernen wir daraus:
1) Uschi darf alles
2) Ein CSU Abgeordneter darf nicht alles, aber es wird still geregelt
3) Bei einem lautstarken Uschi-Kritiker wird hart durchgegriffen.

Interessant (und widersprüchlich) ist, dass das Gericht zusteht, dass Tauss sich nicht das Material beschafft habe, um sich "sexuell zu erregen". Dennoch behauptet das Gericht, die Beschaffung sei "für private Zwecke und nicht für seine parlamentarische Arbeit als Internetexperte" (Über Letzteres hätte er die gewünschte Straffreiheit per §184b(5) StGB erhalten). Woher weiss das Gericht, wann ein Abgeordneter seine Mütze mit "MdB" Logo auf hat? Das Gericht behauptet weiter, "Es gehöre nicht zu den beruflichen Pflichten von Parlamentariern, Vertriebswege von Kinderpornografie zu recherchieren". Solche Widersprüche in Urteilsbegründungen sind eine gute Grundlage für eine Revision, und ich hoffe Tauss nutzt diese Chance.

Ich meine, Abgeordnete sollen sehr wohl die Dinge recherchieren, um die es in der öffentlichen Debatte geht. Seinerzeit waren Ursula von der Leyen und das BKA mit massiver Lügenpropaganda aufgefallen, als es darum ging, ein Gesetz für Netzsperren zu erlassen. (Um auf diese Weise die Grundlage für eine "chinesische" Sperr-Infrastruktur für die Zukunft zu schaffen, allerdings nicht für Glückspiel) Nach den Wahlen war das merkwürdigerweise alles gar nicht mehr so wichtig, und Uschi zeigt ihre Inkompetenz nun in einem anderen Ministerium. Ausserdem wurde bekannt, dass das Argument "Kinderpornographie" in Wirklichkeit schon in 2007 von der Musik-Industrie empfohlen wurde um Sperren zu begründen.

Den einzigen Vorwurf, den man Tauss machen kann, ist dass er seine "Rercherchen" weder sauber dokumentiert noch im Voraus mit Kollegen oder Mitarbeitern abgestimmt hat.

25.5.10

Pseudowissenschaft (11): Was nicht passt, wird passend gemacht

"Klimawandel" Aktivisten Wissenschaftler hatten ein Problem: Bisherige Messungen von Temperaturen im Ozean bewiesen keinen Klimawandel. Also wurden die bisherigen Rohdaten "neu bewertet" und prompt erhielt man die gewünschten Ergebnisse: "Die Ozeane werden wärmer". (Telepolis)

23.5.10

Stalagtit

Captain Kirk hält einen Stalagtit in der Hand. Oder jemand aus dem damaligen Team hat sich einen gewaltigen Scherz erlaubt.



(Aus der Folge: Der alte Traum)

Nachtrag: ist auch anderen aufgefallen.

Prag: Fürstlich dinieren

Neulich hatte ich einen Termin in Prag. Am Abend wurde nach einem Restaurant gesucht, in dem sich auch Nichtraucher wohl fühlen. Das ist schwierig, weil es in der Tschechischen Republik noch kein strenges Nichtrauchergesetz gibt wie in anderen EU Ländern. Eher zufällig landeten wir im Hotel U Prince, ein Kellner führte uns in einen eleganten Raum wie aus einer anderen Zeit:

Die Stühle sahen nicht nur gut aus, sie waren sogar bequem.


Im Hauptraum spielte eine Jazzband. Und sie spielte gut.

Ein Hauptgang kostete zwischen 10 und 15 Euro. Service war gut, es wurde eine lange, feucht-fröhliche Runde.

18.5.10

London: Speakers Corner


Speakers Corner im Hyde Park ist immer ganz lustig. Diesmal war es kein "The end is near" Typ, sondern ein Muslim. Soweit ich verstanden habe, wollte er dass es Schulen für Muslim-Jungs gibt, denn deren Bildung sei wichtiger falls es einen Krieg gibt. Wie immer war auch ein Betrunkener dabei, der dazwischen rief. Dieser hatte sogar seine Bierdose in der Hand. Während der Sprecher sein Zeug erzählte, rief der Betrunkene dazwischen:
We need more rollerskates!
Das gab allgemeines Gelächter. Etwas später erzählte der Sprecher, die Leute sollten bescheidener werden und nicht nur für ein neuen Mercedes arbeiten. Der Betrunkene rief dazwischen:
But I like Mercedes!
Erneut allgemeines Gelächter.

London: Museum Pool


Der Hotel-Pool im "Museum-Design".

Das war allerdings auch das Beste vom Grange City Hotel.

Gefrühstückt habe ich lieber draussen in einem PRET A MANGER Laden. Davon gibt es viele in London, und das Essen ist wirklich gut und bezahlbar (ca. 7 Pfund für Sandwich, Latte, Smoothie, Nachtisch und kostenlosen WiFi). Im Hotel hätte ein "Continental" Frühstück (kein Buffet) 23 Pfund gekostet und WiFi 12 Pfund für 24 Stunden. Für Mittags und Abends gibt es auch viele pubs (die nun langsam aussterben oder in Ketten einfliessen) in denen man essen, trinken und auf internet zugreifen kann.

London: Vorratsdatenspeicherung mit der Oyster Card

Ich war vor kurzem in London. Um günstig herumzukommen, besorgt man sich am besten eine Oyster Card (und nicht mehr die "off peak travel card" wie früher) Das ist eine prepaid-Karte, mit einigen netten Features, so zahlt man pro Tag niemals mehr als eine Tageskarte. Die Karte kann man mit Bargeld oder über Kreditkarte aufladen. Und man kann an Automaten anschauen, wie sie benutzt wurde:

Das da oben ist übrigens die Anzeige irgendeiner Frau, die vergessen hatte, am Automat CANCEL zu drücken nachdem sie sich ihren Status hatte anzeigen lassen. Ihr Lebensmittelpunkt ist wohl bei Maida Vale.

Aber es kommt noch besser. Man wird ermutigt, die Karte zu registrieren, denn dann könne man die Karte bei Verlust sperren. Auf dem Formular steht am Ende Folgendes:

(Wobei die Karte natürlich auch dann nicht mehr richtig anonym ist, wenn sie nicht registriert, aber mit Kreditkarte aufgeladen wird).

Für die berüchtigte Londoner Polizei ergeben sich also ganz neue Möglichkeiten: sie könnte zum Beispiel herausfinden, wann irgendjemand mit der "falschen" Gesinnung bzw. Hautfarbe ausser Haus ist, um dann in Ruhe einen Trojaner auf seinem PC zu installieren. Oder beim "touch in" bzw. "touch out" über die Überwachungskamera ein frame abspeichern, um immer aktuelle Fotos der Bürger zu haben.

9.5.10

no change (13): yes we can keep drilling

Die Regierung von US-Präsident Obama hat nach der Ölkatastrophe weitere 27 Genehmigungen zum Tiefseebohren ohne Umweltprüfung gestattet. (McClatchy, Telepolis)

2.5.10

Kanonenfutter wird knapp (10): noch ein Orden, bitte

Was tun, wenn's im Krieg nicht so gut läuft? Die FDP hat die Lösung: nicht Rückzug oder besseres Material, sondern: wir brauchen ein Orden für Verwundete. (FOCUS)

Nachtrag 13.11.2010: Karl-Theodor zu Guttenberg hat einen neuen Orden erschaffen ("Sonderstufe der Einsatzmedaille" - wobei die Einsatzmedaille alle bekommen die einen Einsatz im Ausland hatten!), der auch in der Wulffsschanze gebilligt wurde. Ein Verwundetenabzeichen soll es aber nicht geben. (SPIEGEL)

Anschlagsvarianten

Die Bertelsmann-Presse (FTD) ist sich offenbar noch nicht sicher, was sie zu dem "verhinderten Anschlag" im Times Square (seit wann kann man dort überhaupt parken?!) schreiben will:

Version 1:


Version 2:

no change (12): no shield

Die Regierung von US-Präsident Obama möchte einen Reporter zwingen, seine Quellen zu verraten. (New York Times) Beachtenswert ist dass es um CIA-Aktionen während der Bush-Regierung geht, und Obama gleichzeitig der Öffentlichkeit vorheuchelt, als wolle er Journalisten künftig vor solchen einem Zwang zum Quellenverrat schützen.

30.4.10

Karriere-Abschwung für La Lopez

Katharina Miklis von der Welt lästert gekonnt über Jennifer Lopez:
Die ersten Anzeichen für eine stagnierende Karriere sind: Wenn Promifrauen anfangen, eine eigene Modelinie herauszubringen. Oder ein Parfum. Manche eröffnen ein Restaurant. Oder werden Schmuckdesignerin. Jennifer Lopez hat das in den vergangenen Jahren alles getan.
Es gibt noch weitere Anzeichen dass die "jungen" Jahre einer Schauspielerin vorbei sind. Diese wurden durch Goldie Hawn in dem Film "Der Tod steht ihr gut" aufgezählt. Ich erinnere mich nicht mehr genau (und es fehlt auch in der IMDB), aber ein weiteres Kennzeichen ist eine Rolle als "Die Staatsanwältin".

Demnoch ist JLo noch immer um Klassen besser als eine gewisse Deutsch-Südamerikanische "Werbeikone", die dank unangenehmer Stimme nur wenige Sekunden Filmerfahrung hat und nun Werbung für "Kik" macht.

26.4.10

Neues Wort (30)

Boobquake: Frauen zeigen bebendes Holz vor der Hütte. Und warum? Ein Iranischer "Geistlicher" hatte vor ein paar Tagen behauptet, dass zu leicht bekleidete Frauen Erdbeben verursachen würden. Daraufhin rief eine gewisse Jennifer McCreight den "Boobquake" Tag am 26.4.2010 auf, an dem sich Frauen besonders freizügig kleiden sollen um die Theorie zu wiederlegen. Dummerweise gabs nun tatsächlich ein Erdbeben - was statistisch nicht ungewöhnlich ist. (gawker.com)