24.10.08

Literarisch abgelästert

Elfriede Jelinek lästert gekonnt über Jörg Haider: Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Eigentlich ist der Text richtig genial, insbesondere zum Vorlesen. Noch besser wäre der Text gewesen, wenn Frau Nobelpreisträgerin ihn formatiert hätte. Aber das ist bekanntlich nicht so ihr Ding. Und deswegen kann man den Text nur häppchenweise lesen. Es lohnt sich!

(Gefunden bei kuvi.de)

22.10.08

Neues Wort (XVIII)

Nebenwitwer: Bezeichnung der taz für Stefan Petzner, Freund/Getreuer/Pressesprecher/... von Jörg Haider.

3.10.08

Pseudowissenschaft (8): der Professor aus dem Briefkasten

Henner Ertel (laut 31 Google Treffern ein Professor) und das Institut für Rationelle Psychologie sind in der letzten Zeit in die Kritik geraten, wegen z.T. fragwürdiger "Studien", die hauptsächlich für BILD & co interessant sind. Die "Universität", an der er "Professor" ist, residiert bei Mailboxes, etc in 95 Wilton Road in London:


Der domain ist registriert auf Teja Sebastian Ertel. (SPIEGEL, taz, ZAPP)

Nachtrag 22.2.2010: Ertel hat einen Termin beim Amtsgericht München. (Meedia)

24.9.08

Demotivierte IT-Inder

IT-Firmen in Indien stellen fest, dass die Bewerber nicht gerade begeistert bei der Sache sind. Es fehle ihnen das "Leuchten" in den Augen, wenn es um Computer-Themen gehe. Der Grund: viele haben nur auf Wunsch der Familie Informatik studiert. Manch ein IT-Inder wäre lieber Schriftsteller oder Lehrer. (Manager Magazin)

Oder Holzfäller:



Oder Architekt:

15.9.08

Die Gemeinsamkeit zwischen Tierfutter und Babymilch

Katzenfutter und Babymilch haben eine traurige Gemeinsamkeit: Melamin aus China. Es täuscht einen höheren Proteingehalt vor. Die Folgen - tödlich: in 2007 starben Haustiere in den USA, in 2008 starben Babys in China, aufgrund von Vorprodukten aus China die mit Melamin gepantscht waren.

13.9.08

Zecke gegen Katze

Katzendame Sonja Sonnenschein aus Salzburg (Name und Ort geändert) adoptierte unfreiwillig eine Zecke beim Inspizieren des Unterholzes:


Katze mit Zecke

11.9.08

irritierter Google Mitarbeiter

Heute war ich beruflich mit Kollegen auf der DMS expo. Erstaunlicherweise war dort auch ein Stand von Google. Ich bin dann spontan zu einem der PCs gegangen, und habe deren neuen Browser Chrome ausprobiert, der ja bekanntlich in Deutschland sehr in der Kritik steht. Schnell ist er aber wirklich. Eine Kollegin kam nach kurzer Zeit dazu, und lästerte lautstark "Du probierst ihn nur deshalb hier aus, weil Du Dich nicht traust, ihn zuhause auszuprobieren!". Recht hatte sie. Ein Google Mitarbeiter kam auf mich zu, und meinte, der Stand sei ja eher dafür da, die Google Apps zu zeigen. Zuerst war mir nicht klar, worum es geht, dann fiel es mir wieder ein, was es ist (bei Google gespeicherte Programme) und warum ich die Finger davon lasse: nämlich dass ich keine Lust habe, dass die CIA meine Daten liest. Und dass dies kein theoretisches Risiko ist, sondern dass von USA-Reisende die Notebooks geprüft werden. Der Google Mitarbeiter meinte, ihm sei das noch nie passiert, und ausserdem sei doch die entscheidende Frage: "Trauen Sie Google?". Worauf ich ganz klar mit NEIN antwortete - das war wohl nicht die gewünschte Antwort. Das Gespräch war dann beendet, allerdings hauptsächlich weil wir weiter mussten um Berufliches zu erledigen.

Update 12.3.2012: Das DoJ verweigert Informationen über die Zusammenarbeit zwischen Google und der NSA. (Legal Times)

10.9.08

Die Taten des Frank-Walter Steinmeier (3): Nein bedeutet Ja

Im letzten Irak-Krieg gab der BND den Amerikanern Tipps, wo sie ihre Bomben abwerfen können. Angesprochen, ob er das gewusst hatte, sagte Steinmeier "Nein!". Später erklärte er, dass dies ein Missverständnis gewesen sei, er habe "Ja!" gemeint. Und ausserdem hätte der BND den Amerikanern in Wirklichkeit nur Tipps gegeben, wo man nicht bomben solle. (Stern)

Nachtrag 13.9: Der SPIEGEL gräbt das Thema auch nochmal aus, und beschreibt wie die BND-Leute wertvolle Hinweise gaben, aufgrund derer die Amerikaner sogar ihre Strategie änderten.

2.9.08

Pseudowissenschaft (7): Kernfusionsblase geplatzt

Der Kernphysiker Rusi Taleyarkhan von der Purdey Purdue University hatte behauptet, mit Schallwellen Kernfusionsreaktionenin Gasblasen zu zünden. Dies konnte sogar in unabhängigen Versuchen bestätigt werden, und zwar... in der Purdue University. Nach nur drei Jahren stellte die Purdue University überraschend fest, dass diese unabhängigen Versuche durch Mitarbeiter von "Taleyarkhan seinem Institut" durchgeführt waren. Jetzt wurde Blasen-Rusi vom Professor zum einfachen "Dozenten" degradiert. (heise.de)

19.8.08

XXLohengrin

Es gibt "kulturelle" Dinge, die sollte man sich einmal im Leben antun, zumindest als Abschreckung.

Vor einigen Jahren habe ich mir einige Filme angeschaut, die auf Shakespeare-Stücke basieren. Besonders in Erinnerung blieb mir "Hamlet". Das Stück ist zwar langweilig und am Ende sind alle tot, aber nun weiss ich warum mancher Wahnsinn doch Methode hat, woher der englische Ausdruck "The lady doth protest too much, methinks" kommt, und dass im Staate Dänemark etwas faul ist.

Gleiches gilt für Wagner. Wagner-Opern sind hauptsächlich bekannt für einen peinlichen Auftritt einer Bundeskanzlerin oder der gruseligen Bekleidung der Ehefrau eines oberflächlichen Showmasters, aber die Inhalte scheinen zweitrangig zu sein. Demnoch kennt man die Melodien: "Lohengrin" von Hochzeiten, "Rienzi" aus der SPIEGEL-TV Reportage, "Walküre" aus der Opel-Werbung.

Vor ein paar Tagen wurde "Lohengrin" in 3Sat gezeigt und von mir aufgenommen. Das Stück dauert 3 1/2 Stunden. Alles, was länger als 2 1/2 Stunden dauert, ist entweder langweilig oder schmerzhaft, oder beides - diese Privattheorie von mir wurde erneut bestätigt.

Ein Orchester sieht man nicht, denn der Meister wollte dass sich die Zuschauer auf die "Handlung" konzentrieren. Diese ist etwa so spannend wie eine Powerpoint-Vorführung. Nach 46 Minuten wird endlich der Kern der Geschichte festgelegt: "Nie sollst Du mich befragen", ein Ausdruck der vor einigen Jahren durch eine Baumarkt-Werbung ins kollektive Bewusstsein gerückt war. Der Held erklärt es der Heldin zweimal deutlich, dass sie dies unbedingt zu unterlassen habe, und sie bestätigt die Anweisung. "Fast Forward" knapp 2 Stunden später (die Handlung kann man bei Wikipedia oder im Libretto nachlesen, denn akustisch ist eh nichts zu verstehen) erklingt der bekannte Hochzeitsmarsch mit Chor. Das Ehepaar steht dann vor einem Bett, diskutiert 20 Minuten - und ein Vollzug der Ehe findet nicht statt. Weil: nach fast 3 Stunden Opernzeit deutet die Heldin an, sie würde nun doch die verbotene Frage stellen. 7 Minuten später tut sie es dann auch. Nach "nur" 20 Minuten später kommt die Antwort: "Lohengrin". Nach weiteren 15 Minuten macht sich der Held aus dem Staub, die Heldin verkündet "Ach!" und stirbt.

Schade, dass niemand vom Fernsehen auf die Idee kommt, die Leute beim Herausgehen aus einer Wagner-Oper zu filmen. Die Bilder der gähnenden Zuschauer wären einfach köstlich.

12.8.08

Opfer oder Täter?

Laut einer Studie der Uni Landau sind viele Täter beim Internet-Mobbing selbst Opfer. (heise.de)

Man könnte es aber auch so sehen: viele "Opfer von Internet-Mobbing" sind in Wirklichkeit auch Täter.

(Was jedoch nichts daran ändert, dass es auch viele "richtige" Opfer von Internet-Mobbing gibt, wie zum Beispiel Daniel B.)

7.8.08

Die Taten des Frank-Walter Steinmeier (2): Der Einweihungsminister

Außenminister Frank-Walter Steinmeier weihte eine Trinkwasseranlage in Afghanistan ein (inklusive Drücken auf den Knopf), die schon seit 6 Jahren lief. Anschliessend weihte er eine Militärfahrschule ein, die ebenfalls 6 Jahre alt ist, und vorher bereits drei Mal (!) eingeweiht war. (NDR ZAPP)

24.7.08

"Bombenentschädigungskommando"

Stern.de schickt ein "Bombenentschädigungskommando" zur Siegessäule.

5.7.08

Pseudowissenschaft (6): Göttinger Fremdkörpertheorien

Der Göttinger Sportprofessor Arnd Krüger verbreitete laut SPIEGEL folgende These: Die israelischen Sportler hätten 1972 von dem Anschlag im olympischen Dorf gewusst und seien freiwillig in den Tod gegangen um Israel zu nützen. Grund dafür sei u.a. ein "anderes Körperverständnis" in Israel. Nach Protesten hat er sich von seiner "These" distanziert.

29.6.08

DVD Movies (Not Porn)

Ich bekomme nur Anständiges mit der Post:

25.6.08

Pseudowissenschaft (5): Urteil im Namen des Hundes

In Bayern werden "Beweise" neuerdings durch den örtlichen Hundesportverein KTC 1881 e.V. "Mantrailer Bayern" geschaffen: wem der Hund (bzw. Hausmeister Krause der Hundeführer) auswählt, der gilt vor Gericht als schuldig, es sei denn, er hat ein Alibi. (SPIEGEL)

21.6.08

Die Taten des Frank-Walter Steinmeier (1)

Unserer derzeitige Aussenminister Frank-Walter Steinmeier könnte der nächste Bundeskanzler werden, dabei ist er wohl die dubioseste Gestalt dieser und der Schröder-Regierung, so zum Beispiel wegen seiner Verantwortung für den Guantanamo Aufenthalt von Murat Kurnaz, oder sein nichts kennen, nicht fragen bei "renditions" (CIA-Entführungen) von deutschem Boden aus, sowie der BND-Einsatz im Irak-Krieg.

Da die kollektive Erinnerung der Bevölkerung bei Skandalen nur einige Wochen beträgt, versuche ich mir zumindest hier seine Taten zu "merken".

Das Neueste: seine Behörde machte ein Deal mit dem Menschenrechtsverletzerstaat Sri Lanka, um so Unterstützung für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat zu bekommen (SPIEGEL):
Inhalt des unfeinen Deals: Dafür, dass Deutschland im Mai die Wiederwahl Sri Lankas für den Uno-Menschenrechtsrat unterstützt, wird sich Sri Lanka im Gegenzug 2010 für Deutschland als temporäres Sicherheitsratsmitglied aussprechen. Pikant ist der Handel deshalb, weil Sri Lanka seit Jahren gravierende Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden.

1.6.08

Palestinawood

Mohammed Al Durah, besser bekannt als "der Junge der vor der Kamera von den bösen Israelis erschossen wurde", ist womöglich sehr lebendig - und Held einer Inszenierung. (ttt, FOCUS, FOCUS) Jetzt müsste man ihn nur noch finden.

29.5.08

"Handelsblatt" verwechselt Firmen in Telekom-Skandal

Aufgrund einer Gegendarstellung in der Welt und im Tagesspiegel mit dem seltenen Zusatz "... hat recht" wird deutlich, dass das Handelsblatt die Firma Network Consult Berlin GmbH (eine Unternehmensberatung und Zeitarbeitsfirma) verleumdet hat, indem sie sie fälschlicherweise mit dem Telekom-Skandal in Verbindung gebracht hat. Eine spätere Ausgabe vom Handelsblatt nennt statt dessen die network.deutschland GmbH. Ein Irrtum, der teuer werden dürfte - viele andere Zeitungen haben die Falschmeldung des Handelsblatts übernommen. Jetzt ist offenbar Rechtsanwalt Eisenberg an der Sache dran, einer der besten Medienanwälte der Stadt (hat vor Jahren mich und diverse Freunde von mir erfolgreich vertreten).

Nachtrag: Der Stern macht eine Richtigstellung.

Nachtrag 2: Der Stern macht noch eine Richtigstellung, diesmal auf Wunsch der Network Deutschland. Auch hier war die ungeprüfte Übernahme eines Artikels aus dem Handelsblatt die "Ursache".